December 11, 2009

Schnell… ins Flugzeug

Filed under: Deutschland,marco schnell — Tags: , , , , — Marco @ 7:41 PM

Es geht los
Die Fahrt nach Hamburg verging Problemlos, die Sbahn sollte auch nur 10 Minuten später kommen. Sie kam auch, ich stieg ein, versicherte mich gerade noch ob das auch wirklich die richtige zum Airport sei und dann- achtung Freunde jetzt kommts: „Bitte alle aussteigen, weil der Zug einen Defekt hat“. Ja super. Aber Gott schickt einem manchmal Engel zur rechten Zeit, bei mir in Form eines Informatikers der auch gerade zum Airport unterwegs war und meinte, „komm einfach mit, wir fahren mit der U-Bahn und steigen dann in die S-Bahn um. Besser als hier zu warten“ Also folgte ich ihm einfach mal blind. Wir bekamen die U-Bahn und an der Kreuzungsstation kam auch 2 Minuten später unsere S-Bahn, so dass wir nur 20 Minuten später da waren. Mein Engel verabschiedete sich rennend, denn er musste seinen Flug bekommen, der in einer halben Stunde ging- nach Stuttgart. Ob alle Engel Schwaben sind?

HH-Airport
Am Flughafen angekommen, erhörte Gott auch weiterhin alle meine Gebete. Mein Hauptanliegen war, dass ich mit 4 kg Übergepäck beim Koffer und 8 kg beim Handgepäck irgendwie durch komme. Aber die nette Air-France Dame lächelte nur, würdigte das Gewicht meines Koffers keines Blickes und auch mein riesiger Rucksack schien ihr egal zu sein. Also zur Sicherheitskontrolle. Auch da fragte mich die Dame, als ich versuchte meine zwei dicken Pullover mit 2 zum reissen gespannten Rucksackschlaufen zu befestigen, warum ich denn meinen Rucksack so quäle und vollpacke. Ich zwinkerte ihr zu und meinte „Damit ich Gewicht im Koffer spare“ und rannte schnell weg, bevor sie die Waage holen konnte.

Der Flug nach Paris war kurz und gut, auch wenn sie zuerst all unser Handgepäck im Frachraum verstauen wollten, weil wir bis auf den letzten Platz ausgebucht waren. Als sich alle Franzosen mit Rollköfferchen weigerten, weigerte auch ich mich mit dem Verweis „alles ganz wichtige, hochsensible Technik darin, sorry geht leider nicht“. Der Abfertiger nickte Mitfühlend und gab auf. Jeder durfte seinen Handkoffer behalten und irgendwie passte alles und wir stürzten nicht ab.

Paris
Oh lálá Pari- die Stadt der Liebööh. Mir wurde schmerzhaft bewusst, dass ich noch nie vorher in paris gewesen bin und nun bin ich da und muss weiterfliegen. Das Leben ist hart. Ich überlegte, da der Ausgang zu den Taxen nun mal direkt vor mir lag ob isch vielleischt einen kleinen Ausflüg…. wenn bloss mein kleiner 16 kg- Rucksack nicht wäre, und mein französisch un peut besser…. So begnügte ich mich, echte Pariser Flughafenluft zu schnuppern (stinkt genauso wie in Berlin) und echtes Pariser Vittel-Wasser in mich reinzustürzen (natürlich hatte ich die 1-Liter Flasche vor dem Sicherheitsgate gekauft, so dass ich sie VORHER wieder leeren musste- was tut man nicht alles für die weltweite Sicherheit). Also trank ich und erkämpfte mir meinen Weg von geschätzten 3 km von Paris Airport Nord nach Süd. So war auch schon eine halbe Stunde meiner 3 ½ Stunden Wartezeit um.

neue TF1- Reality-Doku-ohne mich

neue TF1- Reality-Doku-ohne mich

Plötzlich sah ich eine alleinige Familie vor einer riesigen Abflugtafel mit ihren Kindern, 4 riesigen Koffern und einem Stadtplan hantieren. Soweit nichts ungewöhnliches. Doch sie wurden dabei von 3 Kameras, diverses Tonleuten und anderen mit Aktenmappen rumfuchtelnden, leicht hysterisch wirkenden Frauen umringt. Also entweder war diese Familie unheimlich wichtig, oder sie drehten hier grad so eine Auswanderer-Doku, in die ich es auch fast geschafft hätte (einige wissen davon). Weil mir diese Spannung nicht aushalten konnte, quatschte ich einfach den rumstehenden Soundman an, was die hier treiben. Er meinte (stellt euch franz. Akzent vor):
„Theeese ees for a niiu Show en TF1 about the family goes to… comment ca veut dire… (sagte er zu seinem Kollegen)… tribal.“
Ah ja, die Familie geht also zu einem Stamm. Ich traute mich dann nicht mehr zu fragen zu welchem und warum überhaupt, denn nun telefonierte die Familienmutter und weinte ganz bitterlich, in die Kameralichter die um sie herumstanden und sich so unauffällig wie möglich verhielten und der Vater hantierte immer noch mit dem Plan (warum auch immer).
Vielleicht ist es doch gut dass es mit meinem Doku-Auftritt nichts geworden ist :-)

Hier ein kurzer Clip, wie gedreht wurde

Auf dem Flug las ich das Buch von Viv Grigg „mit den Armen leben“, wo er über seine Missionsarbeit- und Leben in den Slums von Manila berichtet. Oh man werde ich je diese Demut und den Mut finden, auf alles zu verzichten, nur um Menschen Jesus vorzuleben.?.. (das wär doch mal ein gutes Gebetsanliegen).

Flug nach Chile
Wies der Zufall (oder der Herr so will) saß ich im Flugzeug neben einer jungen Chilenin, die grad in Paris studiert. Sie meinte ich solle doch mein Spanisch mit ihr üben und warum ich überhaupt nach Cordoba gehe. Also kommen wir ins Gespräch und es kommt raus dass sie eigentlich katholisch ist, aber praktisch von der Kirche und Glauben nichts mehr wissen will. Trotzdem interessiert es sie wie ich zum Glauben gekommen bin. Und so kann ich ihr mit gequältem Spanisch und wenns gar nicht mehr ging, Englisch, Zeugnis geben, wie ich Gott in meinem Leben erfahren habe.
Wenn das der erste Tag wird, wie wird dann das weitere Jahr :-)
Im Moment erlebe ich das mehr als Gottes Gnade. Auch das ich bei dem 14 Stunden non-Stop-Flug nach Chile keine Trombose bekommen habe und immerhin bald 6 Stunden schlaf. Der Rest war eine Mischung aus Essen und Ice Age 3 :-)

Die Anden vom Flugzeug über Chile

Die Anden vom Flugzeug über Chile

So kam ich fröhlich gegen 10 Uhr Ortszeit an, mit einer halben Stunde Verspätung und somit nur noch einer halben Stunde zum Umsteigen. Gott sei dank musste ich nicht wieder neu einchecken und der Santiagoer Flughafen ist ziemlich überschaubar. So schaffte ich es mit meiner fetten Winterjacke und 2 Unterjacken bei gefühlten 40 C locker zum Gate.

Flughafen Santiago de Chile- mehr habe ich leider nicht gesehen von Chile

Flughafen Santiago de Chile- mehr habe ich leider nicht gesehen von Chile

Entsprechend dem argentinischen „tranquilo“ (nur die Ruhe) flogen wir auch erst eine halbe stunde später los. Und kamen schon nach einer stunde wieder auf dem Boden der Tatsachen (allerdings der argentinischen) an.

mein erster Blick auf Cordoba am 11.12.

mein erster Blick auf Cordoba am 11.12.

Cordoba hat mich endlich
Die erste Überraschung: mein Koffer war nicht da (ziemlich klar wenn die nur eine ½ Stunde zum umchecken hatten), 2. Überraschung Marcelo war nicht da.
Ich fand dann eine nette Stewardess die mir mitteilte: Koffer kommen manana (was so viel heisst wie: irgendwann). Und sie versuchte vehement Marcelo telefonisch für mich zu erreichen, bis er letztendlich selbst auftauchte (sie hätte ihn nie erreichen können da die Tel Nr. nicht stimmte).
So freuten wir und alle uns wieder zu sehen, nachdem es gestern erstmalig seit wochen geregnet hatte und die Luft erträglich warm und mit einer kleinen Brise abgekühlt wurde

7 Kommentare »

  1. Cool, das ging ja schnell mit dem ersten Bericht!
    Ähm, vieleicht nicht alle Engel sind Schwaben, aber wie du weist wird ja im Himmel au schwäbisch gschwätzt… das erklärt vielleicht einiges ;)
    Gutes Ankommen Marco!
    Gruß aus good old Germany
    Simon >

    Comment by Simon — December 11, 2009 @ 8:25 PM

  2. ey cooool!!!! Liebe Grüße!

    Comment by Thea — December 11, 2009 @ 8:38 PM

  3. Mensch Marco, herzlichen Glückwunsch, Du bist da! :)

    Comment by Michael — December 12, 2009 @ 11:13 AM

  4. Jaaaa Marco ist schon in Argentinien!voll cool mit deinen Engeln und so!das wetter sieht auch um einiges besser aus als hier…also weiterhin daumen hoch;) Gruß aus der marburger Regenstadt;)clara

    Comment by Clara — December 12, 2009 @ 1:09 PM

  5. Hey, wir denken an dich! Mein Büro ist so leer. =)

    Comment by Lydia — December 12, 2009 @ 3:32 PM

  6. Ey das tut mir leid. fragt doch ob Albrecht ab und zu mal reinzukommen. Das bringt es nicht ganz aber wenigstens ein leichtes Gefühl der (raum-)fülle :-)

    Comment by Marco — December 12, 2009 @ 10:20 PM

  7. Vielen Dank für eure lieben Grüße, das macht es mir nicht leichter innerlich abschied zu nehmen, aber freut mich unheimlich!

    Comment by Marco — December 12, 2009 @ 10:22 PM

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