Eine fast unendliche Schlange…
fand ich vor der Ausländerbehörde in BsAs vor. Ich versuchte nochmal mein Glück bzgl. eines längerwährenden Visums. Aber weder eine Stunde warten, bevor der Laden öffnete, noch eine weitere an verschiedenen Schaltern NACHDEM offen war, noch mein freundliches Lächeln konnte die Schalterbeamte davon überzeugen mir IGRENDEIN Visum auszustellen. Für ein Arbeitsvisum arbeite ich nicht genug (böse Zungen haben das schon immer gewusst), bzw. brauche ich dazu einen Vertrag und nicht bloss meine Willensbekundung. Für ein Studentenvisum müsste ich an einer offziell eingtragenen Uni studieren und für ein religiöses Visum darf ich kein Missionar sein (???) sondern muss von einer Kirche fest angestellt sein.
Also muss ich weiterhin alle 3 Monate rein und raus aus dem Land.
Puerto Madera
der In-Hafen seit kurzem in BsAs. Alte Lagerhäuser wurden zu Lofts und viiiielen Restaurants (2km viele) umgebaut (das kennen wir doch von irgendwoher). Ergibt eine schöne Hafenpromenada auf der man auch auf das eine oder andere alte Segelboot und schließlich auf die „Puenta de la Mujer“- Frauenbrücke stößt. Abgesehen von ihrer gar nicht weiblichen Sperrspitze die steil in der Mitte aufragt hat sie aber etwas durchaus weibliches. Sie öffnet sich nämlich plötzlich und schliesst sich nach etwas 15 Minuten wieder. Ich erwartete nun dass irgendwelche Fähren oder Lastschiffe durchfahren, aber… nö. Der Grund war einfach: Es gab. Keinen.
Kultur pur…
habe ich mir in einem kleinen schnuckeligen Theater angetan. Eine Freundin von Kike und Tati hatte ihr Solo-Debut in der (mehr oder weniger) sich selbst und die Schwierigkeiten von Mutterfreuden theatralisch aufwertete. Weil mein Handy mit gespeicherter Adresse ausgegangen war, mangels Akkupower, fand ich wie durch ein Wunder trotzdem hin,aber ich kam eine halbe Stunde zu spät. Das machte aber nichts denn wandlungsfähige Frau die alle 5 Minuten in eine andere Rolle schlüpfte redete so schnell, in so unterschiedlicher Stimmlage und Akzent, dass jedemal als ich mich gerade darauf einstellen wollte, die Rolle schon wieder wechselte. Ich verstand jedoch dass sie Mutterrollen spielte. Gut.
Danach wollten wir mit der Künstlerin eig. Zusammen essen aber diese hatte andere Verpflichtungen (wohl mütterliche) und so gingen wir mit einigen von Tatis Arbeitskolleginnen in ein unterkühltes Restaurant. Die Temperatur muss bei konstant 10 Grad gelegen haben, denn die Aircondition schwitzte schon und ich hatte Angst dass ich mir einen Schnupfen hole. Aber so ist man hier, lieber ein bisschen kühler haben und so tun als ob mans genießt anstatt draussen auf der Strasse heiß. Man würde auch nie auf die Idee kommen, den Kellner zu fragen ob er vielleicht 1-2 Grad höher drehen könnte. Neeein. Das hat schon so seinen Grund – egal welchen.
KAIROS- der richtige Zeitpunkt…
für das Kennenlernen dieser Gemeinschaft war Mitte der Woche gekommen, als ich von Kike und Tati umzug zur Familie von Elisas, der Tochter René Padillas (Autor und Mahner der Armen Lateinamerikas und einer gerechteren Welt).
Ich wurde herzlich in ihre Familie mit ihren 4 Teenie-Kindern aufgenommen und sie standen mir immer mit Hilfe und Auskunft- wie ich womit meine geplanten Reiseziele erreiche- zur Seite.
Es tat mir ein bisschen leid, dass ich sie nur im Dunkeln gesehen habe, denn ich ging meist vor dem Aufstehen aus dem Haus und kam um Mitternacht oder später wieder, meistens weil ich mich verlaufen hatte oder der Bus so spät ging. Sie waren sehr geduldig mit mir.
Am Ende gabs aus Anlass für Elisas Geburtstag noch ein leckeres Asado und ein kennenlernen mit weiteren Teilen der Gemeinschaft (sie leben nicht zusammen, aber teilen Arbeitsauftrag und treffen sich sehr oft).






























