January 16, 2010

Schlechte Vorgaben mit gutem Abschluss… und schon wieder weg

Filed under: EMPI,marco schnell — Marco @ 6:40 PM

Zuerst etwas erfreuliches: Ab heute nachmittag bin ich auf der CIMA-Konferenz und direkt im Anschluss auf Einsatz auf dem Rio Paraguay wo wir Indianerdörfer besuchen und unterstützen. Wer per Video zuschauen möchte: hier.

Nachdem der gestrige Tag so bescheiden anfing wie der davor aufhörte, besserte sich das Bild.
Posthum
Vormittags Besuch bei Zentralpost, wollte ein nettes Päckchen aus Deutschland abholen → dafür musste man eine Nr. ziehen, mit der man wartet bis man aufgerufen wird (ca. 1Std) um eine andere Nummer zu bekommen. Dann schließt die Post, weil es 13 Uhr ist. Eigentlich kann man am nächsten Tag mit der zweiten Nr. wiederkommen und sie arbeiten einfach da weiter. Man wartet vielleicht noch 2-3 Stunden aber kommt dann irgendwann dran. Dann wird einem sein Päckchen komplett durchsucht und begutachtet und wahrscheinlich muss man dementsprechend Steuern zahlen. Da ich aber kommenden Montag nicht da bin, ging ich nach einer Stunde Wartezeit wieder. Dafür aber mit klaren Anweisungen wie ichs das nächste Mal besser machen kann. Wenn ihr mich mögt sendet bitte keine Päckchen. Brief ist ok:-)

Daran bauen wir, wenn ich nicht grad zur Post bin- 300 Ziegel pro Dachhälfte

January 13, 2010

Einen Monat hier…

Filed under: marco schnell — Marco @ 6:45 PM

…und ich fühle mich einsam. Es sind zwar ein paar Menschen um mich herum, aber mit den Spanischen kann ich mich nicht wirklich unterhalten und mit den Ami-Famile  Lewis fehlt mir auch die Herz zu Herz Kommunikation.
Ausserdem merke ich zum ersten Mal was Dehydrierung ist, plötzlich wird mir leicht schwindelig, aber nach jeweils 1-2 Gläsern Wasser geht’s meist.
Daher die heutige Quizfrage: Wann merkt man dass es wirklich zu heiß ist?
Antwort: Wenn selbst der Sprung in den Pool keine Erfrischung mehr bringt, weil das Wasser zu plörrig ist.

Mücken!…und andere Haustiere

Schon mal 10 Mückenstiche nebeneinander nur auf dem Knie gehabt? Da ich keinen Mückenschutz vor dem Fenster habe, bin ich nun motiviert genug mir einen zu basteln. Freundlicherweise hatte mir Heathers Mum eine Gardine die als Mückenschutz dienen soll ausgehliehen. Ich wollte sie mit Hilfe von Panzertape anzubringen. Doch nach dem ersten Durchzug war sie vom Winde verweht. Eigentlich hatte ich daher vor,  dieses Projekt auf morgen zuverschieben (es dunkelte bereits), aber als ich abends VOR meiner Haustüre 2 niedliche kleine Spinnen sah, dachte ich mir „lieber doch gleich anbringen.“

Wer nur eine Spinne sieht, hat nicht genau hingeschaut

Nachdem ich damit fertig war und es auch einigermassen hielt, sah ich über meinem Bett zur Zimmerdecke hoch. Ich weiss nicht warum ich das tat oder was mich dazu trieb, normalerweise tue ich das nämliche nicht. Besser ich wär mir treu geblieben, denn so sah ich, dass die fette Spinne von draussen noch eine Schwester hat, die genau dort hockte. Ich sprühte Spassenshalber etwas Insektenspray, nur um mal zu sehen, ob sie beeindruckt ist und vielleicht weg läuft… tat sie nicht. Sie blieb hocken und wartete.
Na gut, sagte ich mir, die sollen ja nützlich sein und ganz dolle Fliegen und Mücken fangen. Leider hat diese clevere Spinne nicht bedacht, dass die meisten Mücken sich auf mich HERAB stürzen. Warum also sollte sich auch nur EINE Mücke in ein Netz verirren dass in drei Metern Zimmerhöhe hängt? Hallo??

Es gibt also doch Menschen die Siesta machen! zB unsere Bauarbeiter

Meine Fahrradodyssee geht weiter.
Eigentlich war es ja repariert. Wenn da nicht der platte Reifen gewesen wäre, der mich nach Rückkehr von der Konferenz erwartet hätte. Kann ja mal passieren, wenn keiner damit fährt, dachte ich und schraubte flugs (nachdem ich 3 Stunden gebraucht hatte um das Werkzeug zusammenzubekommen) das Hinterrad ab.
Das hat schon mal prima geklappt!
Nun müsste ich nur noch Luft in den Reifen bekommen, um das Loch zu finden. Luftpumpe hamma keine, das wusste ich schon.

Dafür einen Kompressor- noch bessor. Der hat leider kein Anschlussstück fürs Ventil und kein Regulator für den Luftdruck- aber dafür gibt’s ja nen Daumen:-)
Also Schlauch gecheckt- kein Loch, nur das Ventil verliert bissel Luft. AHA
Nun Reifen wieder aufs Fahrrad. Aufpumpen nach alter Daumen-Druck-Methode. Geht nicht. Also mehr Druck.
Und schwupps ist das Ventil rausgeschossen. Ich finde es nach langer Suche, es fehlt nur noch der kleine Gummistöpsel… :-(

Also zurück zum Anfang (das war der Grund für den Start meiner Odyssee vor 4 Wochen- das fehlende Gummistück am Ventil).

Ich bleibe wohl Fussgänger!

January 12, 2010

Missionarsretrait-Woche

Filed under: Argentinien,marco schnell — Tags: , , , , , — Marco @ 2:12 AM

Ich erlebte im Camp der „Bautistas“ eine super Woche (die war zum wieder Auftanken für Missionare gedacht) und bin dankbar dafür, dass sie genau jetzt war. Die Missionare haben einiges berichtet aber es gab auch „Tipps und Tricks“ für den Umgang mit dem Kulturschock, typische Anfangsfehler, wichtige Vorbereitungen und die Wichtigkeit Mission nicht nur als „Einzelbekehrunsgzweck“ zu sehen sondern auf Auswirkungen in die Gesellschaft hinzuarbeiten (leichter gesagt als getan).
Hätte ich das vor einem halben Jahr gehört hätte ich mit dem allen wohl wenig anfangen können, in einem Jahr wär vieles zu spät. Aber oftmals sprachen sie genau von den Situationen in denen ich mich gerade befinde. Genial!

Auditorium der Missionarskonferenz

Ich betete, dass jeden Tag, dass Gott mich zu den Menschen gesellt, die irgendwie sinnvoll für meinen weiteren Weg sind. Und so kam es Schlag auf Schlag. Ich sprach mit verschiedenen Leuten über meine Vision (Link) und sie erzählten mir was sie vorhaben oder was bereits existiert. In 3 Fällen waren die Schnittmengen schon gruselig übereinstimmend- mit einem Missionar aus Chile- er möchte neben seiner evangelistischen Kinder- und Jugendarbeit gerne einzelne in Leiterschaftstraining nehmen, also Jüngerschaft durch Zusammenleben, fehlt bloss Geld und verantwortliche Leute.
Weiter mit einer Pastorin aus Paraguay- sie hat ein großes Haus, um Leute aufzunehmen und wünscht sich darin junge Menschen zu Jüngern Jesu zu machen, daneben gibt’s sogar Unterrichtsräume. Schließlich sprach ich mit einem Ehepaar von OM, die die Jugend der Stadt Cordoba (also vor meiner Haustür) mit kreativen Mitteln erreichen (wollen) und das ganze durch ein Jugendcafé in dem zu Vorführungen mit christlichen Stücken eingeladen und dadurch evangelisiert werden soll.
Ihr merkt es hört alles verlockend und auch passend an, bleibt also nur die alt-bekannte Frage: Was hat Jesus mit mir vor. JA, für Gebete bin ich durchaus dankbar, denn gedanklich bewege ich mich dabei schon in Richtung des 3-Monats-Praktikums, dass wir ab Juli haben werden.

Römischer Brunnen in Cordoba

Ansonsten gabs jede Menge Spanisch zum hören und verstehen und ich mitten drin. Zum Glück erfuhr ich erst gegen Ende dass einige Missionare durchaus Englisch sprechen…
Veranstaltungstechnisch war der Tag dreigeteilt. Nach dem (sehr spärlichen aber für Argentinier typischen) Frühstück bestehend aus drei süßen kleinen Stückchen und Kaffee/Tee ging gegen halb 10 das Programm los, jeweils kurzer aber intensiver Lobpreis, Andacht, Bericht aus dem lustigen Missionsleben, Thema. Manchmal ging auch eins ins andere über, das habe ich nicht immer so gemerkt ;-) Dann gabs Mittag (das war schon etwas ausreichender) und im Anschluss Zeit für eine Siesta, zum klönen, Kennenlernen, Sport oder Pool-schwimmen. Der war ein Segen auch wenn das Gelände in den Cordobaer Bergen gelegen ist und daher etwas kühler (nur so bis 30 Grad) als bei uns auf dem Campo (Bibelschulgelände).
Es ging weiter mit dem Abendbrot um 20 Uhr und danach startete das Abendprogramm mit Bericht, Musik, und thematischen Einheiten zum Thema (wie könnte es anders sein): Mission.

Fast perfekte Pyramide

"Indischer Schlangenmensch"

Ich lernte in der Woche wie spontan („Wie für die Lobpreiszeit proben. Wir machen das einfach so.“) und Anpassungsfähig die Argentinier sind → unser „bunter Abend“ fand ohne Strom statt, was aber keinen davon abhielt nicht doch ihr Programm vor- und durchzuführen. Irgendwo gabs Kerzen und ein paar Taschenlampen, gesungen wurde a capella und statt ner Präsentation wurden eben Schmankerl aus dem Missionsalltag erzählt. Auch sind sie sehr offen und interessiert, besonders wenn mal „soltero“ ist (Single). Ein Schelm wer böses dabei denkt…

Am beeindruckendsten jedoch war, dass es vor 10 Jahren fast keine arg. Missionare gab und heute dieses große Zusammentreffen mit ca 150 Missionaren, die in 30 Ländern aktiv sind! Das ist ein großes Wunder. Sie berichteten Heiteres zum Thema Kommunikation: Marcelo wollte Indiandern Milchkühe bringen und sie zum Käse-machen  anleiten und sie beschwerten sich bei der Regierung, weil sie dachten, er will seine eigene Ranch auf ihrem Land errichten. Es gab aber auch Trauriges: u.a. die Gesetzlosigkeit im Dschungel, o. Das „Tal der jungen Mütter“ in Chile wo einige Mädchen schon mit 10 Jahren schwanger sind.

Freude am letzten Tag.Möglichkeit zum Ausritt.

Nun bin ich wieder zurück auf dem Campo und wurde gleich von einer riesigen Jugendgruppe „empfangen“ die gleich mal bis 3 Uhr früh durchfeierten mit Musik, Programm und ich-weiss-nicht-was-noch. Auf jeden Fall war es sehr laut.
Welcome home!
Ich hoffe ihr seid nicht zu stark eingeschneit und es gelingt euch, eine entspannte Woche „freizuschaufeln“ ;-)

2 Stunden Wetterleuchten ohne Donner bei sonst Sternenklarer Nacht

January 2, 2010

Erstmal weg sein bis 10.1.

Filed under: marco schnell — Marco @ 7:16 PM

Nicht dass sich einer wundert. Werde dann mit neuen Eindrücken von arg. Missionaren aus aller Welt zurück kommen. Bis dahin, habt einen guten Start ins neue Jahr!

January 1, 2010

Kulturschock zum Jahreswechsel

Kulturschockerlebnis
Nun hab ich doch einen kleinen Kulturschock erlebt.

Endlich habe ich mich durchgerungen ein Set Bettbezug zu kaufen. Es war allein eine Herausforderung die richtige Größe zu bekommen, denn sie kennen hier nicht nur Einzel-und Ehebett, sondern noch 4 andere Größen.
Aber ich dacht,e ich habe das richtige, packte es auch erst nächsten Tag aus und warf es gleich in die Wäsche.
Als ich sie dann heute vom trocknen abnahm, sah ich sie mir genauer an und traute meinen Augen kaum. Kopfkissenbezug und Bettlaken waren ok, aber der Bettbezug war wie ein Laken. Keine Knöpfe, nicht zusammengenäht.
In mir brodelte es. Soll man sich den Bezug auf die eigene Größe zusammen nähen? Frechheit!
Ich ging zu Uta und klagte ihr mein Leid. Sie platzte fast vor lachen.
Des Rätsels Lösung: Es gibt hier keine Bettbezüge! Im Sommer ist es eh zu warm, da reicht ein Laken. Und im Winter nimmt man das selbe Bettbezugslaken und legt bei Bedarf ein-zwei Decken drüber, da es auch hier keine Standarddecken gibt und sie somit nicht in ein standardmässiger Bezug passen würden.
Wir haben also herzlich gelacht und ich erspare mir das Nähen.

Sylvester

Ansonsten war der Tag wenig Sylvester-ähnlich. Nachdem wir gestern bis nach 23 Uhr in der einen Hütte die Gipskartonwände angeschraubt und verkleistert hatten, ging es genau damit heute weiter. Die ersten 2 Stunden war es noch launig die ganzen Schrauben und Fugen zu verfugen, aber als es auf nachmittag zu ging dachte ich nur: „Und das soll heute Sylvester sein?“
Hinzu kam dass Rica und Marie mit denen ich (möglicherweise, man weiss es ja nie) Sylvester verbringen wollte, zu ihrer Schwester gefahren waren. Also bin ich abends mit Marcelo und Uta in einer ihrer befreundeten Gemeinden. Happy new Year!
Aber es ist auch hier üblich Sylvester zu Hause zu verbringen im Kreise der Familie. Erst ab Mitternacht werden alle losgelassen und man besucht den Rest der Nacht Freunde oder aber geht zu einer Party.

Anstoss 2010 in der Gemeinde

Fazit des Abends: Nachdem bis kurz vor 12 Tischtennis gespielt, erzählt und herumgehangen wurde, stießen wir um 12 an mit ein paar Familien und Einzelnen, die gekommen waren (ca.20 leute). Dann wurde etwas geknallt. Der Knüller waren kleine Papierluftballons= Globo. Die bekommen ein brennbares Material unten ran und dies trägt sie dann in die Luft und lässt sie über die Stadt steigen. Es ist eine Cordoba-eigene Sache. War echt schön anzusehen, zig helle Mini-Ballons am Himmel und sie vergingen auch nicht so schnell wie die Knaller. Das Geknalle hielt sich dann doch in Grenzen da wir vom Zentrum Cordobas einiges entfernt waren. Es wurde gerade langsam langweilig, als sich doch ein Gespräch zwischen mir und einem der Pastorensöhne entwickelte. Er sprach vorbildlich langsam (sehr sympathisch) und konnte sogar etwas englisch (kaum zu toppen).

Ein Papierluftballon der durch Heissluft zu 100ten über die Stadt flog

Globo-Ein Cordobaer Original. Erhob sich zu 100ten über die Sylvesternacht

Wir sprachen über ein paar arg. Eigenarten und wie ihr Verhältnis zu Ausländern ist und warum. Auch über das Rivalen-Verhältnis zwischen Cordobensern und Portenios (den Einwohnern aus Buenos Aires). Dies lässt sich wohl nicht nur am unterschiedlichen Akzent ablesen.

Ausserdem erklärte er mir dass es 3 “Du”-Formen hier gibt und nicht nur wie ich Naivchen dachte (und im Spanischunterricht lernte) 1. Dadurch hat sich für mich viel unerklärliches aus manchen zurückliegenden Gesprächen gelüftet und ich kann mich jetzt besser ausdrücken. So begann das neue Jahr für mich doch noch erfreulich und ich merke wie mir diese Stadt Córdoba immer mehr ans Herz wächst. Na dann: Salud 2010!