April 27, 2012

Ankunft in Athen

Filed under: marco schnell — Marco @ 5:05 PM
Aussicht aus der Gemeinde auf die Akropolis- so nah und doch so fern

Aussicht aus der Gemeinde auf die Akropolis- so nah und doch so fern

Erster Tag

Nachdem ich die letzten 4 Tage 3-4 Stunden geschlafen habe, war ich nach unserer Ankunft platt. Nun mussten wir noch alle Sachen auspacken, Gott sei Dank halfen uns viele der Mitarbeiter der Gemeinde mit. Ihnen war eins gemein: es waren alles Ausländer. Dann, dachte ich, sei die Zeit gekommen, dass uns der Pastor die Unterkünfte zeigt; falsch gedacht. Wir wurden erstmal zum Mittag eingeladen. Es gab das typische und super leckere Souflaki.

Neben allem Ausräumen fand ein Jüngerschaftskurs statt

Nun musste der Pastor erst noch einen der Iraner zum Zahnarzt begleiten und wir nutzten die Zeit um uns mit einer Flüchtlingsfamilie zu treffen, die zur Hälfte schon in Deutschland ist und die andere Hälfte in Griechenland und die seit 9 Monaten getrennt sind. Wir wollen ihnen helfen, auzuloten, welche Möglichkeiten sie haben nach Dtl. Nachzukommen. Als wir dem Familienvater Fotos seiner Frau und Kinder zeigten, wie sie bei uns wahren, brach er in Tränen aus. Das war wirklich tief bewegend. Er hat eine tragische Fluchtgeschichte hinter sich, aber auch das reicht den Dt. Behörden nicht aus und sie würden sie abschieben. Also sagte Frank, die einzige Möglichkeit für sie sei, sich zu jesus Christus zu bekehren- krasse Art der Evangelisation. Er würde so eine Konvertierung aus solchem Grund normal auch nicht vorschlagen, aber er habe erlebt wie Gott diese Kriseneinschnitte bei vielen Menschen nutzte, damit sie seinen Sohn Jesus kennenlernen konnten und wahre Freiheit für ihr Leben und seine Hilfe erleben konnten. Frank hat wirklich pures Evangelium gepredigt aber so ganz anders als das Normale. Einerseits wäre es ihnen ein leichtes sich zum Schein zu bekehren, anderseits konnte man im Gesicht beider Geschwister ablesen, dass Gott in diesem Moment tief in ihnen wirkte und, dass wenn es eine Konversion gäbe, es kein Lippenbekenntnis wäre. So fühlte ich einen Moment intensiver Gottespräsenz als wir sprachen, da draussen mitten auf dem Platz vor dem Café.

Erstmal alles irgendwo hinstellen

Eine weitere Frau war in der Zwischenzeit gekommen, die eine ähnliche Situation hatte. Aber mittlerweile kam auch der Pastor zu uns, der uns nun endlich gerne an unseren Übernachtungsort führen wollte, ein Appartment einer amerik. Missionarsfamilie auf Heimataufenthalt. So blieb Frank noch mit unserem persisch-Übersetzer zurück und sprach und führte noch weitere Gespräche. Damit war auch unser nächster Tag auch verplant. Gott macht hier echt die Pläne und fügt zusammen.

Sportlicher Ausgleich vor dem Essen und dem biblischen Programm für die Asylanten

Aber auch Frank kam mit eigener Agenda; Kontakte zu knüpfen zu gleichgesinnten Diensten, kooperativen Polizisten oder Ämtern und Menschen in Not, denen wir einen Schritt weiterhelfen können. Alles das passierte schon am ersten Tag. Wie lange wir bleiben? Das weiss nur Gott!
Olaf und ich gingen mit dem Pastor am ersten Abend noch kurz die Gegend unserer Unterkunft erkunden, kauften das nötigste ein, u.a. bei einem Obstladen. Der Verkäufer fragte ob ich Englisch spreche. “Yes I do” war die Antwort und er strahlte, „ihm gefällt es englisch zu sprechen.“ Und dann, woher ich käme: Aus Deutschland. Da verfinsterte sich seine Miene und er fragte „und was wollt ihr denn hier“? Zum Glück erwartete ich diese Reaktion der Menschen gegenüber Deutschen hier und erklärte ihm unsere „Mission“. Er war nun wieder ganz positiv und bot an,was auch immer wir brauchten oder wenn er etwas helfen könne, er würde helfen. Ein schöne Wendung.
Wir richteten unser neues Domiziel ein und dann war es auch schon 22 Uhr und wir fielen erschöpft ins Bett.

April 25, 2012

Griechenlandreise in 4 Tagen

Filed under: marco schnell — Tags: , , , — Marco @ 5:27 PM

Voller Klamotten, Joghurt und anderen Leckereien

Abfahrt
600 kg Joghurt waren verpackt und gekühlt, einige weiter haltbare Nahrungsmittel, Einzelteile wie ein Rollstuhl und ein großer Anhänger voller Kleidung zählt zu unserem Gepäck. Eine Tour von 48 Stunden oder knapp 3000 km liegt vor uns. Ich wollte gerne die erste Etappe fahren, die übernahm Frank- letztendlich zog er die ersten 800 km praktisch ohne Pause in einem Ritt durch, der uns bis zur Slowakischen Grenze brachte.
Wir blieben bewahrt und kamen überall super durch, hatten keinerlei Staus oder Unfälle und das nun ausgetauschte Navi spielte mit. Auch die Grenzübergänge waren kein Problem bis zum ungarischen.

Entspannungsübungen zwischen den Stühlen

Ich hatte gerade mit Frank um 23 Uhr abends vor Bratislava getauscht und Olaf half mir gegen die Müdigkeit anzukämpfen (mit seinem typischen Schweigen, meine Handy-Musik wurde dann mein Wachhalter). Eigentlich gibt es an den Grenzübergängen keine Kontrolle mehr aber dieser Beamte wollte es wohl besonders gut machen und liess sich mit unserer Auskunft „Wir liefern Hilfsgüter“ nicht abspeisen. „Zu viele Sachen für 4 Personen“ sagte er immer wieder. Auch als ich ihm einige Kisten öffnete und ihm die Second-Hand Klamotten zeigte liess er sich nicht überzeigen. Ich weiss nicht ob er einfach auf Probleme aus wahr oder ein Schmiergeld heraushauen wollte. Als er jedenfalls Frank sah (der bis dahin im Heck geschlafen hatte) und der ihm mit der Autoriät seines Rauschebartes sagte „Das sind Güter für die KIRCHE“, gab er sich zufrieden und liess uns ziehen. Gott sei Dank.

An der schönen blauen Donau...

Olaf löste mich nach Budapest gegen 2.30 nachts ab und ich konnte endlich 3 Stunden verdienten Schlafes geniessen. Um 5.30 überfuhren wir die rumänische Grenze, gönnten uns einen Morgenkaffee und ich freute mich dass die freundliche Bedienung sogar meine Termoskanne mit frischem heissen Teewasser füllte (Tee habe ich in Massen dabei). Weiter gings bis nach Timisoara und das auf einer völlig neuen, gut ausgebauten Strecke (ohne die übliche Schlaglochparade), doch kurz danach kamen wir jäh zum stehen.

Fachmännische Hilfe- so gings nach einem Tag Aufenthalt in Südrumänien weiter

Die Servolenkung machte schon seit ein paar Minuten Probleme und nun ging auch noch die Batterie aus, was uns gerade auf die Anfahrt in die Gebirge zum Stehen brachte. Grund: Der Keilriemen war gerissen. Gott sei Dank ist dank Handy-Technik und ADAC selbst im abgelegendsten Tal kein Problem mehr Hilfe zu beschaffen. 2 Stunden später kam unsere Sonntagshilfe in Form von 2 Männern auf einem hoppligen Abschleppwagen, der es selber fast nötig hatte abgeschleppt zu werden. Als sie sahen was kaputt war verbrachten sie erstmal die nächste halbe Stunde telefonierend, bis sie zum Schluss kamen, die beste Lösung sei, ihre Zweitbatterie aus ihrem Auto aus- und bei uns einzubauen, leider hatten sie nicht das passende Werkzeug dabei, war ja Sonntag. Also fuhr einer der beiden wieder los, kam aber noch relativ kurzer Wartezeit wieder und sie schafften es die Batterie zu transplantieren und unserem Motor zu neuem Leben zu verhelfen. Doch war klar; heute hat keine Werkstatt auf und wir müssen bis morgen warten, bis der Keilriemen getauscht würde. Der ADAC beschaffte uns schnell ein kostenloses Hotel und so konnten wir den bitter benötigten Schlafausfall sogar in Betten (nicht nur der Rücksitzbank) nachholen.

2-Sterne Hotel vom ADAC spendiert. Wir waren die einzigen Gäste

Ich machte mich am frühen Abend noch auf den Spaziergang um ein wenig an der schönen blauen Donau entlang zu flanieren. Leider hatte sich die „Stadt-der-3-Namen“ (ihr richtiger Name wollte uns nie ganz so einfach von der Zunge rollen, Dobre…irgendwas) gegen mich verschworen und mir gelang es auch nach 1 ½ Stündiger Suche keinen Zugang zur schönen, weit entfernten Donau zu finden. Ich war frustriert. So flanierte ich also nur die breite Hauptverkehrsstrasse entlang und atmete statt frischer Flussluft abgestandene Autoabgase. Aber unsere Weiterfahrt morgen, die uns ein Stück an der Donau entlang führt, wird uns entschädigen.

"Haus mit leichten Sturmschäden günstig unterzuvermieten"

Autoreparatur
morgens früh um 9 wurden wir nach einem leckeren Frühstück als einzige Gäste im Hotelrestaurant vom ADAC Kontaktmann abgeholt. Kurz danach war der Bus auf der Hebebühne und es wurde ausser dem verschlissenen Keilriemen auch noch eine völlig defekte Spannrolle und ein Stossdämpfer in der Unterbodenschürze gefunden, der sich gelöst hatte. Wir sind, seit wer weiss wie lang ohne Stossdämpfer gefahren! Welche Bewahrung dass nicht viel mehr gefunden wurde und Franks Adlerauge nebenbei diesen Schaden entdeckt hat. Ausserdem sind die Mechaniker echt fit und konnten alle nötigen Ersatzteil im Nu beschaffen. Gott seis gedankt!
Auch wenn die Weiterfahrt sich nun verzögerte merken wir wie Gott in der Zeit arbeitet.Unser Kontaktmann in Griechenland hat heute erst die Kontakte knüpfen können die wir unbedingt brauchen, also hätten wir, wären wir früher gekommen gar nichts erreicht. Es ist Gottes Timing.

Im Hintergrund die noch nicht ganz zu ende gebaute Brücke- leider :(

Im Hintergrund die noch nicht ganz zu ende gebaute Brücke- leider :(

Überfahrt nach Bulgarien
Um 13 Uhr gings dann endlich los. Wir fuhren erstmal bis zur Donau um über die einzige Fährverbindung in 500 km Entfernung überzusetzen. So können sie auch gepfefferte Preise fordern: 66 Euro für Bus und Mitfahrer plus zwei verschiedenen Steuern oder Zuschlägen, insgesamt also 76 Euro. Dafür mussten wir aber auch eine Stunde auf die Fähre warten und letztendliche Überfahrt war in 20 Minuten schon gelaufen. 2 km entfernt sahen Sie dann wie sie eine riesige Brücke konstruirten – und das war genau ihr Fehler- dass sie noch in der Konstruktion war und nicht schon fertig.

Die Karpaten oben noch mit Schnee- leider zu weit weg

Dafür lohnte sich das andere Ufer- Bulgarien zeigte (wie eigentlich die ganze Fahrt) von seiner schönsten Seite, mit strahlendem Sonnenschein und märchenhaften Kumuluswolken. In der Ferne konnten wir die schneebedeckten Spitzen der Karpaten ausmachen. Wunderschön aber leider zu weit weg um sie uns näher anzusehen. Für die Autofahrer besonders wichtig- die Strassen waren sehr gut erneuert, bis ungefähr nach 50km die altbekannte Schlaglochsuchparade anfing und meistens fanden wir sie mit dem einen oder anderen Rad. Danach führte uns das Navi bergauf- bergab und sorgte so für langsames vorankommen und heisslaufende Räder. Hits waren in Rumänen z.B. die Unfallautos die zur Abschreckung am Wegesrand wie Monumente aufgebaut waren, die auf den schnellstraßen plötzlich auftauchenden Zigeunerpferdewagen oder auch ein Kuhherde, die gerade in dem Moment die Strasse überqueren musste, als wir kamen. Typisch!

Pferdewagen am Wegesrand- oder auch mitten auf der Strasse

Eigentlich sollte ich ab 20 Uhr fahren aber Frank wollte dann doch noch die 200km durch Bulgarien wegen der schlechten Strasse selbst beenden. Eigentlich vernünftig; wenn einer sein Auto schrottet sollte er es lieber sein. Ich versuchte etwas vorzuschlafen und obwohl ich die nötige Bettschwere hatte, konnte es nicht einschlafen. Ich weiss nicht ob es an unserer wilden Schlafstellenkonstruktion lag (2Sitze nach vorne bzw. nach hinten geklappt dazwischen zwei Schlafsäcke, die über einem Koffer balancierten) und die fehlende Mitte ersetzten, oder einfach die permanenten Schlaglöcher die mich von links nach rechts schleuderten. Auf jeden Fall habe ich nicht mehr als eine halbe Stunde geschlafen als ich mich gegen 23 Uhr gezwungener Massen wach machte, weil ich dachte, jetzt bin ich gleich dran. Gegen 0 Uhr überquerten wir dann auch die Grenze nach Griechenland, ohne Probleme. Frank wollte „noch schnell eine Tankstelle und was zum Essen suchen“. Das dauerte mehr als eine weitere Stunde, endete aber im nichts, da auf 50km keine geöffnete Tankstellen in Griechenland anzutreffen war und noch wenige ein offenes Restaurant.

Gemeinderaum mit DIESEM Ausblick- die Akropolis!

Also tauschten wir um halb ,2 der schlimmsten Zeit zum Fahren. Ich hatte vorher gebetet und wirklich erlebt wie Gott mir Wachheit schenkte. Ich war recht klar und fühlte keine Müdigkeit. Das hielt sich bis gegen 4. Da aber Olaf mein nächstfolgender Fahrer gerade vorher erst eingeschlafen war, wollte ich ihm so einen schnellen wechsel nicht antun und biss noch bis 5 Uhr durch. Dann war es wirklich höchste Zeit, weil ich merkte, dass weder frische Luft noch laute Musik, noch Gebete halfen, meine Augen wollten einfach nicht mehr. Also tauschten wir und Olaf fuhr in den Sonnenaufgang während ich mit Nackenschmerzen sitzenderweise versuchte etwas Schlaf zu bekommen. 2 Stunden mit zahlreicher Unterbrechung waren es vielleicht, bis wir gegen 9 in Athen ankamen und erstmal eine Kaffeepause machten. Wir merkten dass Griechenland ganz schön teuer und beim Benzin sogar noch teurer als in D.land ist- der Liter super fast 2 Euro.

Der Joghurt will verstaut werden

Die nächste Stunde verbrachten wir damit die richtige Strasse zu suchen, ohne Erfolg, bis Frank auf die geniale Idee kam, ein Taxi vorneweg fahren zu lassen, um uns an die richtige Stelle zu führen. Ich fühlte mich total nutzlos, da die beiden anderen durch ihre kyrillisch-Kenntnisse, die den griechischen Buchstaben nahe kamen, wenigstens noch die Orts- und Strassennamen lesen konnten- ich kann nicht mal das. Aber das machte auch nichts, da durch die Unruhen der vergangenen Monate viele Schilder aus purem Frust abgerissen wurden.

Viele fleissige Händer schafften alle Sachen schnell hoch in den 8.Stock

Das erklärte mir jedenfalls der Taxifahrer und gab mir gleichzeitig eine Nachhilfestunde in europäischer Geschichte. Die Griechen sind verständlicher Weise auf uns Deutsche nicht gut zu sprechen, gelten wir doch als Auslöser und Antreiber für ihre drasten Einscheidungen. Es verspricht also eine spannende Zeit für uns in diesem Land zu werden.

April 20, 2012

Umräumen, Umziehen, Einpacken, Auspacken- Tage ohne Ende

Filed under: EMG — Tags: — Marco @ 12:05 PM

Am Ende sah es schöner aus

Eigentlich sollte ich schon seit 3 Tagen unterwegs nach Griechenland sein „aber Gott führt es doch manchmal anders“. So belud ich am Mittwoch spontan um 7 Uhr morgens unseren Bully mit Möbeln für einen Umzug einer Flüchtlingsfamilie in Prenzlau. Wir schleppten den ganzen Vormittag Möbel und malerten was das Zeug hielt. Auch diese Familie hatte wohl diverse Deko-Sendungen gesehen und so ihre ganz eigenen (Farb-) Vorstellungen. Was rausgekommen ist, sieht man auf den Fotos.

Das ist keine Beihilfe zur kriminellen Handlung, das muss so- wir ersetzen ein Fenster

So lerne ich jeden Tag neue Bereiche kennen, die mein Job anscheinend umfasst. Als wir nach einem langen Tag abends gegen halb Acht zu hause ankamen, nutzte ich den restlichen Abend um für den Rest der Woche vorzukochen (denn ich weiss nie wo ich den nächsten Tag Mittag oder Abendbrot esse) und frühzeitig ins Bett zu gehen. Doch damit schloss der Tag noch nicht. Als ich schon fast eingeschlafen war, klopfte es an meiner Zimmertür. Meine Kollegin meinte, ich müsse heute noch nach Penkun umziehen für die Nacht, wo auch alle anderen Arbeiter wohnen, weil wir morgen früh schon vor 7 nach Berlin müssten, da wir dort eine Auftragsarbeit ausführen und der Umweg über Glasow zulange dauert. Wir sollten einen mit alten oder noch zu gebrauchen Dingen vollgepfropften Dachboden ausräumen.

Irgendwann sind wir dann reingekommen- um alles sauber zu machen

Dazu muss ich sagen, dass zum EMG-Verbund einen gGmbH gehört, die Renovierungs,-Sanierungs- und sonstige Hausarbeiten vornimmt. Und alle Mitarbeiter arbeiten irgendwie überall mit, da wo grad Hilfe gebraucht wird.
Unser Segen war, dass wir einen super sonnigen Tag erwischt haben und diesmal alle Sachen aus dem 5. Stock nur herunter tragen mussten. Das erleichterte einiges. Auch unser Zusammenarbeit war schön und ich konnte mich schon mal bei der Heimfahrt probieren wie sich ein mit Möbeln vollgestopfter Bus mit übervoll gelandenem Anhänger fährt. Quasi als Test für unsere Last-Tour nach Griechenland. Wir waren auch relativ früh wieder zu Hause, gegen 18 uhr und ich hoffte auf baldigen Feierabend- aber falsch gedacht. Denn alle von uns ausgeräumten und uns gespendeten Artikel mussten nun durchgesehen, sortiert und geordnet werden und ausserdem der Bus für die Griechenlandreise gepackt. Um 23 Uhr war dann endlich alles gesichtet, separiert, in Boxen verstaut und die Mülltonne zum Überlaufen gebracht. Und ich war nach diesem 16 Stundenarbeitstag reif für den Urlaub.

Uns wurde ein handlicher kleiner Fernseher gestiftet- ca. 40 kg Gewicht- ein Hoch auf die Plasmatechnologie

Heute geht es dann vielleicht nach Griechenland los, vielleicht aber auch erst morgen, vielleicht bin ich dabei, vielleicht auch nicht. So lerne ich gerade das zumachen was mir Gott JETZT vor die Füsse legt. Das braucht Spannkraft aber auch Grenzen setzen. Dafür bete ich (und dass mein Muskelkater in Rücken und Beinen bald weggeht;).

April 10, 2012

“Bewegter” Ostermontag

Filed under: EMG — Tags: , — Marco @ 12:20 PM

"Sind wir schon in Polen?" wurde von einigen Ausländern angstvoll gefragt.

Zum Frühstück am Montagmorgen und auch am Vorabend blieb eine afghanische Familie die sich noch sehr mit dem Deutsch mühte und deshalb um so dankbarer war, dass wir ausser unserem Essen auch unsere Zeit und Aufmerksamkeit mit ihnen teilten. Ich merke, wie mir die Zeit in Argentinien, mein eigenes Ausländer-Sein und Sprachprobleme gehabt zu haben, mir nun hilft mich in ihre Situation hineinzuversetzen, mitzufühlen und besonders langsam zu reden (ja ich kann das auch!). So nahmen wir Leckeres für den Magen aus unseren Tellern auf und aus dem Wörterbuch für unseren Geist. Die junge Mutter berichtete, wie sie mit 13 schon ihrem Mann versprochen war (weil die Eltern entschieden), mit 16 verheiratet und mit 21 ihr Kind bekam. Wegen unhaltbarer politischer Umstände floh sie mit ihrem kleinen Sohn über Griechenland und kam in Deutschland an- 6 Monate bevor ihr Mann nachkam. Monate vollen Wartens und Ungewissheit. Seit 3 Monaten ist er nun hier und sie gewöhnen sich an ihre Leben im Asylheim mit ihren zig Nationalitäten als Nachbarn- und keinen interessiert es…

Runaway

Ein Osterspaziergang
Bis Mittags war chillen angesagt (schon fast vergessen wie es geht). Aber nach dem Mittag wurde es hektisch, da wir jetzt sofort losfahren mussten um einige Leute aus unterschiedlichen Orten zum gemeinsamen Spaziergang im Wald zusammen zu karren. Viel Verwirrung ging dem voraus, wer mit wem fährt und mit welchem Auto. Nach einer Stunde waren wir dann endlich am Zielwald angekommen. Gott sei Dank blieb das Wetter stabil, wenn auch nicht sonderlich warm. Immerhin Schnee und Regen blieb aus.
Neben ausgedehnten Spaziergängen auf denen viele Gespräche inklusive Sprachhilfen und neue Vokabeln lernen für unsere ausländischen Gäste enthalten war, hatten auch jede Menge Spiele und Osterhasenverteilungen ihren Platz, die für allgemeine Völkerverbindung sorgten.

Jeder bekam seinen Osterhasi

Erst später merkte ich, dass ich mich sehr lange mit einem jungen Afghanen unterhalten hatte, der mir erstmal erklärte, dass es innerhalb Afghanistan ganz unterschiedliche Sprachen gab, nicht nur persisch, sondern auch noch andere. Dass er auch Moslem ist, kam beim Gespräch darüber heraus, welches Fleisch wir am liebsten mögen. Er sagte, er hatte seine mosl. Freunde einmal gefragt, warum sie kein Schweinefleisch essen. Sie sagten weil es „schmutzig“ ist (weil das Schwein alles frisst). Er sah das ein, aber schien trotzdem kein Problem damit zu haben, als ich ihm erklärte, dass es in Deutschland zu den Grundnahrungsmitteln gehört, auch wenn ich es in letzter Zeit selbst eher vermeide. Mir wurde bewusst, wie durch ihre ganz andere Lebenssituation sich die Menschen hier sehr öffnen und starre Gedankengefüge plötzlich diskutierbar werden, deswegen habe ich auch keinen Zweifel, dass auch er über kurz oder lang Jesus erkennen wird. Es braucht bloss Beziehung, Interesse und Klarheit.

Jesus ist auferstanden! Ein Grund zum abheben.

Und so hält sich dieses ganz komische Gefühl. Obwohl ich Gott sehr stark in den letzten Tagen gesucht habe, und ihn immer wieder bat, dass er zu mir ermutigend redet oder sich mir nähert, “fühle” ich ihn zur Zeit null.Gut dass es nicht auf Gefühle ankommt, denn in Situationen wie im GD merke ich, dass er durchaus in den Menschen arbeitet, ebenso wirkt er in einzelnen Gesprächen. Ich fühle mich hier immer wieder „desubicado“ fehl am Platze oder wie im falschen Film, weil ich mich öfter plötzlich in irgendwelche unvorhergesehenen Situationen hineingestossen widerfinde. Aber Gott macht etwas daraus- wohl was Besseres als ich das hätte tun können, wenn ich Zeit zum Vorbereiten gehabt hätte. MIR wäre es lieber die Situationen vorher zu kennen, mich drauf vorzubereiten und die Kontrolle zu haben- aber Gott gefällt es anscheinend im Moment anders. Auch wenns mir schwer fällt mich daran zu gewöhnen, freue ich mich hier Gottes Wirken auf praktischere Weise als je zuvor zu sehen.

Verschneite Ostern

Filed under: EMG — Tags: , , , , — Marco @ 12:04 PM

Nächtliche Weisse- Frohe Ostern

Karfreitag begann für mich und meine Haus-WG auf argentinisch an. Ich machte einen Foto- und Berichteabend und danach schlossen wir noch spontan einen Videoabend mit herzenserweichenden Filmen (nach zwein wars dann auch genug:)

Samstag starteten wir wie immer mit gemeinsamem Frühstück um 9. Danach habe ich meine erste Arbeitsanleitung gegeben, eine hochverantwortliche Angelegenheit: die Klos putzen mit einem unserer Klienten, der eine ähnliche Krankheit hat wie Alzheimer. D.h. auch wenn man ihm gerade erklärt hat wie und wo er zu säubern hat und das auch schon 100 mal getan hat, vergisst er es manchmal. Also muss man liebenswürdig und ohne penetrant zu wirken nachfragen oder nachgucken. Natürlich war ich in der Versuchung, alles lieber schnell alleine zu machen, aber das war ja nicht der Sinn des Unterfangens. Und tatsächlich waren „wir“ recht schnell fertig. Gute erste Probe.

Die weissen punkte sind Riesen-Schneeflocken

Den halben Nachmittag verbrachten wir wartend bis Frank endlich anruft und Bescheid gibt, was wir tun werden. Wir wussten nur, dass ein gemeinsamer Videoabend mit den Bewohnern der anderen Häusern und einigen Gästen aus dem Asylheim geplant war. Wer „wir“ waren und wie es im Detail ablaufen sollte- ein Geheimnis. Bis gegen 16 als seine Töchter eintrafen, Kaffee und Kuchen vorbereiteten und und mit der Anweisung für mich, dass ich mich um die Technik kümmern sollte. Wann es denn losginge, fragte ich. „Wenn Frank mit den Asylbewerbern eintrifft“, war die Antwort. Also blieb mir das was ich mittlerweile gut geübt hatte, warten.

Ostersonntag- Jesus hat auch alles weiss gemacht

Gegen 18 Uhr gings dann los,die Gäste waren da. Schade fand ich nur, dass sich unsere Hausklienten aushakten, sie hatten keinen Bedarf mehr, denn wir hatten „unseren“ Videoabend ja schon gestern spontan. Am Bedarf vorbei geplant. Auch fragwürdig ob für unseren türkischen, afghanischen und iranischen Gäste unsere tollen deutsch-übersetzten Filme wirklich so die Vergnügung waren? Nach zwei schönen aber auch langen Filmen machten sich die meisten auf den Weg. Wir staunten nicht schlecht als plötzlich draussen alles in weiss gekleidet war – Schneefall und eiskalt. Weisse Ostern- wer hat sich das nicht schon immer gewünscht? Ich nicht!
Nachdem der Gottesdienstsaal für morgen nachmittag wieder hergestellt war, freute sich mein Bett auf mich.

Ostersonntag- Alle Völker vereinigt euch
Nach einem superleckeren Hasenbraten und kurzer Ausspannphase ging der Gottesdienst um 14.30 Uhr los. Er war knackenvoll und mindestens 7 Nationen waren vertreten. Es kamen Asylanten von Rostock bis Stralsund und Berlin, die sich im letzten Jahr hier bekehrt hatten und immernoch zu vielen GDs kamen. So hatte das Lebenszeugnis eines ehem. Alkoholiker ein viel bedeutenderes Gewicht, da nicht nur gläubige im Raum saßen. Wir schauten uns als Predigtersatz einige Ausschnitte aus dem Jesusfilm an und als ich ihn meinen kenianischen und somalischen Nachbarn übersetzte, bekam ich nebenbei mit, dass sie Moslems sind und das erste Mal in unserem GD. Und ich dachte ich redete zu Christen. Trotzdem waren sie sehr interessiert und keinesfalls ablehnend und das obwohl der Film auf dt. übersetzt und die Jesusfilmversion aus den 60gern war (also nicht die spannendste). Ein Iraner neben mir meinte, als er Jesu Kreuzigung sah, dass er schon als Kind habe weinen müssen, als seine Oma ihm den Film zeigte und so bis heute. Ob er Christ sei meinte er, „ja seit 2 Monaten” und lächelte. Ich glaube ich war schon lange nicht mehr in einem so familiären GD, indem wirkliche evangelistische Botschaften ihre volle Berechtigung haben, denn neben dir kann ein Atheist oder Moslem oder Fast-Bekehrter sitzen. Einige verstehen ganz gut dt. andere fast gar nicht. Also kann man eigentlich nur auf das Wirken und Erklären des Heiligen Geistes vertrauen, der ihnen das wichtigste aufschliesst.

Nachklapp mit Kaffee und Kuchen und tiefen Gesprächen

Schade fand ich nur, dass meine eigenen Hausnachbarn weniger von Zeugnissen und dem Thema angesprochen werden als so mancher Moslem.Sie machen alle Rituale wie gemeinsame Andacht, Gottesdienste etc. mit, weil sie müssen aber es erreicht ihr Herz nicht. Während die Ausländer ein paar mal kommen und berührt werden. Sind sie offener, von Gott vorbereitet, oder ist unser Alltags-Zeugnis vor unseren Klienten nicht sichtbar genug?
Im Anschluss hatte ich super Gespräche mit ganz vielen von ihnen und ich merkte wie die Frage nach Gott in den Hintergrund trat ohne ganz zu verschwinden, aber gegenseitiges Interesse und Freude ihrerseits, dass sich jemand wirklich für sie interessiert und nachfragt.

Nach dem GD fuhr ich die Rostocker/Stralsunder Gruppe zum Bahnhof und wurde über die neuesten Begebenheit und wahre Situation in Irak und Afganistan aufgeklärt u.a. auch Dinge die irgendwie in unseren Nachrichten „hinten runterfallen“, wie dass die amerikanischen Bomben, die zur „Befreiung“ gefallen sind, radioaktives Material enthalten, das jetzt vor sich hin strahlt, weil die Amerikaner dessen Existenz verneinen und die Lokalen keine Gelder für die sichere Abtragung dieser Stoffe haben. Seitdem hat sich die Krebsrate und auch Rate der Missbildungen bei Geburten Ver-20facht. Zufälle gibt’s… Und durch den Wüstenwind werden die Mikrokleinen radioaktiven Partikel bis nach Afghanistan getragen. So schufen die Amerikaner dort eine Massenvernichtungswaffe statt sie (bei Sadam) zu finden. Ein verständlicher Grund mehr für die Menschen, neben der Taliban auch noch vor dieser Bedrohung zu fliehen (siehe Video).

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