Aus den vielen Erlebnissen unseres 1 ½ Wochentrips auf dem Rio Paraguay will ich diesmal nur die Sachen herausgreifen für die ich dankbar bin, da dass am wichtigsten ist:-)
- Starkes Unwetter erlebt, und das Boot war kurz vorm Kentern, doch hielt stand. Und es ging fast nix verloren. 2 unserer biblischen Tagesthemen der Woche handelten von irgendwelchen Begegnungen mit Jesus auf einem Boot – ein paar von uns erlebten das Fastkentern hautnah und auch wie Jesus innere Ruhe darin schenkte (der Rest war gerade trocken in der Kirche und wollte grad mit einem Gottesdienst beginnen.
- Begegnungen: Ich fragte mich manchmal warum wir eine Insel besuchten auf der schon 70% Christen lebten (12 von 15 Familien). Doch die Halbindianer und Indianer, denen wir begegneten, freuten sich dass wir von so weit kamen um sie kennenzulernen und uns für sie interessierten
- unser Kinderteam stand immer vor der Ungewissheit wer oder ob jemand kommen würde. Auf den Inseln war es hervorsehbarer (da dies der einzige interessante Treffpunkt war), aber auf dem Festland nicht. Irgendwie scharrten sich ohne große Einladung trotzdem immer jede Menge Kinder allen Alters um uns. Und dank Clownerie und Mitmachsongs waren sie meistens begeistert dabei. Nur die Indianer-Kids waren ruhiger und schwer zu irgendeinem Mitmachen zu motiveren, was wohl kulturell bedingt ist.
- 5 Nationen in einem Team: Zusammengewürfelt aus Bolivien, Chile, Paraguay, Argentinien und Deutschland wuchsen wir aneinander, wenns auch nicht große Auseinandersetzungen gab, da das ihre Art war. Aber wir lernten unterschiedliche Kulturen kennen. Wir hatten keine Unfälle (ausser der Tochter des Mitarbeiters, die sich am Kopf verletzte)
- Gottes Versorgung: Wir hatten bis zum Schluss ausreichend zu Essen und zu Trinken, obwohl Donnerstag alles alle gewesen sein müsste. Unsere An-Bordfischer fingen 4 Megafische, die normalerweise als Delikatessen gehandelt werden. Zusätzlich haben wir mehr mitversorgt als geplant (das ist auch der Grund warum der Pastor die Indigenas nicht aufs Boot ließ, da er wusste, dass dann alle gekommen wären und wir für alle hätten kochen müssen und das hätte wirklich nicht gereicht) und wir haben ihnen Nahrungsmittel bringen können. Unser Wasser wäre auch Freitag ausgegangen da wir wegen der Hitze mehr verbrauchten als gedacht. Glücklicherweise hatte der Missionar an einen Reserve-Wasserkanister gedacht.
- Kaum Platz und Ruhe auf dem Boot, trotzdem hatten wir ausreichend Zeit für uns und zum Entspannen (gut weil manche Nacht durch Moskito-Überfluss oder Hitze oder zur harter Schlafunterlage-Isomatte kaum zum Schlafen taugte). Obwohl der Fokus eigentlich auf dem Einsatz lag, denke ich, haben wir weniger gemacht, als der Pastor anfänglich plante, da er sah dass wir wie ein Schluck Wasser in der Kurve hingen, wegen der Hitze.
- Ich hatte zwar wenig intensive Gespräche mit den Latinos, dafür einige mit Tobi, dem anderen Deutschen. Ich war so dankbar, dass er da war und ich einfach reden konnte, ohne über Formulierungen oder Satzbau nachdenken zu müssen. Wenn ich allein unter Latinos gewesen wäre, hätte ich wohl die Krise bekommen oder wäre explodiert, ganz einfach weil ich mich nicht genügend ausdrücken konnte oder verstanden wurde
- viel Freude brachten die Brasilianerinnen. Die haben die Gruppe sehr aufgemischt und Schwung reingebracht. Sind ein sehr sonniges Völkchen.
- Unser Fernsehauftritt in einem paraguayischen Sender lief trotz chaotischer Planung und letzter Minute Ankunft im Pferdekarren super gut. Wir konnten Zeugnis geben und eine Pantomime vorführen. Der Missionar hatte eine Predigt vorbereitet
- Nicht entführt: Als wir nach Concepcion zurück kamen, sind wir einen Abend spontan in die Stadt gegangen um Eis zu essen und uns die Beine zu vertreten. Seit geraumer Zeit halten jedoch Guerillas Paraguay in Atem und entführen immer mal wieder eisessende ahnungslose Touristen um die Regierung zu erpressen. Gott sei Dank sind wir davor bewahrt geblieben.
Indianerleben=Hundeleben?
Was mich traurig gestimmt hat, waren die Indianer die auf der Festlandseite des Rios leben. Sie bekommen von der Regierung immer mehr von ihrem ohnehin nicht sehr fruchtbaren Land abgenommen, so dass sie nicht genügend für ihren Eigenverbrauch anbauen können und daher auf Nahrungsmittelversorgung von außen angewiesen sind. Fischfang funktioniert auch nur teilweise, weil sie ein Volk der Bauern sind und keine Fischer. Auch haben sich zivilisationskrankheiten bei ihnen eingeschlichen, wie Tuberkulose, auf die sie mit ihren traditionellen Heilmethoden keine Antwort mehr finden. Sie brauchen medizinische Hilfe. Stattdessen kommt einmal im Monat eine Krankenschwester vorbei geschippert, wenn alles gut geht…
Die Indianer sind auch heute noch quasi rechtlos und kaum einer tritt für sie ein. Eigentlich bräuchte es einen guten Rechtsanwalt um der Regierung die das Land teuer an Privateigner verkauft mal auf die Finger zu hauen, aber die scheint es in den Gemeinden nicht zu geben, bzw. ist diese Art Hilfe in der Denke der Gemeinden nicht präsent oder Anwälte werden selber durch Korruption (Paraguay ist das zweitkorrupteste Land der Welt) ruhig gestellt. Das ist eine schreiende Ungerechtigkeit aber ist leider Methode in Lateinamerika.
Und wie mache ich weiter?
Ich hatte ja schon mal vorher von meinem Gebetsanliegen geschrieben, wohin ich für mein Praktikum zur Jahresmitte gehe, ob nach Paraguay oder Chile. Paraguay hat einige tiefgehende Eindrücke hinterlassen. Was genau mir bewusst geworden ist, schreib ich beim nächsten Mal










oiii,
muito interessante a recordação, no entanto foi mais dificil que parece foi uma experiência indescritível tanto conhecer gente q ninguém quer conhecer… quanto aos jovens q compartilharam conosco …fue re encantador
kisses a todos desde RJ-Brasil
Comment by Gabi — February 22, 2010 @ 11:36 PM
jaja por lo menos te entiendo:-) si fue un experiencia como un CIMA:-) Saludos y abrazos (un monton).
Comment by Marco — February 23, 2010 @ 1:50 AM