Von Montag bis Mittwoch hatten wir diese Woche ein Taufseminar angesetzt. Eigentlich ein “Glaubens-Aufklärungsseminar” mit anschließender Möglichkeit der Taufe, für die, die Jesus im Herzen berührt und überführt hat. Wir hatten eine internationale Mischung der Teilnehmer und es wurden mutig viele Fragen gestellt und zwar quer durch die Bibel.So bekamen wir einen neuen Blick dafür wie Gott das Neue aufs Alte Testament aufgebaut hat und wie schlüssig sein Wirken ist, sieht man es einmal komplett an.
Himmelfahrt=Familientag
Einmal im Jahr gibt es bei der EMG den sog. Familientag; ehemalige Abhängige, die inzwischen frei sind, Freunde der Organisation oder Interessierte sind eingeladen zu Himmelfahrt einen fröhlichen Tag in Gemeinschaft bei leckerem Grill-Essen zu verbringen.
Vormittags ging es los mit dem Aufbau der Bühne, der Hüpfburg für Kinder, der Stühle, Zurechtmachen von vielen Salaten und Grillfleisch. Aber es gab viele Hände die mithalfen und so konnten wir gegen 13 Uhr mit dem Programm anfangen. Es hatte etwas vom Himmel, denn wir hörten die Andacht in 4 Sprachen: Deutsch, Englisch (für die Afrikanischen Gäste) Farsi (für unsere Iraner, Iraker und Afghanen) und polnisch- denn auch aus Polen hatten sich Glaubensgeschwister eingefunden. So war nicht nur die Übersetzung eine Herausforderung sondern wohl auch das Zuhören. Im Anschluss daran nahmen wir uns ausgiebig Zeit fürs Mittagessen und gute Gespräche.
Ein Extrawunder war für mich folgendes: Da ich Ende nächster Woche meine Spanischprüfung in Berlin-Mitte machte, suchte ich für die zwei Prüfungstage noch eine Übernachtungsmöglichkeit und freute mich hier eine ältere Frau zu treffen, die direkt neben dem Spanisch-Institut wohnt. Gott meint es wirklich gut.
Höhepunkt dieses Tages sind immer die Taufen, denn diesem besonderen Tag gehen immer die Tage des Taufseminars voran. In dieser Woche hatten wir 5 erstmalige Teilnehmer (ich inklusive) und noch weitere Besucher. Wir hatten die richtige orientalische Würze, da einige Kandidaten aus Iran, Irak und Afghanistan sind. Von denen liessen sich zwei taufen und zwei weitere Deutsche. Es war zwar ein sonniger Tag doch trotzdem sehr kalt, von der Wassertemperatur ganz zu schweigen. Zudem führte Frank noch eine Taufe nach biblischer Tradition durch, d.h. Er tauchte sie dreimal im See unter- im Namen, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, weil genau das ja der schwierigste Abkehrpunkt für Moslems ist, ihr Ein-Gott-Bild so zu erweitern und sie glauben können, dass Jesus ganz Mensch und ganz Gott ist und zusammen mit dem Heiligen Geist einzeln und doch gemeinsam in Gott dem Vater sind. So wurde dieses Eiswasser ihnen wirklich zum todesähnlichen Erlebnis aus dem sie wieder auferstanden sind mit Jesus.
Mit dem jüngsten Getauften hatte ich danach noch ein richtig gutes Gespräch, darüber wie vieles sich für ihn nun ändert als Christ,z.B. das kleine Lügen einfach nicht mehr ok sind und auch nicht andere zu übervorteilen, was fast eine iranische Tugend ist. So wurde mir neu bewusst wie stark das Evangelium so kontrakulturär ist. Es konfrontiert Menschen jeder Kultur mit ihren Schwachstellen und bringt sie zurecht.
Spät abends haben wir das Gebot, „der Mann liebt die Frau wie Christus die Gemeinde“ mal praktisch geübt indem wir zusammen- Männer und Frauen – sauber gemacht und abgewaschen haben- für einen iranischen Mann undenkbar, schliesslich (schon seit Schöpfungsbeginn)ist das Frauenarbeit und wahrscheinlich hat er es noch nie vorher in seinem Leben getan. Aber es gehört mit zum Leben dazu, und nach so einem leckeren und fülligen Essen (mit unzähligen Salaten, Kuchen und Fleisch) räumt man auch zusammen auf- auch das ist Teil der Gemeinschaft. Und so ging jeder abends, nachdem Bühne, Hüpfburg für Kinder (die uns gesponsort wurde) abgebaut waren, Stühle wieder zusammengepackt, das Feuer erloschen und der Berg an Geschirr endlich abgetrocknet und verstaut war , müde aber fröhlich seiner Wege. Auch für die beiden Moslems geht’s nun zurück in ihren Alltag und da wird ihr neuer Glaube sicher sehr auf die Probe gestellt werden, von ihren Freunden und Feinden. Bitte bete für sie.




















