Die Gemeinde hat einen großen GD-Raum, daneben eine Küche, die wir benutzen dürfen. Das Wasser was wir zum Abwaschen und Duschen verwenden, wird per Pumpe aus einem Brunnen hochgepumpt, ist also nicht zum Trinken geeignet. Unser Trinkwassertank steht vor der Tür und fasst ca. 1000 Liter. Er hält also etwas vor. Schade nur dass der Zuflussdeckel nicht ganz dicht ist und dadurch zumindest theoretisch jede Menge Krabbelkäfer reinfallen können. Bis jetzt hatte ich aber noch keine Fleischbeilage im Wasser. Unser Trinkwasser ist übrigens Regenwasser.
Unsere Dusche hängt auch am Brunnen. Der 20l Duschtank ist aber immer wieder aufzufüllen. Dadurch dass die Dusche mehr pieselt als einen Wasserstrahl gibt, kommt man mit ca 8 Litern zum Duschen aus. Das erfrischt zwar wenig, zumal das Wasser aus dem Vorratstank sich auch tagsüber auf 30-40 Grad aufheizt, aber es säubert.
Wenns dunkel wird, kommen jede Menge riesiger Käfer, Grillen, großen Spinnen (die aber nicht alle giftig sind) und Riesenkröten zum Vorschein. Es findet sich alles ausser Kakerlaken, wofür ich extrem dankbar bin. Dafür haben wir aber immer mal nachts IN unserem Zimmer ein Grillenkonzert. Hinzu kommt eine Extragrosse Grillenart, die Chichara, die eher wie ein Käfer aussieht und ein Geräusch machen, wie eine sich nähernde Propellermaschine im Tiefflug. Sie hört man besonders stark auch Tagsüber wenn der Tag besonders heiß wird. Aber das ist er ohnehin meistens, ob mit oder ohne Grillen. Diese Woche durchstiessen wir die 40 Gradbarriere. Unser Zimmer ist einfach und (meistens) trocken, was man vom Rest der Kirche nach einem ordentlichen Regenguss wie aus Eimern, der meist 2-3 Stunden andauert, nicht sagen kann. Teilweise sind dann die Gänge überschwemmt, weil das Wasser so stark durch die kaum dichthaltende Holzeingangstür reindrückt.
Damit wir nicht Nachts Blut und Wasser schwitzen (denn die 30 Grad halten sich auch nachts konstant als Zimmertemperatur, haben wir einen Riesenventilator gestellt bekommen. Er ist so kräftig, dass er regelmässig Nicos Bettzeug an die Wand wehte, so dass wir nach ein paar Nächten die Ausrichtung etwas korrigierten. Ansonsten haben wir 5 treulose Promenadenmischungen auf dem Hof herumlaufen, von denen sich immer einer im Kircheninneren „verläuft“ weils dort kühler ist. Ein anderer „verläuft“ sich immer in der Küche und zerreisst unseren Müllbeutel, so dass er auf dem ganzen Fussboden verteilt ist. Am Anfang passierte das durchaus pro Tag 3-4 Mal. Wir versuchen jetzt die Küchentür geschlossen zu halten. Im Gegenzug hat er mir heute meine Käsestulle vom Frühstücksteller geklaut als ich kurz in der Küche war. Wir setzen körperliche Züchtung als Hilfsmassnahme ein.
Alle Veranstaltungen beginnen in der Regel gegen 21 Uhr. Zum einen, weil da die meisten fertig gearbeitet haben und zum anderen, weil die größte Tageshitze gewöhnlich abgezogen ist. Gestern war es jedoch so heiß, dass wir während des Leitertrainings sogar draussen unseren Riesenventilator aufstellen mussten um es halbwegs aushalten zu können. Die Leute sind eher zurückhaltend und ruhig aber nach kurzem doch schnell zugänglich. Letzte Woche lud uns einer der Teenies, zu dem ich recht schnell nen Draht bekam zu seiner Familie zum Mittag ein. Sie haben 5 Kinder, die meisten Jugendliche. Viele haben mindestens ein Jahr Schule wiederholt, andere mehrere. Obwohl sie die Möglichkeit haben zu studieren, tun sie sich schwer das auch zu wollen, allgemeine Unlust, easy-life und das sich nicht trennen wollen von der Familie, sind ähnliche Gründe wie bei uns.











