Nachtleben in Salta
Meine letzte freie Woche verbrachte ich mit Roberto, einem Bekannten, den ich auf einer Missionarskonferenz kennengelernt hatte in Salta, ca. 12 Std. Busfahrt von Cordoba nach Norden. Diesmal gönnte ich mir den Luxus und reiste „Cama“ (Bett). Aber im Gegensatz zu „Semi-Cama“ (Halbbett) konnte man den Sitz nur etwa 10% weiter zurückstellen, hatte etwas mehr Beinfreiheit, bekam ein kleines warmes Nachtessen (war ja schon 23 Uhr) und eine Decke gegen die eiskalte Klimaanlage.
Wir wohnten wiederum bei einer Missionarin, einer Freundin von ihm die gerade in Irland ist. Die Wohngegend hatte etwas von netten Plattenbauten in Russland aus den 70gern. Wir wohnten in einer Sozialbau- Reihenhaus-Siedlung unweit davon. Zig kleine Häuser nebeneinander in einer Reihe mit 100 qm Land drum herum (inkl. dem wo das Haus draufsteht). Aus der Terassentür hatte man einen schönen Blick direkt auf die Grenzmauer an der man sich fast die Nase stiess, als man die Tür aufmachte.
Die Innenstadt war sehr schön, im Kolonialstil errichtet und mal anders als Cordoba mit kompletten Strassenzügen in diesem Stil, gut erhalten. Wie überall in Südamerika ziert auch hier ein zentraler Platz das Zentrum der Stadt mit den drei Hauptinstanzen: Regierungsgebäude, Gerichtshof, Kathedrale und nun auch wichtige Banken und Hotels drum herum.
Wir gingen zum leicht erhöhten Pferdemonument mit Staatsheld drauf, davon hatte man schon einen leichten Stadtüberblick. Übertroffen wurde es nur noch am letzten Tag als wir auf den zentralen Berg der Stadt eigentlich mit dem Teleferico /Seilbahn hochfahren wollten. Aber auf Grund von sprachlicher Indifferenzen merkte ich erst auf halben Wege, dass wir ja die ganze Zeit schon Treppen steigen. So fragte ich ihn und mich, ob nicht bald die Seilbahn käme. „Wieso Seilbahn? Wir laufen hoch.“ Janeeisklar. Von Oben ergab sich dann ein wirklich wunderbarer Ausblick, der alle Anstrengungen vergessen und uns dankbar machte, da die Wolken, die sich grad vor unsere Sicht schieben wollten, noch etwas warteten und für uns stattdessen den Himmel öffneten.
Es gab sogar sowas wie einen Miniwasserfall, der mich leicht an Foz de Iguazu erinnerte (sehr leicht).
Das Haupterlebnis allerdings war unsere 2-Tagesreise nach Cafayate, 3 Busstunden weiter nach Norden in die Berge. Wir fanden ein günstiges Hostel und nächsten Morgen, nach einigem Suchen und hin-und herverwiesen werden fanden wir auch einen Fahrradverleih. Erst wurde uns ein gutes Fahrrad zum Testen gegeben, dann stellte sich heraus, dass gerade dieses leider nur für den ganzen Tag zur Miete stand und wir wollten nur den halben. So bekamen wir die leicht Schrottigen und freuten uns jedesmal wenn die Kette absprang. Das Trinkgeld behielten wir! Aber trotzdem war das so eine gesegnte Tour. Die Sonne schien was das Zeug hielt. Kann man es sehen?:)
Der Wind gab die nötige Kühle und die Berge sorgten für das Flair. Man glaubt es nicht aber fast hinter jeder größeren Kurve oder Flusstal änderte sich die Landschaft, die Bergformation oder die Farbe ebendieser. Mal gabs Berge die schräg in die Erde gerammt schienen, dann knallrote, dahinter grau-braune, wieder dahinter scheinbar Grüne weil von Bäumen bewachsen. Plötzlich tauchten Dünen auf- wer hat die hier vergessen?- schoss mir durch den Kopf. Da fehlt doch das Meer oder wenigstens eine Wüste. War den Dünen aber egal.
Unser Ziel war eigentlich der „Gargante del Diabolo“ der Teufelsschlund gewesen. Aber wegen meiner zahlreichen Fotostops und weils doch weiter weg war, als Roberto in Erinnerung hatte, erreichten wir es leider nicht mehr. Dafür sahen wir ihn vom Bus auf der Rücktour aus. Von aussen kein Brüller, aber dafür konnte man drinnen wohl richtig akustisch hochqualitativ brüllen- oftmals wurden dort regelrechte Konzerte durchgeführt. Dazu reichte es bei uns leider nicht.
Die Sonne grüßte uns dermaßen stark, dass ich noch die ganze folgende Woche etwas davon hatte. Aber langsam blättert mein Andenken ab.
Auch wuchs ich wieder ein wenig interkulturell. Roberto als echter Argentinier verhielt sich auch so (wie auch sonst), inklusive sehr freiem Zeitempfinden, dem Nicht-Ansprechen von Fragen oder dem im Zweifelsfalle lieber Schweigen. Oftmals war ich nahe daran meine Geduld zu verlieren- hauptsächlich mit mir- weil ich besonders unter Druck nicht die Worte fand, die ich gerne gehabt hätte und er mich selbst dann nicht mal verstand. Er gab mir den Tipp doch einfach mal geduldiger zu werden. Ich bedankte mich freundlich (jeder der mich kennt, weiss wie das aussah).













Lieber Marco!
Die Photos sind ja einfach der Hammer, wunderschön! Du bist ja einfach immer unterwegs und siehst so viele Orte! Das erstaunt mich:)!
Viele Grüße aus dem eher nicht soooo schönen Mannheim!
Dei Thea.
Comment by Thea — March 14, 2010 @ 12:50 PM