August 13, 2010

Besuch Valparaíso/ Viña del Mar

Ausblick von der Terasse vom Haus des Opas

Rechts im Hintergrund ist der Pazifik

Spontan gab mir am Freitag Gussy die Erlaubnis mit Pauli und ihrer Familie, die sie zum Studium brachten, mit nach Valparaiso zu fahren. Seit ich mal einen Chile Führer gelesen habe, hat mich diese Stadt angezogen und ich habs mir innerlich schon gewünscht die Stadt kennenzulernen
Wir brachen um 5 Uhr morgen auf und kamen nach 6 Stunden Fahrt in Viña del Mar an, der Nachbarstadt. Eine Stadt geht dabei in die andere über, im Prinzip genauso wie hier Coquimbo und La Serena, nur sind die anderen Städte 2 fach so groß. Auch dort ist es so dass eine Stadt eher industriellen Schwerpunkt hat: Valparaiso, wie hier Coquimbo und die andere Stadt den touristischen.
Wir kamen im Haus von Paulis Großeltern unter, beide sehr luschtig und haben ein Haus mit einem traumhaften Blick über das zwar vollgebaute aber trotzdem schöne Tal und im Anschluss daran, aufs Meer. Der Wind ist hier steifer aber dafür ist es auch wärmer.
Bei unserer Ankunft waren es bestimmt 25 Grad.

Typisches englisches Kolonialhaus an nem Abhang in Valparaíso

Nach einem leckeren Asado gingen wir „jungen Leute“ (naja auf den Rest traf es eher zu) die Stadt unsicher machen. Wir fuhren mit den berühmten Ascensores (Aufzügen), die die Ober- mit der Unterstadt verbanden als es noch keinen Busverkehr gab. Von ihrer Masse sind aber nur noch ein paar übrig geblieben, weil es die Stadt zuviel kostet.
So bekamen wir aber die wunderschönen englischen Kolonialhäuser zu sehen, die in allen Farben aufleuchten. Die müssen schon Salvador Allende gefallen haben, der hier geboren wurde. Wir erklommen also die unterschiedlichsten Hügel mit den steilsten Treppen oder voll-gespraytesten Wänden. Der Überseehafen, der der größte in Chile ist, hatte nicht viel reizvolles zu bieten, abegesehen von einem auf halb 8 liegenden Schiff, dass beim letzten großen Sturm zu nahe an die Küste geweht wurde und nun wir klar Schiff gemacht werden muss:)

Die alten Häuser strahlen hier in allen Farben

Sonntag wachte ich mal nicht extrem frierend auf und merkte so, dass Holzhäuser sich morgens schneller aufheizen und nachts nicht so stark auskühlen.
Um halb 12 Begann der GD in einer alten International Church, bei dem einer der Pastoren Ami ist. Der GD wurde wegen Kindertag hier komplett von Kindern gestaltet, was nett war aber nicht gerade umwerfend. Wir sprachen dann noch mit dem Pastor, weil Paulis Vater gerne sie dem Pastor vorgestellt haben wollte, wegen Fürsorge und so. Sie studiert Recht und da trifft es sich gut dass auch in der Gemeinde drei Richter sind und x Jurastudenten. Das kann uns vielleicht auch mal helfen als Gemeinde hier, Anwälte kann man immer gebrauchen.
Wir fuhren dann noch etwas durch Viña und sahen von weitem das Präsidentengehöft und hatten nen Super Ausblick auf die Untere Stadt.

Ein Restaurant in Schiffsform und die Strandpromenade von Viña del Mar

Dann gings noch zum Mittag essen zu den Großeltern, bevor wir uns in strahlendem Sonnenschein auf den Rückweg machten.
Fix und alle kamen wir um kurz vor 0 Uhr in Coquimbo an.

August 4, 2010

Statt Selbstmord, neuer Mut

Filed under: Chile,marco schnell,Persönliches,Praktikum — Tags: , , — Marco @ 10:29 PM

Perepherie von Tierras Blancas

In der letzten Woche bei einem Gebetsspaziergang, hatte ich plötzlich den Eindruck an eine Art Aussichtspunkt am Rande unseres Viertels Tierras Blancas zu gehen. Am Fuße dieses Punktes saß ein Mann mit dem Rücken zu uns, den Miguel kannte. Er hat Alkoholprobleme und wohl auch andere und daher haben sich seine Frau und Tochter von ihm abgewandt. So versuchte er sein Problem in Alkohol zu ertränken.
Wir blieben in einiger Distanz stehen und beteten bis Miguel sagte, „lass uns mit ihm reden“. Nach kurzem Gespräch kamen wir auf Gott und wie er sein Leben ändern könne. Der Mann wusste, dass er Fehler gemacht hatte und nun dafür bezahlte. Wir versuchten ihm von Jesus Vergebung zu erzählen, aber da blockte er plötzlich und meinte, er sei kein schlechter Mensch und glaube eigentlich an Gott, auch wenn die Bibel voller Widersprüche steckt. Gegen Ende des Gespräches hatte ich den Eindruck wir sollten für ihn beten. Ebenso ging es auch Miguel, wie er mir später sagte. Doch bevor er anfangen konnte, erhob sich der Mann und meinte er müsse los.
Wir spührten, dass wir hier nicht gegen Fleisch und Blut kämpften, sondern dass der Mann anderen Kräften ausgesetzt war, also ließen wir ihn ziehen und beteten von ferne, waren aber mehr oder weniger demotiviert, ob seiner Reaktion.

Hier ist Schluss mit Stadtteil und hier fanden wir den Mann

Heute traf ihn Miguel wieder. Der Mann reagierte nun ganz anders. Er bedankte sich zutiefst für das Gespräch vergangene Woche. Denn an diesem Tag hatte er geplant sich zu erhängen. Aufgrund unseres Gespräches fasste er aber wieder neuen Mut.
Das hat mich extrem ermutigt. Zum einen zu wissen: wenn wir uns Gott anvertrauen leitet er uns, manchmal ohne dass wir es merken. Zum zweiten, auf die kleinen inneren Signale und Impulse zu hören, die Gott uns gibt. Ich freue mich sehr, dass uns Gott dieses Geschenk gemacht hat, mal ein bisschen hinter seine Kulissen sehen zu können und zu merken, dass er auf seine Weise wirkt und aus einer Begegnung etwas Gutes machen kann, selbst wenn wir es für misslungen halten.

Das wirtschaftl. Zentrum von Tierras Blancas- der 1km lange Wochenmarkt

Häuser vor unserer Gemeinde- manchmal mit Pferd

August 2, 2010

Woche voller Impressionen- in einem Satz

Kreativer Anbetungsabend

Kreativer Anbetungsabend

Manchmal beeindruckt es mich was so alles in eine Woche passt, ZB:

- GoKart fahren (das heisst 1 1/2 warten um 10 Minuten zu fahren= Fun?)

- Gebetsspaziergang im Ghetto-Viertel von Coquimbo, das um die Gemeinde und dabei “zufällig auf einen halb am Boden zerstörten und leicht betrunkenen Familienvater, den Miguel kannte und wir gerade recht kamen, um ihn etwas aufzubauen und von Jesus zu erzählen. Im entscheidenen Moment “musste” er aber plötzlich schnell los. Wir kämpfen nicht gegen Fleisch und Blut…

- Erleben wie viel schnelle Unterstützung aus Sachgegenständen und praktischer Hilfe es aus der Gemeinde für Macarena gab, dessen Haus letzte Woche abgebrannt war und auch finanzielle Unterstützung konnte dazu beitragen.

Spiele mit Kindern und Jugendlichen im Squattercamp

Video zu diesem bewegenden Erlebnis HIER klicken

- mit Kindern in einem Squattercamp einen Nachmittag verbringen und eine Kleinigkeit zu Essen verteilenk, selber tief bewegt werden und zusammen mit unseren Jugendlichen (die selber aus ärmlichen Verhältnissen stammen) einen Augenöffner dafür zu bekommen, wie gut es uns geht.

- Mit dem inhaltlichen Zusammenbau der Gemeindehomepage zu beginnen, mit einem Pastor der vor Ideen nur so sprüht.

Bandplay mit Zittern und Technikausfall

- Gottes Wirken am “kreativen Anbetungsabend für Jugendliche” mitzuerleben, wobei Gottes Wirken ganz anders verlief als von uns geplant (so weit man Gottes Wirken eben planen kann :)

- in dem Zusammenhang meine erste Band auf Spanisch anzuleiten, nach EINER einzigen 2-Stündigen Probe.

- ein Wanderausflug auf die Spitze einen nahegelegenen Hügel, nach dem Motto: “das christliche Leben ist auch kein Zuckerschlecken”. Sie verstehen uns jetzt besser, aber ob sie das mehr für Gott begeistert hat??

Ersteigung eines (gefühlt) 2 km hohen Berges mit den Teens

- eine Woche ohne den einzigen Gasheizer des Hauses auszukommen, weil kein Geld für eine neue Gasflasche da ist und bei 9 C Zimmertemperatur morgens aufzuwachen (eher: aufzufrieren)

- zu merken, dass es für meine Vision von Jüngerschaftshaus für Jugendliche und Junge Erwachsene JETZT SCHON bedarf hier gibt. Ist das Gottes Art zu reden…?

- vom Pastor nett drauf hin gewiesen zu werden, dass ich “meine Jugendleiter” so bis Ende des Monats fertig zu trainieren habe, dass sie die nächste Generation Leiter selber trainieren können. Wie gut, dass ich einen starken und weisen Gott an meiner Seite habe, der Erfahrung mit so was hat (ich hab sie nämlich nicht)

Fetter, gelangweilter, brauner Seelöwe (im Hintergrund)

Fetter, gelangweilter, brauner Seelöwe (im Hintergrund)

- endlich meine Erfahrungen aus dem Sprachkurs bei CCMT (für alle Sprache anwendbar) von Februar anwenden. Hab zwei Schüler für deutsch und zwei für Englischunterricht, ab… HEUTE.

- zu guter Letzt einen Nachmittags-Schnellerholungsausflug an die Felsen von Coqiumbo zu machen, dort zu picknicken und dort Pelikane und sogar Seelöwen anzutreffen (in sicherer Entfernung)

- … und bei all dem merken, wie ich auf Gottes Hilfe, Weisung, Kraft angewiesen bin, ohne ihn geht GAR NIX.