May 26, 2011

Tag der Republik

Filed under: marco schnell,Praktikum — Tags: , , — Marco @ 12:33 AM

…oder auch Nationalfeiertag und für uns frei. Eigentlich wollten wir heute nach Carlos Paz fahren, einer nahegelegenen wunderschönen Stadt. Aber, weil angekündigt wurde, dass die Busse ausfallen (die Stadtverwaltung hatte “vergessen” die Busunternehmen zu vergüten), blieben wir zu Hause, denn ohne Bus kommen wir nirgendwohin.
Später am Tag hörten wir dann, dass doch alle Busse fuhren. Doch da war es schon zu spät für einen Aufbruch. Und so nutzte ich den Tag zum Joggen, endlich mal wieder telefonieren mit einigen Freunden (die Leitung erlaubte es mal) und zum Beantworten aller ausstehenden Emails. Und dann wars auch schon abend.

Centro Kairos von oben, im Norden von Grossraum Buenos Aires liegend


Wo bitte gehts zum Praktikum?

Gestern wurde uns nach langem Warten mitgeteilt wohin es uns die nächsten 3 Monate verschlägt. Mit meinem jetztigen Praktikumskollegen Ramiro gehts nach Buenos Aires ins “Centro Kairos”. Das hatte ich mir gewünscht, denn man will in diesem Jahr mit einem Wohngemeinschaftsprojekt beginnen und sucht Menschen die gleiches auf dem Herzen haben. Die Idee ist, mit einem Kern an Mitwohnenden und Mitarbeitern zu beginnen und jungen Menschen, auch aus anderen Ländern die Möglichkeit zu geben für eine Zeit mitzuleben.

Ein Uruguayer der in der Dominikanischen Republik aufgewachsen ist, mit einem Deutschen in Buenos Aires. Kann das gut gehen?

Sie arbeiten in einem sozialen Projekt und werden von uns begleitet in allen kulturellen und persönlichen Fragen. Da das meiner eigenen Vision,mit der ich nach Argentinien kam sehr nahe kam, merke ich was für ein Geschenk es ist, dass ich über die OJC mit dem Centro Kairos schon im vergangenen Jahr “per Zufall” kennenlernen durfte. So arbeitet Gott durch Menschen und Verbindungen. Bitte betet, dass wir dort genügend Gelegenheit zum gemeinsamen Gespräch, Beten und Durchdenken haben.

Zum Schluss ein nettes Zitat:
“Language is the means of getting an idea from my brain into yours without surgery”
“El lenguaje es la forma de pasar una idea de mi mente a la tuya sin cirugía”

May 14, 2011

Kulturelle An-Stösse

Filed under: Argentinien,EMPI,Persönliches — Tags: — Marco @ 4:59 PM

Kulturelles

Im Unterricht über Kinderevangelisation diese Woche schockierte mich eine Aussage: Wir müssen unseren Willen von Gott brechen lassen. Ist es mein dt. Erbe oder mein Selbstbestimmheitsdrang, der sich dagegen auflehnt? Eigentlich meinte er damit, dass wir nur Gott voll dienen können wenn er unseren Willen bestimmt. Das hört sich schon anders an, meint aber das selbe.

Produkte unserer harten Wochenarbeit "und alles für die Kinder"

Ich glaube, dass es beide Dinge sind: Unser Wille und Gottes Willen müssen zusammen kommen. Er möchte gerne MIT uns arbeiten und wenn wir uns stur stellen, spricht er etwas direkter, bis wir es endlich begreifen und handeln. Aber es kann bis zum Punkt des starren Widerstandes in uns kommen,wo er wirklich etwas brechen muss, damit wir von unserem Ross herabsteigen und wieder zur Besinnung kommen, und sehen wer der HERR im Haus ist. Das ist auch in Ordnung so, aber sicher nicht Gottes erste Massnahme.

Voll in der Arbeit aufgehend

Ein Mitstudentin erklärte mir die Sichtweise vom Willenbrechen auf lateinamerikanischer Grundlage: Die meisten Latinovölker sind seit Entstehung geprägt von starken Männern, die Unterordnung und starren Gehorsam verlangen. Dies hat sich bis in die Gemeinde durchgesetzt, wo der „Patron“ nicht der Lehnsherr oder General ist, sondern der Pastor. So war es bis vor einigen Jahren unvorstellbar, den Pastor zu kritisieren oder in Frage zu stellen, sein Wort kam direkt hinter Gottes Wort und manchmal sogar davor. Und so wurde dieser unbedingte Gehorsam (der bei uns ja einen leicht negativen Anklang hat) auch auf Gott übertragen, dem unbedingt gefolgt werden muss (was gut ist). Leider, und auch das ist kulturell, genügt in meisten Fällen schon die pure Willenserklärung, tiefes Berührtsein oder generelles Zustimmen zum Wort des Pastors (was schlecht ist). Dies sagt aber noch lange nichts aus über die praktische Umsetzung im täglichen Leben aus. Das heisst, es wird lautstark alles bejaht, was der Pastor sagt, aber wenig wird mit nach Hause getragen
.

Am Ende haben wir sogar ein Zertifikat bekommen, jetzt können die Kinderlein kommen.

Das gibt es in D. zwar auch, aber hier wird doch alles viel mehr emotional durchflösst. Z.B. passierte es diese Woche, dass unser Prof. sehr intensiv und emotional für uns betete und einige auch berührt wurden. Doch das reichte nicht. Als Abschluss gibt es „eine Umarmung für alle“, jeder umarmt jeden, damit wir uns auch alle wohlig und kuschelig fühlen. Danach gehts zur Pause und jeder ist wie vorher.

Manchmal muss einem erst ein Fensterladen gegen den Kopf schlagen bevor man etwas Mitleid erhält :)

Eine Sache jedoch schaffte mir Erleichterung in dem immer bangen Gebet: „Bitte Herr leite mich in deinem Willen und meinem Zweifel ob ich ihn auch nicht verpasse.“ Aber wenn ich mir das Leben von Jonas, Petrus oder Paulus anschaue, wo es besonders offensichtlich ist, dann ist Gott immer zum Ziel gekommen mit seinem Plan, ob derjenige wollte oder nicht. Am Ende war Jona in Ninive, Petrus als er jung war, tat was er wollte, am Ende seines Lebens „wird er Wege gehen die er nicht gehen will“ und Paulus wurde vom Heiligen Geist mehrmals abgehalten, bestimmte Reisen zu machen. Also Gott hat seine Wege mit mir und dir und wenn wir mit ihm gehen, leitet er uns schon. Auch auf Wegen die uns nicht so gefallen.

May 4, 2011

Ostern und mehr

Filed under: Argentinien,EMPI,marco schnell,Persönliches,Praktikum — Marco @ 6:31 PM

Alle EMPIaner diese Jahres

Ostersegen

Am Osterwochenende hatten wir den Segen auf unserer Seite. Wir hatten nicht nur frei seit Donnerstag nachmittag, sondern auch noch die Eintrittstickets fuer eine riesige Osterjugendkonferenz mit 8000 Leuten geschenkt zu bekommen. Freitag war fuer mich der Durchbruch. Ich hatte schon vorher den Eindruck, dass Gott mich auf diesem Kongress wollte, weil er mir irgendwas zeigen wollte. Als Danilo Montero (der Latino-Albert Frey) mit seinem Konzert anfing und lediglich Psalme zitierte und ein einfaches Lied anstimmte, schwappten bei mir die Emotionen ueber und ich merkte, dass der ganze Wall der Vorfaelle des letzten Monats noch nicht geklaert waren. Und so merkte ich, wie Gott mir in mitten der Traenen neuen Glauben zum Durchhalten und Ermutigung gab, dass selbst in allem Schweren Gott anzubeten ist und ihm die Ehre gebuehrt. Es zog mich wieder neu zu Gott hin und zeigte mir, wie sehr ich mich von ihm entfernt hatte.

8000 Jugendliche in einer bombastischen Konferenz

Auch lernte ich, dass Gott spricht wann er will: ich dachte immer, ich muss Gott viel Zeit einraeumen, damit er in Ruhe reden kann, zB in der Stillen Zeit. Aber auf dem Kongress, fielen mir  Dinge ein, ich redete mit Gott und er sprach in mein Herz, und alles GLEICHZEITIG. Und manchmal redet er genau dann, wenn ich nicht will oder ueber Dinge, die ich nicht tun will. Das ermutigt mich, zu glauben, dass wenn Gott will, dass ich etwas weiss kann er es mir sagen und wenn er mir nichts sagt, bin ich vielleicht auch grad auf dem richtigen Weg und es gibt nichts zu sagen.

Anbetungsworkshop mit kleinem Mann ganz gross- Danilo Montero

Wochenherausforderung

Dann hatte ich noch als Herausforderung der Woche einen deutschen Artikel (von 30 Seiten!!!) ins Spanische zu uebersetzen, da Marcelo ihn fuer seinen Unterricht brauchte. Nachdem ich mich heftigst widersetzte und ihm sagte in einer Woche mit pro Tag 1-2 Stunden am Abend sei das unmoeglich, lenkte er eine und ich machte “nur” eine 4-seitige Zusammenfassung und einen Vortrag fuer das erste Jahr. Der lief dann auch ganz gut (zumindest fand ich das:)

Erste Lehrversuche auf Spanisch zum Thema Cell-Kirche

Neues Praktikum mit zoegerlichem Einsatz

Mittlerweile kommt auch unser Praktikum ins Laufen. Ich spielte sogar am letzten Sonntag schon mal ein Lied in der Lobpreiszeit mit. Eigentlich sollten wir die Lobpreisband mal fuer ein Wochenende ersetzen damit diese sich ausruhen koennen, aber es scheint sie wollen uns einen Gefallen tun, wenn sie uns auch mal in der Band spielen lassen. Nun, mir tun sie einen, den die Band besteht aus lauter Professionellen und das Epiano ist ein Traum. So geniess ich es.

vorne stehen die Kollektensammler, dahinter die Band und vorne begruesst sich die Gemeinde- alles mitten im GD

Wir helfen auch in einem Kindertreff mit, gehen biblische Geschichte und kleine Aufgaben, die auf die geschichten bezogen sind, durch. Es hat mich schockiert wie niedrig das Bildungsniveau bei einigen Zweitklaesslern ist. Manche koennen noch keine Buchstaben schreiben oder zuordnen. Und nach 1 Stunden Intensivbetreuung waren Ramiro, mein Kollege und ich schon voellig ausgepowert- Weicheier!

Im Anschluss gabs den Teenietreff aber auch der ist gut strukturiert und so sind wird dort auch einfach “dabei”.

Beim Brunnensaubermachen- haben wir etwas uebersehen??

Gesundmacher

Erfreuliches gibts von der Gesundheitsfront zu berichten: Meine Dauermagenschmerzen (seit bald 2 Monaten) mit allen moeglichen Begleiterscheinung scheinen ihre Ursache gefunden zu haben: unser Wasser. Erst musste ich mich wieder neu an das Leitungswasser gewoehnen. Und nun seit 3 Wochen haben wir eigenes Brunnenwasser und da kolabiert jeder Magen (auch der von anderen), aber es soll ja getestet sein. Mein Test mit gekauftem Trinkwasser fiel jedenfalls eindeutig aus: seit dem ich es trinke habe ich keine Beschwerden mehr.

Ein Segensbonbon

Gott kann alle Taten des Teufels in Segen verwandeln. So geschehen bei meinem geklauten Handy und Laptop. Nach 4 Wochen und viel Briefwechsel, bekam ich vor kurzem die Info, dass sie den Schaden uebernehmen und mir die Schadenssumme ueberweisen werden. Halleluja!!!