Heute war sehr übersichtlich (rein inhaltlich), trotzdem es wieder bewölkt war und regnete und ich wieder nicht zum Christo konnte. So wartete ich auf eine Hostelmitbewohnerin, die Luxemburgerin Sarah, die alternativ, wie ich, zur Feria de Sao Cristovao fahren wollte- DER Flohmarkt schlechthin in Rio.
Vorher kamen wir noch an DEM Stadion vorbei in Rio, wohl einem der berühmtesten Landesweit. Wir gingen auch rein. Es war wunderschön und hatte nur einen Haken- es war ein Trümmerfeld- gerade beim Sanieren. So verabschiedeten wir uns auch von dort wieder sehr schnell und machten uns auf zur Feria.
Mit Landkarte, über einige Brücken und einigem Fragen kamen wir gegen 14 Uhr an. Anders als am Internet stand war aber nicht heute Feria-Tag sondern erst Samstag. Uns kam es gleich merkwürdig vor, dass fast alles geschlossen war, bis auf ein paar Mitleidsläden. So sackte ich ein paar Souvenire ein und nach ner halben Stunde waren wir auch schon wieder abfahrbereit.
Um 15 Uhr kamen wir an der Haltestelle für die historische Strassenbahn in Rio an, die uns in die obere Stadt Rios bringen sollte. Nun war die Schlange zwar etwas lang und die Bahn fuhr nur alle 20 Minuten kostete dafür aber auch nur 30 cent.
Wir warteten eine Stunde, wir warteten zwei. Dann kam die Nachricht dass eine Straba einen technischen Schaden unbestimmter länge hat. Wir blieben stur, so kurz vor dem Ziel. Und tatsächlich nur einen halbe Stunde später gings weiter. Und so saßen wir auch schon um 18 Uhr in der Straba. Wir fuhren etwa 10 Minuten in die obere Stadt. Hielten 3 Minuten. Trafen bei diesem Stop zwei der Argentinierinnern der letzten Tage, die gestern aus meinem Zimmer ausgezogen waren. Sie erzählten uns von einer speziellen aus Kachelsplittern gefertigte sehr farbenfrohe Künstlertreppe die wir unbedingt sehen sollten. Wir freuten uns, denn schon ging es wieder zurück. Wir genossen einen sekundenlangen Blick über die Stadt und schon waren wir wieder am Ausgangspunkt. Fazit: Auch für 30 cent lohnt sich nicht immer drei Stunden zu warten.
Auf der Suche nach der Farbtreppe blieben wir an einer schönen Methodistenkirche kleben, gingen rein und ich sah- einen Flügel. Wurde sofort melancholisch. Gestern mit Gabi besuchten wir ihr Konservatorium und auf dem Gang standen 5 Klaviere (echte) nebeneinander. Ich fragte und durfte mal „einen Ton anklingen lassen“. Effektiv waren es ein paar mehr. Würde mir diese Charme-Schiene wieder gelingen?
Ich fragte den Prediger oder wer auch immer da grad rumstand ob ich mal den Klang testen könne „ja aber schnell da sie schließen wollen“ Und flux griff ich in die Tasten. Genoss etwa 2 Minuten unbekümmertes Spielen. Er freute sich auch und fragte mich nachdem ich verstummt war, nach meinem Namen, nur um zu stutzen. Denn er hiess auch Marco. Hätte ich von diesem Joker früher gewusst, hätte ich bestimmt mühelos 2 Minuten mehr rausschlagen können.
Bald darauf mit einigen Umwegen fanden wir die tolle Treppe. Und der Künstler persönlich sass auch grad drauf und bereichtete seinen Jüngern von seinen Heldentaten, wie er die Treppe anfertigte. Leider fehlte uns die Zeit um seinen abendteuerlichen Ausführungen zu lauschen, denn es dunkelte schon und wir wollten gen Heimat.
Als Schmankerl wollten wir beide noch in ein Buffet Restaurant wo sie einem direkt von den unterschiedlichsten Fleischspiessen direkt auf den Teller schneiden. Wir fanden auch ein halbwegs günstiges und genossen in vollen Zügen. Sobald einer der „Spiesser“ sah dass wir kein Fleisch mehr hatten kam er angelaufen und schnitt mehr ab. Leider hatten wir das Bufet Prinzip auch auf den Nachtisch übertragen der uns an den Tisch gefahren wurde. Welch teurer Fehler. Aber selten so gutes Fleisch in solcher Vielfalt (ZB Rostbeef mit Käseteilen innen drin) so reichlich geschmaust.






