Ich erlebte im Camp der „Bautistas“ eine super Woche (die war zum wieder Auftanken für Missionare gedacht) und bin dankbar dafür, dass sie genau jetzt war. Die Missionare haben einiges berichtet aber es gab auch „Tipps und Tricks“ für den Umgang mit dem Kulturschock, typische Anfangsfehler, wichtige Vorbereitungen und die Wichtigkeit Mission nicht nur als „Einzelbekehrunsgzweck“ zu sehen sondern auf Auswirkungen in die Gesellschaft hinzuarbeiten (leichter gesagt als getan).
Hätte ich das vor einem halben Jahr gehört hätte ich mit dem allen wohl wenig anfangen können, in einem Jahr wär vieles zu spät. Aber oftmals sprachen sie genau von den Situationen in denen ich mich gerade befinde. Genial!

Auditorium der Missionarskonferenz
Ich betete, dass jeden Tag, dass Gott mich zu den Menschen gesellt, die irgendwie sinnvoll für meinen weiteren Weg sind. Und so kam es Schlag auf Schlag. Ich sprach mit verschiedenen Leuten über meine Vision (Link) und sie erzählten mir was sie vorhaben oder was bereits existiert. In 3 Fällen waren die Schnittmengen schon gruselig übereinstimmend- mit einem Missionar aus Chile- er möchte neben seiner evangelistischen Kinder- und Jugendarbeit gerne einzelne in Leiterschaftstraining nehmen, also Jüngerschaft durch Zusammenleben, fehlt bloss Geld und verantwortliche Leute.
Weiter mit einer Pastorin aus Paraguay- sie hat ein großes Haus, um Leute aufzunehmen und wünscht sich darin junge Menschen zu Jüngern Jesu zu machen, daneben gibt’s sogar Unterrichtsräume. Schließlich sprach ich mit einem Ehepaar von OM, die die Jugend der Stadt Cordoba (also vor meiner Haustür) mit kreativen Mitteln erreichen (wollen) und das ganze durch ein Jugendcafé in dem zu Vorführungen mit christlichen Stücken eingeladen und dadurch evangelisiert werden soll.
Ihr merkt es hört alles verlockend und auch passend an, bleibt also nur die alt-bekannte Frage: Was hat Jesus mit mir vor. JA, für Gebete bin ich durchaus dankbar, denn gedanklich bewege ich mich dabei schon in Richtung des 3-Monats-Praktikums, dass wir ab Juli haben werden.

Römischer Brunnen in Cordoba
Ansonsten gabs jede Menge Spanisch zum hören und verstehen und ich mitten drin. Zum Glück erfuhr ich erst gegen Ende dass einige Missionare durchaus Englisch sprechen…
Veranstaltungstechnisch war der Tag dreigeteilt. Nach dem (sehr spärlichen aber für Argentinier typischen) Frühstück bestehend aus drei süßen kleinen Stückchen und Kaffee/Tee ging gegen halb 10 das Programm los, jeweils kurzer aber intensiver Lobpreis, Andacht, Bericht aus dem lustigen Missionsleben, Thema. Manchmal ging auch eins ins andere über, das habe ich nicht immer so gemerkt
Dann gabs Mittag (das war schon etwas ausreichender) und im Anschluss Zeit für eine Siesta, zum klönen, Kennenlernen, Sport oder Pool-schwimmen. Der war ein Segen auch wenn das Gelände in den Cordobaer Bergen gelegen ist und daher etwas kühler (nur so bis 30 Grad) als bei uns auf dem Campo (Bibelschulgelände).
Es ging weiter mit dem Abendbrot um 20 Uhr und danach startete das Abendprogramm mit Bericht, Musik, und thematischen Einheiten zum Thema (wie könnte es anders sein): Mission.

Fast perfekte Pyramide

"Indischer Schlangenmensch"
Ich lernte in der Woche wie spontan („Wie für die Lobpreiszeit proben. Wir machen das einfach so.“) und Anpassungsfähig die Argentinier sind → unser „bunter Abend“ fand ohne Strom statt, was aber keinen davon abhielt nicht doch ihr Programm vor- und durchzuführen. Irgendwo gabs Kerzen und ein paar Taschenlampen, gesungen wurde a capella und statt ner Präsentation wurden eben Schmankerl aus dem Missionsalltag erzählt. Auch sind sie sehr offen und interessiert, besonders wenn mal „soltero“ ist (Single). Ein Schelm wer böses dabei denkt…
Am beeindruckendsten jedoch war, dass es vor 10 Jahren fast keine arg. Missionare gab und heute dieses große Zusammentreffen mit ca 150 Missionaren, die in 30 Ländern aktiv sind! Das ist ein großes Wunder. Sie berichteten Heiteres zum Thema Kommunikation: Marcelo wollte Indiandern Milchkühe bringen und sie zum Käse-machen anleiten und sie beschwerten sich bei der Regierung, weil sie dachten, er will seine eigene Ranch auf ihrem Land errichten. Es gab aber auch Trauriges: u.a. die Gesetzlosigkeit im Dschungel, o. Das „Tal der jungen Mütter“ in Chile wo einige Mädchen schon mit 10 Jahren schwanger sind.

Freude am letzten Tag.Möglichkeit zum Ausritt.
Nun bin ich wieder zurück auf dem Campo und wurde gleich von einer riesigen Jugendgruppe „empfangen“ die gleich mal bis 3 Uhr früh durchfeierten mit Musik, Programm und ich-weiss-nicht-was-noch. Auf jeden Fall war es sehr laut.
Welcome home!
Ich hoffe ihr seid nicht zu stark eingeschneit und es gelingt euch, eine entspannte Woche „freizuschaufeln“

2 Stunden Wetterleuchten ohne Donner bei sonst Sternenklarer Nacht