February 25, 2010

Was war sonst noch?

Schlange vor Ausländerbehörde

Schlange vor der Ausländerbehörde- ich bin ganz hinten

Eine fast unendliche Schlange…
fand ich vor der Ausländerbehörde in BsAs vor. Ich versuchte nochmal mein Glück bzgl. eines längerwährenden Visums. Aber weder eine Stunde warten, bevor der Laden öffnete, noch eine weitere an verschiedenen Schaltern NACHDEM offen war, noch mein freundliches Lächeln konnte die Schalterbeamte davon überzeugen mir IGRENDEIN Visum auszustellen. Für ein Arbeitsvisum arbeite ich nicht genug (böse Zungen haben das schon immer gewusst), bzw. brauche ich dazu einen Vertrag und nicht bloss meine Willensbekundung. Für ein Studentenvisum müsste ich an einer offziell eingtragenen Uni studieren und für ein religiöses Visum darf ich kein Missionar sein (???) sondern muss von einer Kirche fest angestellt sein.
Also muss ich weiterhin alle 3 Monate rein und raus aus dem Land.

Puenta de la Mujer- Frauenbrücke

Puenta de la Mujer- Frauenbrücke

Restaurant-Zeile am Puerto Madera

Restaurant-Zeile am Puerto Madera

Puerto Madera
der In-Hafen seit kurzem in BsAs. Alte Lagerhäuser wurden zu Lofts und viiiielen Restaurants (2km viele) umgebaut (das kennen wir doch von irgendwoher). Ergibt eine schöne Hafenpromenada auf der man auch auf das eine oder andere alte Segelboot und schließlich auf die „Puenta de la Mujer“- Frauenbrücke stößt. Abgesehen von ihrer gar nicht weiblichen Sperrspitze die steil in der Mitte aufragt hat sie aber etwas durchaus weibliches. Sie öffnet sich nämlich plötzlich und schliesst sich nach etwas 15 Minuten wieder. Ich erwartete nun dass irgendwelche Fähren oder Lastschiffe durchfahren, aber… nö. Der Grund war einfach: Es gab. Keinen.

Wandlungsfähige Schauspielerin

Wandlungsfähige Schauspielerin

Kultur pur…
habe ich mir in einem kleinen schnuckeligen Theater angetan. Eine Freundin von Kike und Tati hatte ihr Solo-Debut in der (mehr oder weniger) sich selbst und die Schwierigkeiten von Mutterfreuden theatralisch aufwertete. Weil mein Handy mit gespeicherter Adresse ausgegangen war, mangels Akkupower,  fand ich wie durch ein Wunder trotzdem hin,aber ich kam eine halbe Stunde zu spät. Das machte aber nichts denn wandlungsfähige Frau die alle 5 Minuten in eine andere Rolle schlüpfte redete so schnell, in so unterschiedlicher Stimmlage und Akzent, dass jedemal als ich mich gerade darauf einstellen wollte, die Rolle schon wieder wechselte. Ich verstand jedoch dass sie Mutterrollen spielte. Gut.

Gleichberechtigung- endlich auch für Ampeln!

Endlich Gleichberechtigung für argentinische Ampeln

Danach wollten wir mit der Künstlerin eig. Zusammen essen aber diese hatte andere Verpflichtungen (wohl mütterliche) und so gingen wir mit einigen von Tatis Arbeitskolleginnen in ein unterkühltes Restaurant. Die Temperatur muss bei konstant 10 Grad gelegen haben, denn die Aircondition schwitzte schon und ich hatte Angst dass ich mir einen Schnupfen hole. Aber so ist man hier, lieber ein bisschen kühler haben und so tun als ob mans genießt anstatt draussen auf der Strasse heiß. Man würde auch nie auf die Idee kommen, den Kellner zu fragen ob er vielleicht 1-2 Grad höher drehen könnte. Neeein. Das hat schon so seinen Grund – egal welchen.

Abschieds-Asado bei Padillas

Abschieds-Asado bei Padillas

KAIROS- der richtige Zeitpunkt…
für das Kennenlernen dieser Gemeinschaft war Mitte der Woche gekommen, als ich von Kike und Tati umzug zur Familie von Elisas, der Tochter René Padillas (Autor und Mahner der Armen Lateinamerikas und einer gerechteren Welt).
Ich wurde herzlich in ihre Familie mit ihren 4 Teenie-Kindern aufgenommen und sie standen mir immer mit Hilfe und Auskunft- wie ich womit meine geplanten Reiseziele erreiche- zur Seite.
Es tat mir ein bisschen leid, dass ich sie nur im Dunkeln gesehen habe, denn ich ging meist vor dem Aufstehen aus dem Haus und kam um Mitternacht oder später wieder, meistens weil ich mich verlaufen hatte oder der Bus so spät ging. Sie waren sehr geduldig mit mir.
Am Ende gabs aus Anlass für Elisas Geburtstag noch ein leckeres Asado und ein kennenlernen mit weiteren Teilen der Gemeinschaft (sie leben nicht zusammen, aber teilen Arbeitsauftrag und treffen sich sehr oft).

February 23, 2010

Uruguay… on the other side of the river

Filed under: Argentinien,marco schnell — Tags: , , , , , , , — Marco @ 1:07 AM

Mein letzter Höhepunkt war mein Tagesausflug nach Uruguay. Es begann mit einer tollen Flussfahrt durch das riesige Tigre-Delta bis zu dessen Mündung, die mit 45 km Ausdehung (Weite!!!) alles mir bekannte sprengte. Gegenüber war theorthisch Uruguay aber wir fuhren eine weiter ½ Stunde bis endlich etwas Land in der Ferne auftauchte.

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Blick von Colonia, Uruguay auf vorgelagerte Insel

Wir kamen in Camello an, was nichts weiter war als ein Dorf das durch den kleinen Hafen sich zur Stadt aufblies. Dies scheiterte aber an der dörflichen Mentalität der Menschen (alle Geschäfte von 13-15 Uhr zu). Mittag gibs also nicht. Aber Abendbrot auch nicht, denn ich kam von meinem Ausflug zurück um 19 Uhr und fand trotz zahlreicher hilfreicher Beschreibungen der Bevölkerung keinen Fast-Food Stand oder irgendwas wo man warm essen konnte. Ab 21 Uhr wieder, hiess es.
So fand ich nach einigem Suchen eine Busgesellschaft die nach Colonia fuhr- einer Stadt mit schizophrener Historie, da sie zeitweise gleichzeitig von Portugiesen und Spaniern besetzt war und somit zwei völlig unterschiedliche Stadtgesichter entwickelte. Dank nagelneuer Rekonstruktion und touristischer Ausschlachtung bis ins letzte (Museum für die erste Fliese in Uruguay- toll!!) konnte man diese Zweigeteiltheit wunderbar nachverfolgen.

Häuser auf portugisischer Seite

Häuser auf portugisischer Seite

Das Beste: Es gab einen Ministrand. Grad genug um sich die Füsse im heissen Sand zu verbrennen und sich in die Fluten des viel zu warmen Flusses zu stürzen. Danach musste ich wieder in Eile aufbrechen, denn die Fahrt zu meinem Anleg-Dorf dauerte 1 ½ Stunden, dann die Bootsfahrt zurück, weitere 2 ½. Durch anschließendes Verlaufen im Stadtteil meiner neuen Gastfamilie (Teil der KAIROS-Gemeinschaft) schaffte ich es doch gegen 1 Uhr nachts zu Hause zu sein, gerade rechtzeitig zur Eröffnung der Olympischen Spiele.
Kann ein Tag vollkommener ablaufen?

Echter Strand

echter Strand mit echter Strandwasser

Unerträgliches Menschlich gestalten- El Retono
Ein Abschließender Besuch bei der Drogen- und Alkoholikerarbeit „El Retono“ von Kike holte mich dann schnell wieder in die Realität zurück. Ich wollte mir eigentlich nur mal das Gebäude anschauen, aber plötzlich fand ich mich in der Gruppensitzung wieder wo jeder endlich sagen konnte wie es ihm denn momentan so geht. Ich auch. Die Offenheit der Beteiligten und ihre zugegebene Schwachheit die dadurch wieder zur Stärke wurde, beeindruckte mich. Neben den täglichen bis wöchtenlichen Einzelsitzungen, lebt zur Zeit eine Familie von der Müllkippe in diesem Haus, um ihnen einen Ausweg aus ihrer Lebenssituation zu ermöglichen.
Stattdessen sind sie dabei, dasselbe auch in eine zu verwandeln, „wenn man ihnen nicht Stück für Stück beibringt wie ein schönes Heim aussehen kann“ meint Kike. z.B. muss man eben nicht mit seinen 6 Kindern zusammengepfercht in einem Minizimmer auf dem Boden schlafen, wenn es daneben 2 freie Räume mit Betten gibt.

Toller Vormittag mit den beiden bei El Retono

Toller Vormittag mit den beiden bei El Retono

Es ist eben einfach Menschen von der Müllkippe zu holen als die Müllkippe aus den Menschen…
Im Anschluss besuchten wir eine weitere Angehörige von El Retono, die auf ihren letzten Lebensmetern angekommen war im Krankenhaus. Sie war HIV-positiv und völlig ausgemergelt. Es war für mich ehrlich eine Qual sie mit anzusehen, aber Kike und einer der Mitbewohner hatten soviel Liebe und Zuneigung für sie und einen Tag später würden sie sie bei El Retono wieder aufnehmen und sich solange um sie kümmern, bis sie stirbt, denn das Krankenhaus hat sie entlassen. Sie können nichts mehr für sie tun.
Ich meine da einiges von Jesu Liebe für die Menschen in unglaublichen Lebenslagen durchscheinen zu sehen und das bei einer Arbeit die weder berühmt ist, noch Lohn verspricht (wer will schon für „Locos“ (Verrückte wie sie sich selbst nennen) zahlen oder für sie eintreten, noch viel Aussicht auf Erfolg verspricht.
„Selbst wenn Menschen zu Jesus finden, sterben sie letztenendes oft doch noch aufgrund von Überdosen oder wegen HIV-Infizierungen“ sagte mir Kike. Wie er denn mit dem ständigen Tod vor Augen klar kommt, frage ich ihn. „Man gewöhnt sich dran. Leider. Aber wenigstens können wir denen die kein Heim haben, heim sein, die keine Familie haben, Familie sein, auf ihrer letzten Lebensetappe.“

February 22, 2010

Buenos Aires… jeden Tag eine neue Welt

Casa Rosada- der Präsidentinpalast

Casa Rosada- der Präsidentinpalast

Buenos Aires- da bin ich
Nach einer 18 Stündigen Fahrt kam ich zerschlagen an und wurde freundlicherweise von Kike, einem Freund der OJC, den ich auch dort kennenlernte, abgeholt.

Obelisk- feiert bald seinen 200.!

Obelisk-feiert bald seinen 200.!

Soldaten ohne Haltung

Endlich erlebte ich nach 3 Wochen Abstinenz mal wieder Bewölkung und Regen und nur Temperaturen um 20 Grad.
Am nächsten Tag hatte ich mit Gabi und 2 weiteren Brasilianerinnen unseres Paraguay-Teams per Facebook verabredet. Ich SMSte ihr kurz vorher dass ich um 14 Uhr an einer bestimmten Ecke auf sie wartete. Doch sie bekam die SMS nicht. Also stieg ich aus und kaufte mir erstmal ein Wasser. Plötzlich machte es hinter mir „Buh!“ und ich drehte mich zu 3 strahlenden Brasilianerinnen um. Welche Freude und welche Fügung. Sie waren nach einer Shoppingtour die Strasse hochgelaufen und sahen von Fernen jemanden der aussah wie ich, also kamen sie näher und tatsächlich. In einer Stadt von 14 Mio. läuft man sich normalerweise nicht aus Versehen über den Weg.

Wir fanden gemeinsam das Stadtzentrum mit dem berühmten Obelisken, der auf Argentinien 200jährige Selbstständigkeit hindeutet und Casa Rosada- wo jetzt “die Kirchner” als erste Staatspräsidentin schaltet und waltet. Wir gingen einfach drauf zu und hatten grad Glück dass man sich alles drinnen besichtigen konnte, beschützt von prunktvoll ausstaffierten Soldaten. Aber das Haus war auch nicht schlecht.:-)

Tango für alle

Tango für alle

Zusammen eroberten wir San Telmo- wo wir abends (nach langer gegenseitigen Suche) zusammen auf einen Faschingsumzug trafen. Auf einem Plaza in der Nähe hatte dagegen eine Tangoschule ihre Paartanzvorführung. Es war so eine tolle Athmosphäre- Leute saßen an extra rausgestellten Tischen von Café drumherum, Alternative spielten in der Nähe Bongas, aus den Lautsprechern tönte alte Tangomusik. Man fühlte sich richtig in das alte Buenos Aires zurückversetzt. Hätte ich nicht meine Klodauerbesuche immer zwischendurch einschieben müssen (wegen Magenvirus) wär der Abend perfekt gewesen.
Interessant fand ich auch, dass die Brasilianerinnen trotz normalerweise starkem Ego und vermitteln dass sie wissen was sie wollen, sich an einem Ausgehabend total an den Mann hängen. Ich fragte häufig „und was wollt ihr machen, worauf habt ihr Lust“ und sie antworteten immer unklar „egal, was denkst du denn, wäre nett?“ Bis sie mir irgendwann direkt sagten „sag einfach wo wir hingehen oder in welche Kneipe wir uns setzen wollen, du bist doch der Mann.“ (der damit nicht nur die Führung sondern auch die Rechnung übernimmt:-) Sie sind also doch konservativer als gedacht.

El caminito

El caminito

Berühmtestes Eckhaus

berühmtestes Eckhaus in la Boca

Jeder der Stadtteile die besuchte hatte sein eigenes Flair und Atmosphäre. La Boca, berühmt, für seine farbenfrohen Blechhütten wurde zu einem Künstlerviertel hochstilisiert, mit jeder Menge Bars und Kneipen mit Tangotänzern vor der Haustür und jeder Menge Touristenläden.Bevorzugt jedoch tagsüber zu besuchen da es nachts die Langfinger verstärkt versuchen. Recoletta dagegen ist berühmt für seinen Friedhof der eher an einen Stadtteil erinnert. Die reichsten und einflussreichsten Familien haben hier dicht an dicht Familiengrüfte errichtet die von „pompösem Grabstein“ bis „überbordend mamorierte und verzierte Kapelle für die ganze Familie“ reichte. Evita Peron liegt hier mit ihrer ganzen Familie- und das selbst nach dem Tod noch echt luxuriös.

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Recoletta- Friedhof-Häuser

In Palermo, dem italienischsten aller Stadtteile gönnte ich mir natürlich original-Lasagne und ein mega-großes echt italienisches Eis. Doch das war nicht das Herausragendste. An meinem Tisch wartend sprach mich plötzlich ein Pärchen an. Sie warben für Kinderarbeit mit Wertevermittlung. Daher fragte ich sie ob sie christlich angehaucht seien. „Eigentlich ist Jesus das Zentrum unserer Arbeit“ war die Antwort aber das lassen sie nicht so raushängen. Nach etwas mehr nachfragen fand ich heraus, dass sie mit ca 20 Leuten in einer christlichen Gemeinschaft zusammen wohnen und von Jugendarbeit bis „free hugs“ bis Krankenhausbesuche alles machen, was dem weiterkommen des Evangeliums dient, und ob ich nicht Lust hätte sie mal zu besuchen. Klar hätte ich, nur leider nur noch heute abend Zeit.

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Ricoletta- Kathedralen für Tote

Und so verabredeten wir uns für den Abend. Ich fuhr mal wieder in ein völlig fremdes Viertel mit Bus und „Subte“ (U-Bahn). Nach einigem nervösen Warten erschien Jonathan schliesslich, holte mich ab und ich durfte an einem echt leckeren Abendessen teilhaben, mit vorwiegend jungen Familien aber auch ein paar Alt-Hippies die die Leidenschaft verbindet Jesus in die Herzen der Menschen ihrer Umgebung zu bringen.

Teilweise wunderte ich mich selber über meinen Wagemut, denn die meiste Zeit fuhr ich alleine in völlig fremde Stadtteile, meistens nur mit Info der Haltestellen und Hauptstrasse ausgerüstet. So gewöhnte ich mir an immer und überall für den nächsten Bus zu fragen. Das biblische Thema „nach dem Zeugnis von 2-3“ findet hier rege Anwendung, da die Argentinier nicht gerne sagen wenn sie eine Strasse oder Ort nicht kennen. Alles ist irgendwie „direkt in der Nähe“ oder „nur 1 ½ Blocks entfernt“. Wenn man dann von 5 meinungen den Durchschnitt nimmt, findet man den Bus oder den Ort meistens.

Plaza Italia- U-Bahnstation oder doch viel zu weit gefahren?...

February 21, 2010

Urlaub in Paraguay, Itaipu, Foz de Iguazu, Ciudad del Este

Asuncion

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Kommt genau mit Saft durch die Reihen, als wir be 40 grad im Stau stehen. Gemein!

Zusammen mit Roberta einer Brasilianerin aus unserem Team, kamen wir in Asuncion an und wurden echt lieb von Maria einer Pastorenfrau versorgt. Ich schlief zum ersten Mal seit ner woche auf einer richtigen Matraze- man kann so schnell so dankbar werden.
Aber schon am nächsten Tag gings weiter für uns Richtung Ciudad del Este. Auf dem Busbahnhof trafen wir einen weiteren Deutschen aus einem anderen Team, der mit uns mitkam.

Unsere Schweizer Villa-Unterkunft

Unsere Schweizer-Villa-Unterkunft

Blick vom schweizer Zimmer auf Hacienda und Fluss

Kurz vor Ciudad wurden wir von einer netten Schweizer Missionarin empfangen. Zusammen mit ihrem Mann haben sie eine nette riesige Farm mit einem tollen herrschaftlichen Haus, einer Mischung aus Hazienda-Herrenhaus und deutschem Fachwerk. Wir hatten Blick auf den vorbeiziehenden Fluss und konnten sogar darin schwimmen. Dass sich dort auch mal Krokodile hinverirren, hat meine Schwimmfreiheit dagegen etwas eingeschränkt. Ich war irgendwie nicht mehr so entspannt.

Itaipu-Staudamm

Itaipu-"wasserfälle"

Itaípu-Staudamm
Wir waren jedoch toll untergebracht und früh am Morgen gegen 7 brachte uns ihr Mann zum Itaipu-Staudamm- dem größten der Welt. Jede Minute schießen da im Moment 16.000 l Wasser durch den Überlauf, weil Flüsse gerade durch die anhaltenden Regenfälle in Brasilien voll gefüllt sind. Allein dieser Überlauf machte schon den Eindruck eines Wasserfalls.
Von dort gings zur Bushalte Richtung Foz de Iguazu, Brasilien. Wir warteten eine Minute in sengender Sonne, dann kam schon der Bus (der sonst Stündlich kommt). Ein Segen. Plus: Er fuhr direkt durch, wir mussten nicht umsteigen.

mit Roberta vor einem der Fälle

mit Roberta auf

Die größten Wasserfälle der Welt
Am Terminal in Foz de Iguazu belaberte uns ein verkaufstüchtiger Venezulaner wegen einer möglichen Bootstour an die Wasserfälle heran. Wir versuchten ihn abzuschütteln aber er folgte uns bis in den Park und sprach auch im Bus ungefähr jeden an der nicht schnell genug ausstieg. Da ich sowieso eine Bootsfahrt geplant hatte, kauften wir sie im Park dann doch und ich habe es nicht bereut.
Sie fuhren uns direkt an die gigantischen „Cataratas“ (Fälle) heran. Die Wassertropfen waren dort so dicht dass man kaum atmen geschweige denn sehen konnte. Der Blick in das innere des sogenannten „Höllenschlunds“ blieb uns wegen der Millionen verwehter Wassertropfen verwehrt. Ihn sahen wir dann super von einem Gehweg entlang der Fälle, auf  dem sich je weiter wir voran schritten immer mehr Einzelwasserfälle vor unseren Augen erschienen.
Für mich ist es ein unglaublich riesiges Zeugnis von Gottes Schöpferkraft und seiner Größe!

Blick auf Brücke in die Wasserfälle

Brücke hinein in die Wasserfälle

Ciudad del Este

Dank unserer „swiss connection“ bekamen wir eine Unterkunft bei einer Familie der Gemeinde in Ciudad del Este dem größten Umschlagplatz für alle Art von (falschen und echten) Elektronika. Ihr Sohn führte uns an billige und auch gute Stände und Läden, da alles in einer endlosen Kette von Läden und Lädchen verschwimmt, wenn man dort keinen Führer hat, ist man verloren. Ich fand auch ein paar gute halbwegs günstige PC Lautsprecher und ein 3-Euro Handyakku, was auch direkt einen Tag hielt. Man lernt…
Am nächsten Tag trennten sich unsere Wege. Der Deutsche ging zu seinem CIMA Team (er ist Mitarbeiter) nach Chile, die Brasilianerin nach Bolivien, wo sie studiert und ich fuhr über Brasilien nach Puerto de Iguazu, was Argentiniens nördlichste Stadt ist und der Ausgangsfahrt meiner Reise nach Buenos Aires. Glücklicherweise dachten wir fälschlicherweise dass es nach Argentinien eine Stunde zeitverzögerung gibt, weswegen wir eine Stunde früher losfuhren. Diese Stunde rettete mich zum Schluss, da die Fahrt über die grenzübergänge statt der geplanten ½ Stunde 1 ½ Stunden dauerte und ich so gerade rechtzeitig zur Busabfahrt kam.

February 19, 2010

Paraguay und ich

Filed under: marco schnell,Persönliches — Tags: , , , , — Marco @ 2:43 AM

In Asuncion angekommen machte ich erstmal einen Zwischenstop bei der Pastorenfrau (ihr Mann war letztes Jahr gestorben, ein neuer Pastor übernahm) die ich auf der Missionskonferenz kennengelernt hatte um ihre Gemeinde und deren Arbeit kennenzulernen. Thomas der neue Pastor fuhr mich durch die „Arbeitsgebiete“ seiner Gemeinde. Zuerst zu einer Villa (Armengebiet) das direkt an den Präsidentenpalast angrenzt, aber in dem ich mich nicht alleine hätte bewegen dürfen (oder nur einmal). In ihrer Gemeinde gabs bis vor kurzem auch eine Bibelschule aber sie haben die Arbeit unterbrochen, weil ihre Arbeit mit den Prostituierten zu viel Kraft verschlingt. Ausserdem haben sie eine Privatschule für Kinder in ihren Gemeinderäumen. Die Räume für die Bibelschule stehen leer und sind ideal für gelebte Gemeinschaft- und so in etwa ist auch die Vision des Pastors. Passt also gut zu meiner? Schon. Doch meiner Meinung nach gibt’s es jetzt schon zu viele „lose enden“ also Arbeitsgebiete dieser kleinen Gemeinde, die kaum zusammenführen. Wozu also noch ein Arbeitsgebiet mehr? Ich wollte in dieser Gemeinde vielleicht mein 3 Monatiges Praktikum machen aber halte das für immer unwahrscheinlicher.

Besuch in einem "Villa"

Besuch in einem "Villa" mit Pastor in der Mitte

Villa-Strasse, alle Arten von Häuser

Ein weiterer Grund ist der Menschenschlag der Paraguayer. Ich habe sehr unmotiviert, ziellos und schweigsam erlebt. Ihr Leitergehorsam ähnelt für mich schon Kadavergehorsam. Viele brauchen einfach eine Motivation fürs Leben, sich nicht nur treiben zu lassen und gesundes Selbstvertrauen. Diese Probleme gibt’s zwar in anderen Gesellschaften auch, aber man merkt wenn man sich unter Argentinier oder Brasilianer bewegt, dass sie einen ganz anderen Antrieb, Freude und Offenheit (zum Selberdenken) haben. Von anderen wurde mir auch bestätigt, dass, wenn sie ein bisschen Kreativität und Drive hätten sie alle vom fruchtbaren Land leben könnten. 2-3 Ernten pro Jahr sind möglich, aber es reicht dem Durchschnittsparaguayer wenn er seinen kleinen Bauchladen hat, vor dem er den ganzen Tag sitzt, ab und zu mal was verkauft und sich nach und nach sein eigenes kleines Häuschen zusammenbastelt.

Ihre Bushaltestelle ist ihr Moped
In der Provinzhauptstadt Concepcion hat die Jugend am Samstagabend nichts besseres zu tun als ich geballt auf ihre Motoräder zu setzen und Richtung Stadtmitte zu fahren. Wer nun denkt dass dort Open oder Closed Air der Bär steppt, hat sich verrechnet. Klar knallen einem ein paar laut dröhnende Ich denke ich würde viel zu schnell frustriert mit der Art der Menschen werden um ihnen wirklich dienen zu können. Einige Erlebnisse auf dem Fluss haben diesbezüglich schon gereicht.
Ich habe mich noch nicht völlig gegen Paraguay und für Chile entschieden, aber meine innere Tendenz geht mehr und mehr in diese Richtung. Bitte betet mit für eine Weisung entscheidung und nicht nur für den Weg des geringsten Widerstandes.

Fahrt nach Nirgendwo

Fahrt nach nirgendwo auf dem Motorrad

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