August 29, 2011

Bye Bye Kairos, bienvenidos Mar del Plata

Filed under: Argentinien,marco schnell,Praktikum — Tags: , , — Marco @ 8:04 PM
Tiefgehende Augenblicke auf der Insel

Tiefgehende Augenblicke auf der Insel

Und schon sind meine 2 1/2 Monate im Centro Kairós wieder rum. Wir hatten ein paar gute Auswertungsgespräche mit Elisa und Pedro, die letzten Tage und ich konnte nochmal erklären welche Punkte mich dazu bewegt haben, nicht zu Kairós zurückzukehren.
Ich nahm auch Abschied von “meinem” mir sehr ans Herz gewachsenen Hauskreis, zu dem am Ende noch eine Österreicherin und eine Deutsche gefunden hatten. Wir Ausländer waren damit in der Überzahl.Auch wenn eine Abschiedsfeier von Kairos ausblieb, wurde ich doch mit einem Gebet vom Hauskreis und am Samstag auch von “meinen Inselkindern” verabschiedet.

Glaubensfragen
Die Zeit in Kairos war für mich glaubensmässig ziemlich turbulent. Da ich Zeit hatte viel zu lesen, was man so “glaubenskritische” Literatur kennt, sind in mir viele Fragen aufgekommen, die ich noch am ordnen, geschweige denn am beantworten bin. Ich weiss nicht wohin mich diese neuen Einsichten bringen werden, aber ich wünsche mir, dass ich in diesem ganzen Prozess mir und euch ehrlich gegenüber sein kann, was diese inneren Fragen angehen.

Mar del Plata

Ver mapa más grande
Seit gestern bin ich nun hier bei der Familie Alaguibe, für eine Woche. Diese Familie möchte hier mit einer weiteren befreundeten Familie gemeinschaftliches Leben beginnen und darin auch junge Menschen aufnehmen, mit ihnen Leben und GLauben teilen und sie ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten. Diese Gedanken stehen mir sehr nahe und so ist der Sinn vom ganzen (abgesehen von ein paar Tagen Meer geniessen- im Winter)herauszufinden, ob hier mein zukünftiger Platz sein kann.

Kindertagsgeschenkverteilung und Abschied von den Inselkids

Italienische Annekdoten

Abends gings zu dem Nachbarn, der seinen 65. feierte, zusammen mit seinen 7 Geschwistern, alle samt reine Italiener. Sie sprechen ja nicht einfach laut, sie lachen sprechend und erzählen schallend die Geschichten vom Krieg die sie wahrscheinlich schon 100 mal erzählt und gehört haben, die Frauen für immer heiser wohl wegen des Lebens langen Brüllens. Sie korrigieren einer den anderen und streiten dann darüber, wer wessen Schuhe vor 60 Jahren kaputt gemacht hat und wer wessen Spielzeug zertreten hat, und dass sie immer noch darunter leiden und gelangen an keinen Punkt und am Ende hören sie ganz woanders auf, und es ist eigentlich auch egal, denn schon kommen Schaschlikspiesse herein, und die können auch noch mal aufgewärmt werden, Schätzchen, und die Empanadas auch und es sind auch noch mehr da, Herzchen, wenn ich wollte. Und dann kommt auch schon die Torte rein, eine riesige, Erdbeehr-Sahnecremetorte, aber das ist ja noch gar nicht die Geburtstagstorte, nein, denn die kommt auch noch, nachdem jeder seinen Sekt eingeschenkt bekommen hat und zwei mal Happy Birthday gesungen wurde. Sie ist eine Schokocreme-Rum-Nusstorte mit noch mehr Sahne und das um 23 Uhr. Und es ist wirklich kein Problem auch jetzt noch die Schaschlikspiesse aufzuwärmen.

August 23, 2011

Theorie der integralen Mission und praktische Inselerlebnisse

"KIndertag" mit der ganzen Familie- Inselkinder zu Besuch in der La Lucila-Gemeinde

Am Sonntag wurde der Kindertag gross in der La Lucila Gemeinde gefeiert. Besonderer Gast waren unsere Inselkids die dafür extra den weiten Weg auf sich nahmen.
Am vorhergehenden Samsta hatte ich wohl meinen letzten Inseleinsatz und wie immer im Anschluss beim gemeinsamen Abwasch kam ich mit dem Leiterehepaar Galerza auf ein Thema zu sprechen. Diesmal: die praktische Umsetzbarkeit von „Mision Integral“ .(=ganzheitliche Mission- Sie hat das Ziel missionarische Arbeit mit sozialer Verantwortlichkeit zu paaren). Die Idee ist, sich in das Leben der jeweiligen Gemeinschaft (Familie, Dorf, Viertel, Stadt) so zu integrieren, dass sie die Menschen nicht nur theologisch oder geistlich erreichen sondern ganzheitlich. Das ist sehr zu begrüssen, aber es stellt sich die Frage: Bis zu welchem Punkt geht diese Integration? Was ist möglich und was nötig?
Sie sind sehr kritisch ggü. der ganzer Theorie, und nicht weil sie nicht gut wäre, sondern weil viele Theologen sie nie lebten und daher auch die Grenzen ihrer Umsetzbarkeit nicht kennnenlernten, wobei sie mit ihrer Inselarbeit direkt an der Quelle sind.

Jesus ruft:Lasset die Kindlein zu mir kommen! Und sie kamen...

Sie haben z.B. erlebt, dass die Kontextualisierung eines Missionars in sein neues Umfeld nur bis zu einem bestimmten Punkt gehen kann. Die Shannons (meine Gastfamilie hier) haben 12 Jahre lang in einem Armenviertel gewohnt, bis sie von den der Gemeinde „gebeten“ wurden, aus Sicherheitsgründen von dort wegzugehen. Der Grund war: sie wurden ständig ausgeraubt und zwar von den selben Menschen, denen sie halfen, denn diese wussten, dass sie etwas besser lebten als sie und anscheinend war ihnen die Anpassung ihres Mitlebens im selben armen Viertel nicht genug, die Leute davon zu überzeugen, sie seien einer von ihnen. So wurden sie, die immer noch zu reichen, immer wieder zu Überfallzielen und das war irgendwann auch für ihre 4 Kinder unzumutbar. Anscheinend gibt es Grenzen der Anpassung?

"Pancho" wollte doch mal so gerne während des Gottesdienstes Klavier spielen

Die Galerzas haben dagegen auf der Insel haben nach 8 Jahren kontinuierlicher Arbeit, Beziehungsbau und vor einigen Jahren sogar dortigem Zweithausbau (bei dem die halbe Insel half) ein gutes Vertrauensverhältnis erreicht. Die Kinder und ihre Eltern haben Vertrauen zu ihnen, sie rufen sie sogar an, wenn sie nicht auf der Insel sind und bitten sie um Rat oder Hilfe, aber es geht nur bis zu einem gewissen Punkt. Die Galerzas würden sich selber nie als Insulaner bezeichnen und würden so auch nie von den Insulanern betituliert werden. Warum? Weil sie im Gegensatz zu den wahren Insulanern jederzeit die Insel verlassen können, wenn es regnet, Überschwemmungen gibt oder zu kalt ist. Sie selber nicht. Sie sind darauf gefangen. Selbst wenn dei Galerzas ihr Haus auf dem Festland verkaufen würden, würde das auch nicht als Opfer genügen um endlich GANZ von den Insulanern als einer der ihrigen anerkannt zu werden.

Abendmahl für Klein und Gross

Aber genau das versucht die Mision integral zu vermitteln: Man muss mit den Menschen auf ihrem Niveau in ihrem Umfeld leben, sich ganz mit ihnen identifizieren um Teil von ihnen zu sein. Doch das funktioniert nicht. Ein Grund ist der Obige. Ein weiterer ist der persönliche Standard. Die Galerzas brachten z.B. von Anfang an ihr eigenes Trinkwasser mit, denn das Flusswasser das die Insulaner zum trinken, baden und Kochen verwenden (und was schon 4000 km Weg aus Parana hinter sich gebracht hat und in entsprechender Kondition ist) würde sie krank machen, sie würden nicht mehr ihrer Arbeit und der Arbeit auf der Insel nachgehen können. Und wofür? Bloss um zu zeigen, dass „sie nicht besser leben wollen als die armen Armen,um sich mit ihnen zu identfizieren?“ Das ist wohl eine sehr naive und kurzfristige Denkweise.

Das Ziel kann also nicht sein, auf das Niveau der „Armen“ hinabzusteigen, (dafür sehe ich auch keinen Verweis im Leben Jesu), sondern den „Armen“ auf ein höheres Lebensniveau herauf zu helfen mit Hilfe von allem was dafür möglich ist: Schulungen, Training, Familienhilfe, Gesundheitscheck und Medikamentverschaffung, viel Lebensnahe Vermittlung von Werten und Standarten so zB auch beim Essen und natürlich ihnen Jesus näher zu bringen durch Tat UND Wort (letzteres fällt bei der Mision intergral manchmal etwas unter den Tisch). Durch die samstägliche Mittagausgabe, haben die Eltern über die Jahre gelernt, dass den Kindern eine Kost aus Weissbrot und Nudeln nicht gut tut und dass es nötig ist, Chlor ins Wasser zu schütten, damit sie nicht dauern krank werden (so sie die finanziellen Mittel dazu haben). Aber auch Persönlichkeitsentwicklung ist da mit eingeschlossen, den Wert von persönlichem Eigentum zu verstehen zum Beispiel, denn die Kinder kennen das nicht. Was sie zum Spielen haben, gehört auch den Geschwistern. Was sich nach einer tollen sozialistischen Gesellschaftform anhört führt aber dazu, dass sie pers. Eigentum weder schützen noch würdigen lernen, denn natürlich nutzen sie sofort die Gelegenheit und liessen die Spielzeuge der Gemeinde am Anfang mitgehen, wenn sich die Möglichkeit bietet und vorausgesetzt sie kommen ungeschoren davon.
Und so war einer der ersten Schritte jedem einzelnen sein Plasitkgeschirr bereitzuhalten, der in seiner Tüte in der Gemeinde auf ihn wartet. Oder auch, dass sie Spielzeug, womit sie in der Gemeinde spielen eben nicht heimlich mit nach Hause nehmen, denn sonst hat beim nächsten Mal ihr Geschwisterchen oder Freund nichts zum Spielen. Also gleichzeitig auf gute Weise teilen zu lernen, aber auch Abgrenzung zu zeigen: „das ist dein Geschirr, das nimmt kein anderer“- dadurch wird dem Einzelnen Wertschätzung und Würde verliehen.
Eigentlich geht die Vision des Pastorenehepaars aber noch weiter. Gewöhnlich sind die Kinder,bes. die Jungs ab 13 Jahren nicht mehr zu sehen. Sie heuern auf den Besucherfähren an, um zum Familienunterhalt beizutragen (bei 6-10 Kindern pro Familie bitter nötig) und so lassen sie auch die Schule hinter sich. Die Idee ist nun langfristig eine Kombination aus einem Trainingszentrum für praktische Berufe und Bibelschule aufzubauen, was dann das Einzugsgebiet aller umliegenden Inseln haben soll. Das finde ich eine geniale und wirklich integrale Idee, denn es zeigt eine das ganze Leben umfassende Vision, von den Eltern, zu den Kleinkindern und Kindern, zu den Teens, die wiederum schnell Eltern werden.

Und am Ende richtig reinhauen.

Was ich besonders an ihrer Arbeit bewundere aber ist, dass vorgeben, dass diese Arbeit die einzig wahre ist, und das andere Bevölkerungsgruppen, weniger wichtig für eine integrale Missionarbeit wären. Leider gibt es Strömungen der Mision Integral, die sagen, dass alles was nicht Arbeit mit Armen ist, keine Mission ist. Das finde ich sehr kurz gegriffen, denn Jesus ging sowohl zum reichen Zöllner, als auch zur Prosituierten und zur Ehebrecherin am Brunnen.Die Kranken brauchen den Arzt, nicht die Gesunden” (Mat.9,12). Und die finden sich in jeder Bevölkerungsschicht.

August 18, 2011

Die Entscheidung ist gefallen!

Ich werde nicht zu Kairos zurückkehren!

In den letzten 2 Minuten unseres allwöchentlichen Teamgesprächs mit Elisa und Pedro konnte ich ihnen gestern endlich meine Entscheidung, die ich die ganzen letzten zwei Monate bewegt hatte, mich selbst und andere  be- und hinterfragte, beobachtete und Schlüsse zog, präsentieren.

Eine neue Jauchegrube- damit wir keine Exkremente mehr im Überfluss haben

Ich merkte, wie geschockt sie waren und Pedro sagte mir später dass er es nicht erwartet hätte und schon traurig war. Elisa fragte ob ich ihnen später die Gründe genauer sagen kann und ich bejahte. Aber später am Nachmittag hatte sie keine Zeit und heute war sie im anderen Büro, also frage ich mich wie interessiert sie wirklich ist?
Ich erzählte ihnen auch, dass ich, nachdem ich diese Entscheidung innerlich wohl schon letzte Woche getroffen hatte, eine riesige Freiheit spührte, als wenn die Lasten und der Druck der letzten zwei Monate einfach abgefallen sind. Ich glaube darin eine Bestätigung von Gott zu sehen, dass es die richtige Entscheidung war. Ich geniesse jetzt plötzlich meine Alltägliche Arbeit hier viel mehr und freue mich darauf. Vielen Dank an alle an dieser Stelle die mit gebetet, mit nach gedacht und mich beraten haben. Das hat mir sehr geholfen eine eher objektive Entscheidung zu treffen.

Pedro steht bis zum Hals in der Erde

Die Gründe fúr meine Entscheidung in einem Wort zusammengefasst wäre wohl dieses: Unterschiede. Aber diese in allen Bereichen. Wir haben sehr unterschiedliche theologische, organisatorische und arbeitsschwerpunktmässige Ansichten. Die Vision von Kairos und die ganze Konstruktion die es ja schon seit 30 Jahren durch die Fundacion Kairos gibt hängt wie ein Damoklesschwert oder auch ein Bleigewicht über dem jungen Pflänzchens des Zusammenlebens was sich gerade erst entfalten will. Für mich war das sehr schwer zusammen zu bringen. Unsere Persönlichkeiten sind, um es vorsichtig auszudrûcken diametral entgegengesetzt. Und das ist für den kern einer neuen Gemeinschaft nicht hilfreich. Und zu guter Letzt driften wir auch im Bezug auf die Arbeit mit den jungen Freiwilligen sehr auseinander. Kairos sucht junge Menschen die die Arbeit von Kairos unterstützen, ich möchte gerne Freiraum für sie schaffen in denen sie sich entfalten und entdecken können und sie dabei begleiten.

Mit dem Küchenteam die Suppe auslöffeln die wir vorher gekocht haben

Falls du noch Fragen zu meiner Entscheidung hast oder mehr wissen willst, hinterlasse mir einfach eine Nachricht.

Parallel hatte ich schon mit Pablo, Analia und Esteban vom „Casa Ciruelo (Pflaumenbaumhaus)“ in Mar del Plata gemailt, mit denen wir vor 1 Monat von Kairos aus eine gemeinsame Reflektionswoche zum Thema Gemeinschaft hatten, ob sie sich ein Zusammenleben und -arbeiten mit mir vorstellen können. Eine schriftliche Präsentation ihrer Ziele und Wünsche als Kommunität deckt sich mit meinen fast zu 100%. So war ich feuer und flamme sie,bevor ich nach Cordoba zurückkehre, zu besuchen. Sie waren darüber sehr erfreut und stimmten zu. Die erste Septemberwoche werde ich also nach Mar del Plata fahren, um sie noch etwas näher kennenzuelernen und sie mich. Elisa hat auch schon zusgestimmt und viel mehr kann ich in Kairos sowieso nicht machen.

Einer meiner letzten guten Taten hier, abgesehen von ein paar Textübersetzungen in den letzten Tagen, war eine Kloakengrube auszuheben. Eine mal zur Abwechslung “sehr dringende” Aufgabe.

August 17, 2011

Eine Seefahrt die wird schmutzig

Filed under: Argentinien,Buenos Aires,marco schnell,Praktikum — Tags: , , , — Marco @ 1:43 AM
Schönes Haus, vom Wasser aus, nur blöd wenn man davor liegen bleibt

Schönes Haus, vom Wasser aus, nur blöd wenn man davor liegen bleibt

Wie üblich gings vergangenen Samstag zur Kinderstunde auf eine Tigre-Insel. Aber nach 5 Minuten nach dem Ablegen ging der Motor aus und sprang auch nicht wieder an. Wir warteten einige Minuten bis ein zweites Boot an uns andockte und abschleppte bis in den sicheren Hafen, wo uns dann ein drittes Boot übernahm.

Endlich an unserm Steg angekommen, lag da schon ein Versorgungsbot, der den hiesigen Kiosk auffüllt

Alles kein Drama, aber wenn man mitten auf dem Tigre stehen bleibt ist das ein komisches Gefühl. Manche hatten schon Angst das Wasser eindringt und wir sinken. Nicht sehr wahrscheinlich bei einem Motorschaden aber mir wurde schlagartig bewusst,wir sind auf dem Wasser und da kann man nicht mal eben Aussteigen ohne nass zu werden.“ Mitten im Winter eine ziemlich frische Idee. Aber Gott sei dank war das nicht nötig, wir kamen nur etwa eine halbe Stunde später auf der Insel an.

August 3, 2011

Kleine Gruppe, Tecnopolis und so manche Eigenart

Kleingruppe mit Pfiff
Am Donnerstagabend wollte iche eigentlich zusammen mit Pedro zu seiner Kleingruppe gehen, die ca 2 Fahrtstunden entfernt liegt (eine übliche Buenos Aires Distanz), aber er musste wegen Abendessenzubereitens bei kairos bleiben. So fuhr ich mit Nico und Pati.In der Gruppe waren alle im Studentenalter und kennen sich seit Jahren. Alle Mittelklasseschicht und darüber in sehr schönen Haus und Ambiente. Wir schlossen eine Buchbesprechung ab mit den Themen Schuld und Schuldgefühle und wie wir sie handhaben, basierend auf einem Buch das 3 theologische Blickwinkel anbot: das griech. Model, das röm. und ein franz. Was griech einflüsse hat.Krass zu sehen wie wir diese verschiedenen Denkströme heute in unseren Glauben einbeziehen. Aber alle Teilnehmer waren auch kritisch und stellten einiges in Frage.
In allem eine tolle Truppe. Ausgeglichen, kritisch, ehrlich, witzig-locker und trotzem rechtzeitig ernst. Sei waren alle mal in der Lucilla-Gemeinde gewesen, aber haben sich, als es die Spaltung gab, verabschiedet. Als Freunde treffen sich trotzdem auch um auszuloten, was denn nun ihren Glauben ausmacht. Natürlich sind sie Kairos-geprágt aber nicht engstirning. War sehr erholsam mal auf andere Typen Gláubige zu treffen und die Freiheit zu haben mitdiskutieren zu können.

Mitten auf der Strasse vor dem Obelisken

30.7. Ausflug mit den Teens
Um mal raus zu kommen und vielleicht um mir endlich mal ein bisschen was von Buenos Aires zu zeigen, gings abends mit den Teens auf die Hauptbummelstrasse im Zentrum (ca.1 Stunde Autofahrt von Kairos aus).- die Avenida Florída. Normalerweise ist die auch abends brechend voll aber heute war der erste abend mit Fast-Minusgraden und so hatten um 21 Uhr alle Geschäfte schon geschlossen und kein Schwein war auf der Strasse, ausser ein paar Teens (unseren), die mit den Zähnen klapperten. So Lustwandeldeten wir die lange Strasse auf und ab, trafen hier und dort doch noch auf etwas leben und nutzten die Zeit für etwas Sinnvolles- Fotos schiessen. Genau.

Spiegeleffekt

Aber irgendwann stellt sich auch bei diesem Spassgewitter Hunger ein und so suchten wir ½ Stunde lange eine angebliche „eat all“ Pizzeria für ganz billig ohne sie zu finden. Am Ende gingen wir dann in eine günstige aber völlig überlaufene Pizzaria die Riesenpizzen verkaufte. Das wussten wir nich und assen wir zu Zehnt nur 3 Pizzen und behielten eine übrig. Auf dem Heimweg wurde Pedro dann von einem Krimskramsverkäufer auf der Strasse angesprochen, ob er ihm nicht was abgeben wollte. Und weil Pedro ein unkontrollierbar grosses Herz hat, gab er ihm gleich die ganze Riesenpizza, die wir übrig hatten. Das glich hoffentlich den Alkoholspiegel von ihm und seinem Freund etwas aus. Und so kamen wir gut durchgefrohren aber glücklich gegen Mitternacht wieder bei Kairos an.

Willkommen zu Tecnópolis


Tecnopolis:

Kulturelle Eigenarten
Der Sonntagnachmittag ist Zeit für die Familie, d.h. entweder sind alle zu Hause essen lange und gut Mittag und dann bleiben alle mehr oder weniger Zusammen oder man “geht aus”. Zusammen versteht sich. Wir waren diesmal mit meiner Gastfamilie, den Shannons bei ihren Freunden ihren Freunden den Constantinis zum Mittag eingeladen- insgesamt ca. 10 Leute. Doch was können wir nach dem Essen tun (gegen 17 Uhr)??

Am Kühlschrank spazieren gehen

Einige wollten zu Tecnopolis- einer Technikausstellung- und andere wollten einfach spazieren gehen. Als aller erstes geht man in Buenos Aires nicht einfach spazieren, sondern man fährt zum Ort des Spazierengehens, nämlich an die Küste. Wir wollten uns dort in einen kleinen Park, der leider wegen Überschwemmung geschlossen war, anschauen. Man hätte daraufhin einfach so an der Küste entlang wandern können aber da zeigt sich der gemeine Argentinier doch als wenig laufwillig. So fuhren die Spazierengehenwoller nache einiger Diskussion nach Hause und wir fuhren nach Tecnopolis.

Mensch und Maschine

„Argentinien wächst auf allen Gebieten und die Regierung macht es einfach toll“-so empfand ich die Botschaft einer gross aufgemachten Technik-Expo am vergangenen Sonntag. Es war alles zu finden, was es zu Technik, Wissenschaft und Entwicklung gestern, heute und ein bisschen Morgen zu sagen gibt. Auch gabs viele Shows und Konzerteinlagen, vor denen man in winterlicher Kälte draussen auch mal eine ½ Stunde wartete, die aber schon ein Hingucker wert waren z. B die „fuerza bruta“- brutale Kraft-, eine Mischung aus Theater, Tanz, Musik, Feuer, lichtspielen und Publikum mit einbeziehen. Ein Erlebnis dass die ersten 4 Wochen (für das gemeine Volk) kostenlos (und daher überlaufen) ist.Danach muss man den Eintritt bezahlen. Wer da erst kommt, ist selber schuld (oder etwas bessseres).

Tenocoplis en Buenos Aires from margiano cansado on Vimeo.