Wider erwarten war der Samstagabend mit Kindern doch relativ entspannend. Ich war Teil der jüngsten Gruppe (5-8 Jährige), in der diesmal aber nur 5 Kids waren. Wir trafen uns in der Schule und die Kinder saßen in Klassenräumen in Aufstellung wie , wenn sie Unterricht haben.
Das überraschte mich und ich hätte schon wieder liebend gern alles geändert: statt in den Bankreihen zu sitzen, Stuhlkreis, statt trockenem Bilderzeigen zur Geschichte von Jesu Versuchung, es mit den Kindern durchspielen. Aber die Kinder waren echt diszipliniert und das ist auch das Ziel der Arbeit. In allem Werte und gutes Verhalten vermitteln-verträgt sich gut mit dem eigentlichen Sinn von den „Explorern“. Die Kinder sind froh dass sie einen Ort haben, wo sie Aufmerksamkeit bekommen und eine gute Atmosphäre herrscht und kommen so oder so.
Nach einer Stunde des Erklärens und Malens gings nach draussen zum Spielen. Die kleinsten vergnügten sich mit dem Springseil und Ballspielen. Mit den etwas älteren spielten wir Volleyball und die Jungs kickten um die Wette. Gegen 19 Uhr gabs nen Snack (altbekanntes Weissbrot mit Dulce de Leche) und dann gabs ein fröhliches Tschüss.
Wir wurden dann zurück gebracht in „unsere Kirche“. Sie ist das alte Gebäude, das unsere Muttergemeinde immer noch hält, obwohl sie bereits in größeren Räumen ist. Dort haben wir jeder ein Minizimmer und ein provisorisches Bett (meins zwei zusammengeschobene Bänke mit alter Matraze auf der ich aber sehr gut geschlafen habe). Dort hatten wir Zeit etwas zu schwatzen in unserem Dreier-Team (Julia und Miguel) und uns von den Kids zu erholen.
Alternatives Evangelisieren
Gegen 22 Uhr gings zum „Jugendtreff“ obwohl die Mehrheit 20 und älter ist. „Jugend“ ist hier also sehr dehnbar. Für heute stand zum ersten Mal Evangelisation auf dem Programm. Es wurden fleissig Flyer geschnürt. Die Strategie war auf eine vielbefahrene Strasse zu gehen (wirklich: „auf“), nämlich wenn die Ampel auf Rot schaltete, stürzten wir auf die Autos und versuchten in den 20 sec. Möglichst viele Flyer zu verteilen. 2 Jungs standen mit Schildern vor den Autos „Dein Gurt rettet dir vielleicht manchmal das Leben… Jesus immer“. Das konnten sie auch gleich praktisch testen, denn wenn die Ampel auf grün schaltete mussten sie rennen, denn die Autos fuhren los, so oder so. So nahmen sie sich bald einen dritten, der die zeit der Ampelumschaltfrequenz maß und ihnen rechtzeitig ein Signal gab. Nun, das war spassig und nach ner Stunde war alles verteilt. Nächstes WE soll mehr Wert auf 1 zu 1 Kontakt und Gespräch gelegt werden.
Gegen 0.30 waren wir wieder in der Gemeinde und aßen Abendbrot. Gegen halb 2 waren wir im Bett. Am Sonntag ging der erste Gottesdienst zum Glück erst um 10.30 los, in der Muttergemeinde in San Martín. Wir nahmen erstmal nur Teil. Es gefiel mir gut, denn es war die erste Gemeinde wo es mal eine durchgängige und intensive Lobpreiszeit gab, auch mit guten Musikern. Es wird auch viel Wert auf den Gemeinschaftssinn gelegt, so gibt es 2er Gebet, am Schluss Gebet für Nöte und dann hatten wir noch Zeit zum zusammensein. Ich nutzte die Zeit um mit dem Keyboard zusammenzusein und endlich mal wieder zu spielen. In dem Zusammenhang betete ich wieder sehr intensiv für ein Keyboard für EMPI- was abends schon beantwortet wurde
So fanden sich auch bald die anderen Musiker zusammen, auch ein Profesioneller der fast alles spielt und so hatten wir eine super Jam-Session zusammen.
Daraufhin gings zum Essen zur Pastorenfamilie und wir sprachen etwas mehr darüber was er mit der gemeinde vorhat und was im Moment einfach nicht geht, weil es in der Mehrzahl junge Christen sind (zeitlich), so macht er fast alles allein. Der GD am Abend in seiner Gemeinde in Marquéz war eine einzige Jüngerschaftsstunde. Anhand vom Weinstock und den Reben, zeigte er wie wir ein Gottgefälliges Leben leben und wie nicht. Das machte er auf einfache Art und Weise, so dass es für die Kinder genauso verständlich war, wie für die Eltern die seit kurzem Christen sind. Einer der Erwachsenen erzählte sein Zeugnis und das war echt tränentreibend, zu hören, wie sich seine Lebensrichtungsänderung auf die ganze Familie positiv auswirkt, wie er auf seine Kinder achtet, seine Frau liebt und sich einbringt in der Gemeinde. Die Anbetung war diesmal wieder zur CD, aber das wird sich ab nächste Woche ändern, denn ich werde mit Gitarre den „Live-Lobpreis“ anfangen. Das wird ein Spass (zumindest für die anderen), jeder von uns soll seinen Teil einbringen.
Gegen 22.30 waren wir dann auch schon wieder zu Hause und trafen dann auf alle anderen Mitstudies in der Küche, wo wir uns dann austauschten über unsere Wochenenderlebnisse.




