Diese Woche war ermüdender aber auch erfüllender- Beziehungsweise. Die Tutor-Sessions mit unseren 3 “Tutees” (und mittlerweile auch 3 Tutoren) kosteten viel Kraft, ständiges Wiederholen, Aussprache korrigieren, verhandeln, was jetzt zu lernen wohl am Sinnvollesten wäre- jeder sollte seinen eigenen Plan machen, aber einiges machte keinen Sinn nach 6 Tagen “Erstmals-Englisch”, anzugehen. Das zu vermitteln war besonders bei einem Studenten sehr schwer, der heimlich ein Englisch Buch zu Grundlage nahm und darauf seinen Studienplan aufbaute. Mit Maxi, einem der drei, war es echt lustig, er lernte unheimlich schnell und behielt sich auch die meisten neuen Worte. Er sagte immer nur Yes… ok. Manchmal dachte ich er sagte es nur so, aber wenn ich dann genauer nachfragte, hatte er wirklich verstanden. Lander, einer der auch bei CCMT weiterstudieren wird, war sehr auf Detailwissen bedacht, alles genau auszusprechen, wie es sein sollte.
Die Unterrichtszeit hörten wir meisten nur zu. Montag gab ich mein Lebenszeugnis auf Englisch, was auch andere von den Studenten motivierte ein offeneres Zeugnis abzulegen als ursprünglich geplant. Es tat sich wohl auch einiges seelsorgerlich bei einigen weiblichen Teilnehmern. Davon bekam ich aber ausser in unseren Leitervorbereitungstreffen kaum was mit, da ich nachmittags mit Videoschneiden beschäftigt war.
Drama am Freitag!
Freitagabend gabs dir große Drama-Präsentation auf Englisch der Schüler. Ich verbrachte den gesamten nachmittag damit eine Videopräsentation vorzubereiten. Als Einführung zeigten wir ihnen ein von uns eingeübtes Lied mit Bewegungen. Aber ihr Drama war einfach klasse. Jeder sagte etwas, es hatte storyline und endete mit tanzender Einbeziehung des Publikums. Danach gabs Néstors „Küchenshow“ wo er uns auf englisch beibrachte, wie man Lasagne zubereitete. Im Anschluss gabs die „Boutique“ wo die Schüler ihre verdienten „English-Village-Dollar (die sie für besonders gutes Lernen jeden Tag bekamen)“ einlösen konnten und Kleinigkeiten die die Amis mitgebracht hatten, kaufen konnten. Eine Stunde später gabs die saumässig leckere Lasagne. Dann, gegen 11 machten wir Lagerfeuer und es entstand so etwas wie ein Wettbewerb zwischen einem unserer bolivianischen Gitarrenspieler, die ihre Lieder zum besten gab und einer der Amerikanerinnen die mit Hits wie „aus den Blauen Bergen kommen wir“ auf Englisch aufwartete. Der Rhythmus der Bolivianer ist echt total anders und oft wusste ich nicht welche Taktart sie gerade spielen. Gegen halb 1 hatte ich dann genug von den verschiedenen Rhythmen.
Samstag Erdbeben in Peru
Samstag nacht gabs, wie ihr mittlerweile wohl gehört habt, eines der stärksten Erdbeben in peru ever. Und da die Leytons- Leiter von CCMT- von dort sind hatten wir auch gleich nen Grund zum beten, nämlich für ihre Familie. Wenn man vergleichsweise nahe dran ist, liegt einem das auch näher am herzen, ist schon komisch.
Ab 9 gabs die Evaluations für jeden Studenten einzeln zusammen mit Zertifikat. Danach noch Abschlusszeremonie und übergabe der Olympic-English Medallien- jeder bekam eine entsprechend seinem Typ. Dann zeigte ich meine lange vorbereitete Fotopräsentation, wobei ich kotzte, da der Batteriebetrieb alle 2 Minuten in Stand-by modus wechselte. Es war frustrierend. Meine Zahnschmerzen sind fast ganz passé,was mir beim anschließenden Asado zugute kam. Die ersten mussten dann schon los. Nachmittags hatten wir frei und fuhren am frühen Abend zur Artesania – Kunstschmuckausstellung. Mit Douglas-einem der längerfristigen Teilnehmer- habe ich festgemacht, mich ab Montag jeden Tag mit ihm zu treffen- eine Stunde Englisch für ihn und dann eine Stunde Spanisch für mich. Mal sehen obs was wird.
Der etwas andere Gottesdienst
Einige Kursteilnehmer des English-Villagekurses die auch das ganze Jahr hier sein werden haben sich Sonntag spontan zu nem Campus-GD zusammengefunden. Wir waren 6 Männer und es war sehr interessant. Wir begannen mit einer langen Zeit des Liedersingens. Die Art der Lieder hat etwas von den CVJM Aufbruchsstimmungslieder der 60ger. „Wir bleiben im Weg des Herrn“ oder „Wie kann man den Herrn nicht lieben?“. Natürlich alles auf spanisch und natürlich alles Lieder die ich nicht kenne. Aufgelockert wurde das ganze von sehr langen Gebeten oder geredeten motivierenden Übergangsreden. Einer teilte dann frei das Wort mit uns und dann kam der Aufruf ob noch ein anderer etwas beizutragen hat. Und so hörten wir von ingesamt 3n etwas. Einer begann mit einer Geschichte und kam dann zum Epheserbrief 4- Demut, Langmut und Sanftmut. Eigentlich find ich nen GD wo sich alle beteiligen gut. Jeder hat ein lied, einen Spruch ein Gebet oder so. Was ich nicht bedacht habe ist, dass auch jeder Zeit braucht. So kann das schnell zu 2-3 Stunden ausarten und das nicht in tiefer Anbetungszeit sondern mit eine paar Singe-Lieder und zig Sprechern. Will ich das wirklich? Ich merke wie lutherisch ich da doch geprägt bin- eine Predigt kann über alles gehen, nur nicht über 20 Minuten. Da bin ich wohl schon ganz schön engstirnig geworden? Vielleicht ist der grund aber auch, dass ich mich so konzentrieren muss und oftmals den Kern nicht verstehe.
Die Geschichte die erzählt wurde, verstand ich gut ausser 2 Wörtern. Schade, dass es die Hauptwörter waren um die esging. Was mir gefehlt hat, war persönliches Gebet aber das mag daran liegen dass wir uns kaum kennen und da die Freiheit noch nicht ist. Dafür gabs langes allgemeines Gebet für Familie, Umfeld, unser Zusammenleben. Es wird interessant dieses Jahr. Jeder bringt seine Kultur mit, hier sind Bolivianer, Peruaner. Ich merke zB wie mich dieses tränengtränkte Art zu beten (ohne wirklich eine Träne im Knopfloch zu haben) ärgert. Aber die haben dass so drin wie es bei uns die typisch pastoral-langweilige Predigtsprache ist. Ich muss mich hier wirklich umstellen…





