May 28, 2010

Bicentenario in der Gemeinde in Ton und Bild

Filed under: Argentinien,marco schnell — Tags: , , , — Marco @ 1:50 AM

Live aus meiner Praktikumsgemeinde: Hier werden die Feste feste gefeiert so wie sie fallen. Zum Anlass des 200. Geburtstags von Argentinien gabs landestypische Folklore und Tänze.

May 26, 2010

Bicentenario: 200 Jahre Argentinien!!!

Filed under: Argentinien,Persönliches — Tags: , — Marco @ 12:17 AM

Zur Feier des Tages haben wir heute wieder Strom und Wasser gemeinsam. D.h. Man kann wieder Wäsche waschen, was in den letzten Tagen wegen einem der beiden fehlenden Elemente gescheitert ist. Auch kann man wieder Frühstückessen und wissen was man ist, ebenso wie saubere Teller haben. Dazu noch mit WARMEM Abwaschwasser- eine Prämiere, denn der Boiler ist endlich nach einem Monat repariert
klaro wenn unser Elektroheizer im Zimmer an ist, schwankt das Zimmerlicht immer noch, mal heller mal dunkler, aber damit kann man leben.

Das Mecklenburg Argentiniens im Hintergrund. "da biste platt!"

Tag in den Bergen und Bicentenario-Feier
Zusammen mit Rodolfo und Matthias, zwei Leuten aus der Gemeinde, haben wir den freien Montag genutzt und sind in die Corodbaer Berge gefahren. Es war nicht wegen Pfingsten frei- das wird hier nicht gefeiert, sondern weil Dienstag Nationalfeiertag ist und diesmal sogar der 200-jährige- Bicentenario. Daher Montag UND Dienstag frei
Um halb 12 gings los. Wegen touristenreichem Verkehr brauchten wir 5 Stunden für 200km, so dass wir grad zum Sonnenuntergang ankamen und einen genialen Ausblick auf eine Tiefebene hatten von den der “Chiquita Sierra de Cordoba” aus.

Sierra Chiquita de Cordoba

Der Rückweg war in 4 Stunden geschafft, wo wir gerade noch rechtzeitig zum Festakt auf dem Plaza San Martin mitten in Cordoba ankamen. Inklusive Soldaten-Aufmarsch, Festsalven, Nationalhymnen- und Marschgesang ALLER Gäste und jeder Menge Geschiebe und das ständige Suchen nach einem besseren Beobachtungspunkt.
Gegen 0.30 wurde das ganze dann mit einem bombastischen Feuerwerk abgeschlossen
ich schlief bei Matthias neben einem gigantischen schwarzen Bernadiner. Die beiden wechselten sich des Nachts immer mit Schnarchen ab, so hatte ich wenigstens etwas Abwechslung
Wir sprachen über vieles, zB über die Korruption, die es einem hier anscheinend gar nicht erlaubt „weiss“ zu arbeiten statt schwarz. Dann bliebe den Arbeitern zu wenig Geld zum leben (ein Angestellter verdient ca.1600 Peso- 300 Euro, ein Fabrikarbeiter 3000 Peso) und der Arbeitgeber könnte statt 3 Leuten nur einen Einstellen. Ausserdem unterschlagen manche Angestellte geschätzte 10 % des Umsatzes, indem sie verkaufte Artikel nicht aufschreiben und den Erlös in die eigenen Taschen stecken. Da das Geschäft ja auch schwarz läuft, gibt’s auch keine offiziellen Listen wo man Ein- und Ausgänge nachvollziehen könnte.
Der einzige Weg raus aus diesem System wäre zu sagen, ich vertraue Gott, melde alles an und hoffe auf genügend Einnahmen zum überleben und zur Bez. der Mitarbeiter. Aber dann kommen schon die Behörden und geben dir so viele Auflagen, die zu Erfüllen schon ein Vermögen kostet. Wenn man sie dann erfüllt, fällt ihnen was neues ein. So lange, bis du ihnen endlich „Schweigegeld“ anbietest. Und so schließt sich der Korruptionskreis wieder.

Rückfahrt mit wunderbarem Sonnenuntergang

May 19, 2010

Mein erster Argentinischer Jugendabend y mas

Filed under: Argentinien — Tags: , , , — Marco @ 8:08 PM

Um 19 Uhr am Sonntag kamen wir wieder zurück in der Gemeinde an, wo wir uns bis um 20 Uhr auf den Beginn der Jugendstunde langweilten. Kurz vor 8 kamen dann auch die ersten und Grüppchen bildeten sich (also gar nicht soo anders als in D.) Aber die Lobpreisband übte dann noch eine ¾ Stunde weiter (warum war mir schleierhaft, da es sich später nicht wirklich auszahlte). Um kurz vor 21 Uhr gings dann endlich los. Aber während der folgenden Stunde trudelten dann immer noch ein paar Leute ein.

Der Lobpreis war zum Augenschließen

Das Thema war der Hammer! Ich habs bis heute nicht verstanden. Wir begannen mit einer Umfrage die ziemlich ins Eingemachte ging und uns anonym befragte „wie oft wir im vergangenen Jahr Pornos, Drogen, Alkohol oder Sex konsumiert hätten oder ob wir eifersüchtig/neidisch waren”. Nur hier lagen die Frauen vorne. Denn nachdem wir die Zettel anonym abgegeben hatten, wurden sie wieder anonym ausgeteilt und abgefragt. Ich dachte zuerst es handelt sich um eine statistische Erhebung o.ä.

Beim Ausfüllen DES Fragebogens

Aber der Leiter fasste danach nur zusammen „wir sehen also dass wir hier in der Gemeinde eben nicht aus Heiligen bestehen.“ Nun ja… da hatta recht, dachte ich mir. Als nächstes folgte ein Video von einem Mann der keine Arme und Beine hat und sein Leben mit Gottes Hilfe erstaunlich meistert. Klasse Video mit toller Zusammenfassung „Also wir sehen, dass Gott uns gebrauchen kann, egal ob wir weiss oder schwarz, schlau oder dumm sind.“ Nun ja… auch da … kann man… nichts gegen sagen.
Video 2 zeigte wieder etwas eindringliches was mit dem Resümée beendet wurde „Und der Herr erwählte David, der schön von Gestalt und schlau war. Das bedeutet auch wenn wir uns nicht für die Klügsten halten, hat Gott uns doch einen einzigartigen Ruf gegeben und zwar für jeden persönlich und individuell (was zu beweisen wäre). Und Gott schaut aufs Herz.“ Jap- auch das entbehrt nicht einer gewissen Schlüssigkeit.
Zum Schluss gabs eine Vorstellung berühmter Erfinder und Wissenschaftler (erstaunlich viele Deutsche- wo sind sie heute?) der letzten 300 Jahre, die sich irgendwann offen zu Gott und seiner Schöpferkraft in Bezug auf ihre wissenschaftlichen Entdeckungen geäußert haben – tolle Kommentare, Material alleine für einen ganzen Jugendabend. Aber nach 15 Persönlichkeiten langsame ermüdend. Die Zusammenfassung dessen habe ich nur noch schemenhaft wahrgenommen, weil ich langsam wegdöste. Diese Haltung verstärkte sich noch als eine weitere halbe Stunde von Ankündigungen, Ansagen, Geburtstagsgratulationen und noch ein Lied und noch ein Lied folgte. Kurz vor 23 Uhr waren wir endlich fertig. Ein interessanter erster Jugendabend.

intensive Anbetung

Interessant auch wir der Leiter zum „Alianz-Jugendabend“ mit verschiedenen jungen Gemeinden einlud: „und denkt dran da sind ja auch viele Mädels und Jungs dabei die ihr noch nicht kennt, und es ist doch immer eine schöne Gelegenheit sich etwas „näher kennenzulernen“ :) Ich denke das liegt daran, dass langsam, wenn man so stark auf 19, 20 losgeht, hier der kulturelle Druck selbst in der Gemeinde wächst, „es wäre ja langsam Zeit sich die oder den Zukünftigen anzulachen.“ Sie sind hier auch ziemlich offen mit den Geschlechterübergreifenden Beziehungen bei Teens. Da animieren sie eher noch, als sich dagegen auszusprechen, von wegen „die Jugendzeit für den Herrn nutzen.“

Im Anschluss wollten dann noch einige der Gruppe mit den Geburtstagskindern weggehen und obwohl ich ziemlich alle war, fand ichs eine gute Idee, wenigstens einmal im ¼ Jahr etwas ausserhalb EMPI zu unternehmen. Nachdem wir ca. 1 Stunde bis zum eigentlichen Aufbruch gebraucht hatten, kamen wir zu ca. 15 an einer ausgewählten Bar an und… sie war voll. 6 Leute passten dann doch noch irgendwie rein. Und der Rest von uns ging in eine typisch cordobesische Kneipe, sie heisst Mc Donalds. Toll. Dazu kam, dass nachts um 12 halb Córdoba wieder erwacht und sich in und vor der zentralsten Shopping- Mall Pateo Olmos trifft wo wir nun auch waren. So wurde aus dem Fast-Food ein slow-food. Aber nach einer halben Stunde hatten wir mit hängenden Mägen endlich unsere wohlverdienten laprigen Burger vor unserer Nase. Die mussten wir dann aber auch eilends verdauen, denn um halb 2 fuhr der letzte Bus bis zu unserem bestimmten Ziel. Da man aber nie weiss, wann die Busse wirklich fahren (das ist eigentlich eines der letzten ungelüfteten Geheimnisse der Welt) waren wir sicherheitshalber schon mal um 1 da. 20 Minuten später in der Kälte kam dann auch unserer Linie. Um den Abend abzurunden, liess er die letzte Haltestelle, die unsere gewesen wäre aus, und so mussten wir den fehlenden Rest laufen.

Original argentinisches Essen :)


Etwas später merkten wir auch warum, denn der Club, in der Nähe der Bushalte, war überfüllt von Menschen, alle Umplätze zu provisorischen Parkplätzen umgeweiht, weil DIE Quarteto-Band (cordobeser folklorer Musikstil) schlechthin in Cordoba auftrat. Wir überlegten einen Moment, ob wir uns ins Spektakel stürzen sollten, entschieden dann aber doch diesen 20 Stunden Tag im Bett ausklingen zu lassen. Gute Nacht.

Praller Samstag

Filed under: Argentinien,EMPI,marco schnell — Tags: , , , , , — Marco @ 3:02 AM

Kurzfassung:
- Um 6 Uhr aufgestanden um um halb 8 mit dem Bus zum Essenverteilen zu jagen.
- Um 9 Uhr endlich angekommen (halbe Stunde zu spät)
- Brotaufschneiden, Tische herrichten. Um halb 10 treffen unsere ersten Gäste ein.
- Diesmal sind sie viel lustiger als sonst (und auch andere als sonst) und ich bekomme mit, dass gar nicht alle auf der Strasse leben. Einer ist Kellner und kennt hier die Leute und kommt deswegen, ein anderer Fensterputzer- bezieht sich auf Autoscheiben putzen von Autos die an der Ampel kurz halten. Auf Nachfrage wird mir erklärt dass wir auch essen ausgeben an Leute wenig Mittel zur Verfügung haben, also sozial Schwache

Beim Mittagsessen vorbereiten

"Jesus liebt dich"- Der Lächelnde Herr heisst übrigens Jesus :)

- Mein Gitarren-LP fiel aus, mangels Gitarre. Facu übernahm spontan die Andacht, weil unser Hauptprediger (der Koch) nicht kam. Als er einen alten Mann bat zur Einleitung zu beten, brachte der vor lauter Schreck nur eine zerstammeltes Vater-unser heraus. Das allerdings gab Facu die benötigte Inspiration, denn er hatte noch kein Andacht-Thema. So sprach er also über das Vater-unser. Ich konnte nicht genau zuhören, weil ich Fotos schießen musste aber ich bin sicher es war super.

"Das WORT hochhalten"

Mate und Brot für alle

Mittagessen-wieder-einsammeln

- Wir verteilten diesmal schnell dass Essen weil ich dringend (schon seit 3 Wochen) zur Post wollte um dringende Päckchen abzuschicken. Nachdem ich mich von dem Preis-Schock für den Versand erholt hatte, nahm ich die billigere Packpapierversion und Facu evangelisierte während des Einpackens die Postfrau, die sich auch noch darüber freute. Ist echt beneidenswert wie einfach er mit den Leuten hier ins Gespräch kommt und wie offen sie sind.
- Weil ich während einer LP-Probe in der Woche eine Gitarrensaite ruiniert habe, musste ich mich dann noch auf die Suche nach einem Musikladen machen. Irgendwann gabs auch einen, überfüllt mit Leuten. Meine Frage: Warum müssen Leute am Samstag um 11 sich dazu entscheiden alle auf einmal in ein zu kleines Musikgeschäft zu gehen um Stundenlang verschiedene Schüttel-Eier auszuprobieren? Irgenwann am Ende des Tages bekam ich dann meine Stahlsaiten
- so kam ich viel zu spät zurück, als die Mittagessenverteilung schon begonnen hat. Aber da wir alle lässig und entspannt sind, hat mein küchenchef auch kein problem damit gehabt. So half ich also beim Nachtisch auftischen und beim Abwaschberg bewältigen.
- Weiter gings mit einem Lebensmitteleinkaufsmarathon, denn auch da hatte sich einiges über die letzten 2 Wochen angesammelt.
- Zurück in der Gemeinde wärs eigentlich um 15 Uhr zur Kinderstunde weitergangen, doch eine ältere Dame die manchmal dabei ist meinte, sie könne heute auch nicht, und die meisten anderen auch nicht. Ich rechnete schon mit dem schlimmsten. „Aber immerhin käme unserer Fahrer“ Na wenigstens müssen wir die 2 Stunden nicht laufen. Aber eine halbe Stunde später kamen dann nach und nach auch die restlichen Mitarbeiter. Der Pastorensohn als letztes, der dann auch noch fragte warum wir nicht schon im Auto sitzen.

Die halbe Bande versammelt

Wer am schnellsten unterm Tisch durch ist...

Einer trage den Anderen (oder so ähnlich)

- Weils ziemlich kalt war kamen leider die Hälfte der Kinder nicht. Das hatte aber auch sein Gutes denn dadurch wars auch um einiges leiser:) Da wir die letzte Woche den Kurs „wie unterrichte ich richtig“ hatten, beäugte ich nun auch die Kinderstunde etwas kritisch und wunderte mich nicht als bei der „Was seht auf diesem Bild“-Frage sich ein 13jähriger aktiver Bursche vor lauter Interesse sich auf der Couch hin- und herrollte. Aber um ehrlich zu sein, ich wüsste auch erstmal nicht wie ich es für eine so gemischte Gruppe interessanter gestalten würde (8-13 Jahre) und dabei ihre „unterschiedliche Aufnahmearten, ihren sozialen Background, bevorzugte Lernweise und verschiedene Lernmethoden“ zu vereinen
- Gegen 18 Uhr endeten wir alles mit einer „Merienda“ (Kaffeetrinken mit criollo-Gebäck).
- Dann gings weiter zum Jugendabend aber das ist eine andere spannende Geschichte…

May 15, 2010

Lehr-reiche Woche

Filed under: Argentinien,EMPI — Tags: , , , — Marco @ 12:07 AM

Bau auf, bau auf...einander


Gerade ist eine Woche „Lehrzeit“ vorbei gegangen. Wir haben gelernt wie man lehrt. Und was hinten bei rauskam war, das sich jede Menge Vorbereitung und kreativer Unterricht für jede Altersgruppe lohnt. Problem: man hat selten 5 Stunden Zeit um, wie in unserem Fall ½ Stunde Unterricht vorzubereiten (das war teil unserer Prüfung). Aber es hat Spass gemacht. Wir haben ein kurzes Theaterstück vorbereitet. Außerdem wird bald unsere erste CD rauskommen, denn wir haben auch ein anspruchsvolles Lied geschrieben, dass die pädagogisch-soziokulturell geprägten Lebensumstände von Jesus herausstellt und die Implementierung in unsere heutige lernmüde Kultur ermutigt. Auszüge des Textes ins Deutsche:
„Jesus lehrt uns, so wie er ist. Jeden Tag lehrt er uns so wie er ist. Er zeigt uns sein Beispiel durch sein leben, sehr demütig. Jesus Lehrer und Model- mache unser Leben dir gleich.“
Wenn das kein Hit wird, hats die Welt einfach noch nicht verstanden.
Als Programteil haben wir dann noch Fusswaschung zum mitmachen gemacht, das war auch ein reinigendes Erlebnis für einige.
Immerhin für uns hats sich lern- und Punktemäßig gelohnt und witzisch wars auch.

Füße waschen wie Jesus

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