July 28, 2011

WE entgegen den Erwartungen

Eigentlich war am vergangenen WE geplant über die Gründung von einer Kommunität am Bsp. von Kairos und Casa del ciruelo (eine Gemeinschaft in Gründung in Mar del Plata) zu reden. Am Ende gaben wir (von Kairos) in der Mehrzahl nur gute Dinge zu bedenken und kluge Ratschläge und stellten Fragen, die sie sich vielleicht noch nicht gestellt hatten. Ich wartete immer darauf, dass wir auch eigene Karten oder Erwartungen auf den Tisch legen,aber daraus wurde nichts. Dadurch, dass wir ständig Gruppengespräche hatten und auch in der Pause alle zusammen hingen, konnte ich auch keine dollen persönlichen Gespräche mit den „ciruellos“ führen.

Draufsicht auf den breiten Strand von Mar del Plata-Des Argentiniers liebstes Urlaubsziel

Aber mir gefiel, dass diese nicht so festgelegt sind, alle recht ruhig vom Temperament her und eine Vision haben, ähnlich wie die von Kairos, vielleicht nicht ganz so rigoros. Kairos als Siftung hat eine festen Schwerpunkt in all ihrer Arbeit den Armen und Unterdrückten zu dienen und gegen die Ungerechtigkeit dieser Welt zu kämpfen. Das ist an sich sehr lobenswert, aber mein Problem damit ist, dass sie diese Vision wohl auch 1:1 für das Gemeinschaftsleben übernehmen wollen. Auch steht noch die Frage wo und wie sich die “KAiros Gemeinschaft” in die Orga-Struktur von der Stiftung ein-oder unterordnet. Das hiesse, nicht die Freiwilligen, die jungen Leute, die für ein oder mehre Jahre ständen im Mittelpunkt, sondern sie würden als Arbeitskraft gesehen, die die Kairosziele voranbringen. Ich weiss nicht, ob mir das so gut gefällt, denn dieser Fokus wäre ganz anders.

Diskussionsforum

Diskussionsforum am Küchentisch

Die beiden Familien dort, haben zusammen 6 Kleinkinder, davon ein Mongolides. Dazu kommen noch 2-3 Teeniemädels die halb verwandt, halb adoptiert sind und irgendwie mitwohnen. Das ist schon ein spannender Haufen und kann wohl ganz schön an den Nerven ziehen, wenn ich mir das jeden Tag vorstelle.
Zusammen haben sie gerade ein Hostel gekauft und wollen dort christliche Studenten ansiedeln, die am Gemeinschaftsleben Interesse haben und auch an Jüngerschaft. Vielleicht wollen sie auch Ausländer als Freiwillige miteinbeziehen. Hört sich für mich überzeugender und offener an als Kairos.

Wohnzimmer wird zum Debatierzimmer

Am Samstag gab ein richtiges ökumenischen Haustreffen, sie luden ca 30 Leute aus verschiedensten Gemeinden ein, denn Rene Padilla (von Kairos) sprach zum Thema “Salz und Licht” sein. Beeindruckend wie reich und harmonisch das meiste Gespräch ablief, auch wenn es in Einzelteilen zu starken, guten Diskussionen kam

Skyline von Mardel am Abend- Könnte auch Rostock sein...

Schade war, das es nicht mal Zeit gab “Mardel” (wie sie es selber nennen) kennenzulernen. Wir hatten lediglich Zeit einmal am Strand spazieren zu gehen und einen abend kurz in die Innenstadt.

Danke trotzdem an alle die mitgebetet und dran gedacht haben. Es war in allem doch ein sehr erweiterndes Wochenende und sei es nur um sich klar zu werden was mit der Gründung einer Gemeinschaft so alles zusammenhängt.

July 20, 2011

Spannendes Gemeinschaftswochenende steht an!

Filed under: Argentinien,Buenos Aires,Centro Kairós,Persönliches — Marco @ 3:47 PM

Die nächsten 5 Tage bin ich mit den Leuten von Kairos, die hier in Buenos Aires eine Gemeinschaft gründen wollen und einigen weiteren in Mar del Plata zu einer Retrait.
Das Ziel ist, dass wir uns klar werden, was wir zusammen wollen und wie wir Gemeinschaft leben können, was die unterschiedlichen Erwartungen sind und wie wir ihnen zusammen begegnen können.
Diese Tage werden wohl ein Schlüsselerlebnis auch für meine Entscheidung, ob ich vielleicht ab nächstem Jahr Teil dieser neuen Gemeinschaft werden kann und will.
Bitte betet dafür dass dieses ganze verLängerte Wochenende unter Gottes Führung und Klarheit steht.
Ich halte euch auf dem Laufenden was danach heraus gekommen ist.

July 17, 2011

Neuversuch

Filed under: marco schnell,Persönliches — Tags: — Marco @ 12:23 AM

Ganz NEU und gerade mal zum ausprobieren, eine Kombi aus Facebook (was ich ja gekündigt habe), twitter (was ich nie hatte) und einem Blog (den ich gerade schreibe) und heisst TUMBLR. Komisch?
So siehts aus: Argentinisches Leben Blog
Die Idee ist eigentlich meine Webseite durch Verknüpfung weiter zu verbreiten. haltet ihr das für notwendig/sinnvoll/nervend?

Bitte um Kommentare. Thänks.

July 14, 2011

Future of Food

Filed under: marco schnell — Tags: , , — Marco @ 11:07 PM

Heute mal ein interessanes Video darüber wo unsere Essensproduktion sich hin entwickelt

July 11, 2011

Inselwahrheiten

Filed under: Argentinien,Buenos Aires,marco schnell,Praktikum — Tags: , , , — Marco @ 9:48 PM

Diesmal fuhr ich mit Keyla, Elisas Tochter am Samstag zur Insel zum gewohnten Kindervormittag. Auch Nicolas der Franzose und Pati waren wieder dabei. Dadurch war alles entspannter und die Arbeit verteilte sich auf viele. Auch waren es nur 20 Kids.

Der einzige Spielplatz auf der Insel- vor dem Gemeindehaus

Ich musste nochmal gesprächsmässig an vergangene Woche angknüpfen: Der Pastor verbrannte hinterm Haus allen unseren produzierten Müll inkl. Plastiktüte. Das stiess mir so auf, dass ich sie damit immer noch stichelte, und sie fragte warum sie zumindest ihren mitgebrachten Müll nicht wieder mitnehmen und dann am Festland in die Tonne hauen. Die blasphemische Antwort: „Nur damit sie dann die Stadtentsorgung auf riesige Müllberge schmeisst und dann dort verbrennt?“ Leider haben sie recht, denn Recycling oder Mülltrennung gibts hier kaum, so wie bei uns. Apropos bei uns: Wissen wir eigentlich mit genauer Sicherheit wo unser so gut getrennter Müll hinwandert und was von unseren so treu gesammelten Flaschen wirklich recyclet wird? Wär mal eine Untersuchung wert…

Kirchgebäude auf Stelzen

Anschliessend erklärte mir das Pastorenehepaar etwas über die Prioritäten ihrer Inselarbeit. Als sie vor 7 Jahren diese Arbeit anfingen, waren die meisten bewohnten Grundstücke eine Müllhalde. Die Leute brachten zwar die Artikel auf die Insel oder kauften sie hier aber es gab kein Entsorgungssystem. Also stapelte sich der Müll, die Ratten nahmen überhand, es gab Infektionen, Kinder wurden krank. So erklärten sie den Eltern, wenigstens den Müll zu verbrennen, um ihn klein zu halten. Dadurch sind die Grundstücke heute müllfrei. Auch initierten sie mit ein paar Männern der Gemeinde und den Kids auf der Insel Müllsammelaktionen. Besonders Dosen, Flaschen lassen sich wieder verkaufen. Das Problem ist, wie diese riesigen Müllmengen erstmal ans Festland kommen sollen. Das geht nur, wenn man ein grosses Team hat, denn die Kids kommen nicht von der Insel runter, weil die Überfahrt zu teuer ist. Erst seit kurzem kommt einmal pro Woche ein „Müllboot“ vorbei.

Sogar der Ofen wird zum Hochofen, wegen dem häufigen Hoch-Wasser

Ein anderes Problem war die massive Abholzung der Insel. Es kommen grosse Firmen, die geben den Inselbewohnern ein bisschen Geld, damit sie sprrichwörtlich den Ast absägen auf dem sie sitzen. Denn mit jedem gefällten Baum steigt die Chance von überschwemmungen, Erdabtragungen, Verkleinerung der Insel und damit ihres eigenen Lebensraumes. Das Schlimmste: für die Bäume selber bezahlen die Firmen NICHTS. Daher begehrten sie eine Initiative bei Greenpeace. Aber Greenpeace wollte nur wissen wieviel Leute auf der Insel leben- vielleicht 200. So wenige? Dann lohnt es sich nicht. Ende der Unterhaltung. Und bei lokalen Ämtern nachzufragen bringt auch nichts, denn die haben ja die Genehmigungen erteilt. Also sind einem die Hände gebunden. Unglaublich!

"Frisches Wasser" aus dem Fluss direkt auf den Tisch, alles hygienisch abgesichert

Weiter gehts damit, dass sie die Eltern überzeugen wenigstens für die Babys abgekochtes Wasser bzw mit Kohletabletten versetzt (wer soll das bezahlen?) für Pulvermilch zu nehmen und sie nicht in die mit Giftstoffen verseuchten Wasserflaschen zu tun und mit alten behandelten Holzstücken (aus Mangel an Löffeln) umzurühren. Denn die Auswirkungen waren und sind sichtbar: Kinder mit starken Hautproblemen und Allergien. Manche Kinder haben richtige Hautflecken, was auf eine Mischung aus Mangelernährung und schlechtem Wasser zurück zu führen ist. Sie trinken das selbe Wasser, in das sie ihre Toilette fliesst und in dem sie Wasser waschen.

Wegen der Sicherheit der Kinder, sollen Gross- und Portraitaufnahmen vermieden werden

Nachdem ich eine Menge schöner Fotos von glücklichen und traurigen Kindergesichtern geschossen habe sagte mir die Pastorenfrau, dass ich die gleich wieder löschen kann, da sie mit den Eltern ein Abkommen haben, keine Grossaufnahmen von den Kids zuzulassen. Auf meine verdutzte Nachfrage, des Warum denn nicht, meinten sie, die Eltern haben Angst um ihre Kinder, denn der Kinderhandeln mit Kindern von diesen Insel ist ein grosses Geschäft. Soll heissen, Männer kommen ungesehen auf die Insel und rauben sprichtwörtlich die Kinder, um sie zu verkaufen. Da die Eltern dass zu einen zu spät mitbekommen (bei 6-12Kids pro Familie) und zum anderen keine Boote oder ähnliches haben um die Händler zu verfolgen, kommen diese meist ungesehen davon. Und so weckt natürlich jeder Fremde, der nicht schon seit Jahren mitarbeitet erstmal Argwohn. An sowas denkt man natürlich im Traum nicht.

Bei soviel Lebensfreude vergessen die Kids für kurze Zeit ihre schwierigen Lebensumstände

Weitere Themen ihres schon mehr als „integralen Missionsdienstes“ sind Familienplanung, Hausaufgabenhilfe, einmal pro Woche ein gutes, nahrhaftes Essen bereitzustellen, Kindererziehung (Bitte und Danke sagen und Warten, bis man etwas bekommt), Umarmungen gratis, Beibringen wie man mit Spielzeug spielt (viele kennen kein Spielzeug zu Hause), ach ja und von Jesus erzählen sie auch manchmal, ansonsten leben sie ihn einfach.
So verstand ich am Ende, dass in diesem Fall die Verbrennung eines Müllbeutels ein kleineres übel ist.

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