September 2, 2010

Letzte Woche in La Serena

Diese Woche stand ganz im Zeichen von Videos aufnehmen und bearbeiten. Demnächst soll es eine Webpage der Gemeinde geben und wir wollten ein paar Präsentationsclips für die verschiedenen Gemeindebereiche haben. Es war auch eine Zeit der großen Frustration, denn mein altes Videoschnittprogramm tat es nicht mehr und das neue noch nicht. Am Ende lag die Lösung in einem Anruf beim Anbieter und in 5 Minuten war alles behoben. 2 Tage ärgern umsonst.
Ausserdem hatte ich meinen ersten Handfesten Kulturschock; keiner verstand mich, ich konnte mit keinem reden, fühlte mich überfordert und gestresst, hatte Augenschmerzen und Herzrasen. Und was war es was alles wieder in Ordnung brachte? Abgesehen davon alles (etwas) langsamer angehen zu lassen, einfach ein paar gute, offene und tiefe Gespräche, in denen Gott dabei ist. So verstand ich vieles was mir vorher unerklärlich schien und ich wurde verstanden.
In diesem Zusammenhang: vielen Dank für alle die regelmässig und treu für mich beten. in solchen Momenten wird mir besonders bewusst wie wichtig Gebetsunterstützung ist und wie es einem helfen kann diese Phase zumindest zu verkürzen.

"Manchmal steht das Pferd auch vor dem Flur"- Blick aus dem Fenster der Gemeinde

Julio, Miguel und ich- die Jugendleitergäng

Auch konnte ich meine Arbeit mit den Jugendleitern gut abschließen. Wir legten eine Strategie fest, wie sie mit der Jugendgruppe und den jungen Erwachsenen weiterarbeiten können und wie sie dabei helfen können sie zu ganzheitlichen Leitern zu machen.

Wunder am Sonntag und 12-Stunden-Gemeindetag

Selten begann ein Gottesdienst so frustrierend für mich. Wir sollten den Lobpreis spielen ohne vorher 5 Minuten geübt zu haben und ich kannte zwei Lieder nicht. Aber ich entschied mich diesmal gegen eine innere Nörgellei und negative Einstellung sondern dafür auf Gott zu vertrauen und was er aus dieser Situation machen würde. Und er machte!
Wir waren über 100 Leute im GD. Normalerweise kommen 70. Schon während der Lobpreiszeit (ungeübt) hatte Gussy, der Pastor, den Eindruck einen Aufruf zur Lebensübergabe zu Jesus zu machen und darauf reagierten 5 Leute!!! 2 waren nie zuvor da. Einer war einer unserer Teenies den ich schon für bekehrt hielt, aber der es nicht war. Es ist wirklich unglaublich, was Gott aus einer problematischen Situation machen kann, wenn wir ihm die Freiheit lassen.

Im Anschluss fuhr die Mehrheit der Gemeinde zu einem Kurzworkshop, den Gussy hielt zum Thema “gute Entscheidungen treffen”. Dies war ganz wichtig im Prozess der Leiterentwicklung der Gemeinde, weil es die ganze Gemeinde dahin führen soll, Verantwortung zu übernehmen und für andere da zu sein. Irgendwann gegen 23 Uhr waren wir dann zu Hause.

Mein "Adoptivkind" Eduardo

die 3er Gäng meiner Schulgruppe

können diese Augen lügen? einer der Kleinsten beim Apoyo

können diese Augen lügen? einer der Kleinsten beim Apoyo


Apoyo integral

Es fiel mir schon schwer mich von der Apoyo Integral- Hausaufgabenhilfe zu verabschieden. Ich war in der Gruppe mit den kompliziertestes Kindern und Eduardo mein Lieblings-Schwierigkeitskind smste mir am Montag er hätte ein 4-tägigen Schulverweis bekommen. Ciao. Und ich dachte nur, wie kann ich ihm helfen, warum und was ist geschehen. Mir blieb erstmal nichts ausser hoffen und beten. Wir sahen uns gestern zu letzten Mal und hatten nochmal ein gutes Gespräch. Ich merke, wie ich ihn wirklich in Gottes Hände übergeben muss, auch wenn es mich schmerzt zu sehen, dass ich ihm nicht mehr weiterhelfen kann. Ein Halbbruder von ihm ist im Knast, er hat keine Eltern, lebt bei der Oma. Damit ist er exemplarisch für viele Kinder die zur Schülerhilfe kommen. Wenn Gott nicht ihr Herz und ihre Person anrührt, heilt und verändert, steht ihnen ein ähnliches Schicksal bevor. ER ist ihre einzige Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit. Wir können nur als seine Werkzeuge dienen.

Alle Kinder und Leiter des Apoyo integral

Am letzten Abend richteten die Palizzas für mich noch eine Überraschungsparty, bei der viele mittlerweile gute Freunde und Bekannte der Gemeinde auftauchten und ich mich so nochmal herzlich von ihnen verabschieden konnte.
Wir gaben auch unsere Idee des” Jüngerschafthauses” bekannt, damit die Gemeinde mitbeten und es mittragen kann, wenn es sich zeigt, dass es Gottes Wille ist. Ich habe noch keine Entscheidung dafür oder dagegen getroffen, sondern die offene Frage bleibt. Bis jetzt weiss ich nur, dass ich es mir hier in diesem Umfeld und mit den Menschen, trotz alles Herausforderungen und kulturellen Umstände vorstellen könnte, bei so einem Projekt mitzuarbeiten.
Antwort erbeten…

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