May 19, 2012

Seminar mit anschließenden Taufen

Filed under: Chile — Tags: , , — Marco @ 11:27 AM

Höchste Konzentration beim Seminar

Von Montag bis Mittwoch hatten wir diese Woche ein Taufseminar angesetzt. Eigentlich ein “Glaubens-Aufklärungsseminar” mit anschließender Möglichkeit der Taufe, für die, die Jesus im Herzen berührt und überführt hat. Wir hatten eine internationale Mischung der Teilnehmer und es wurden mutig viele Fragen gestellt und zwar quer durch die Bibel.So bekamen wir einen neuen Blick dafür wie Gott das Neue aufs Alte Testament aufgebaut hat und wie schlüssig sein Wirken ist, sieht man es einmal komplett an.

Gott hielt den Regen zurück. Es war zwar frisch aber sonnig.

Himmelfahrt=Familientag
Einmal im Jahr gibt es bei der EMG den sog. Familientag; ehemalige Abhängige, die inzwischen frei sind, Freunde der Organisation oder Interessierte sind eingeladen zu Himmelfahrt einen fröhlichen Tag in Gemeinschaft bei leckerem Grill-Essen zu verbringen.
Vormittags ging es los mit dem Aufbau der Bühne, der Hüpfburg für Kinder, der Stühle, Zurechtmachen von vielen Salaten und Grillfleisch. Aber es gab viele Hände die mithalfen und so konnten wir gegen 13 Uhr mit dem Programm anfangen. Es hatte etwas vom Himmel, denn wir hörten die Andacht in 4 Sprachen: Deutsch, Englisch (für die Afrikanischen Gäste) Farsi (für unsere Iraner, Iraker und Afghanen) und polnisch- denn auch aus Polen hatten sich Glaubensgeschwister eingefunden. So war nicht nur die Übersetzung eine Herausforderung sondern wohl auch das Zuhören. Im Anschluss daran nahmen wir uns ausgiebig Zeit fürs Mittagessen und gute Gespräche.
Ein Extrawunder war für mich folgendes: Da ich Ende nächster Woche meine Spanischprüfung in Berlin-Mitte machte, suchte ich für die zwei Prüfungstage noch eine Übernachtungsmöglichkeit und freute mich hier eine ältere Frau zu treffen, die direkt neben dem Spanisch-Institut wohnt. Gott meint es wirklich gut.

Vielsprachigkeit- ein Stück Himmel

Höhepunkt dieses Tages sind immer die Taufen, denn diesem besonderen Tag gehen immer die Tage des Taufseminars voran. In dieser Woche hatten wir 5 erstmalige Teilnehmer (ich inklusive) und noch weitere Besucher. Wir hatten die richtige orientalische Würze, da einige Kandidaten aus Iran, Irak und Afghanistan sind. Von denen liessen sich zwei taufen und zwei weitere Deutsche. Es war zwar ein sonniger Tag doch trotzdem sehr kalt, von der Wassertemperatur ganz zu schweigen. Zudem führte Frank noch eine Taufe nach biblischer Tradition durch, d.h. Er tauchte sie dreimal im See unter- im Namen, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, weil genau das ja der schwierigste Abkehrpunkt für Moslems ist, ihr Ein-Gott-Bild so zu erweitern und sie glauben können, dass Jesus ganz Mensch und ganz Gott ist und zusammen mit dem Heiligen Geist einzeln und doch gemeinsam in Gott dem Vater sind. So wurde dieses Eiswasser ihnen wirklich zum todesähnlichen Erlebnis aus dem sie wieder auferstanden sind mit Jesus.

der Weg vom Tod zum Leben - führte durch eiskaltes Wasser

Mit dem jüngsten Getauften hatte ich danach noch ein richtig gutes Gespräch, darüber wie vieles sich für ihn nun ändert als Christ,z.B. das kleine Lügen einfach nicht mehr ok sind und auch nicht andere zu übervorteilen, was fast eine iranische Tugend ist. So wurde mir neu bewusst wie stark das Evangelium so kontrakulturär ist. Es konfrontiert Menschen jeder Kultur mit ihren Schwachstellen und bringt sie zurecht.

gemeinsame Essensvor- und Nachbereitung

Spät abends haben wir das Gebot, „der Mann liebt die Frau wie Christus die Gemeinde“ mal praktisch geübt indem wir zusammen- Männer und Frauen – sauber gemacht und abgewaschen haben- für einen iranischen Mann undenkbar, schliesslich (schon seit Schöpfungsbeginn)ist das Frauenarbeit und wahrscheinlich hat er es noch nie vorher in seinem Leben getan. Aber es gehört mit zum Leben dazu, und nach so einem leckeren und fülligen Essen (mit unzähligen Salaten, Kuchen und Fleisch) räumt man auch zusammen auf- auch das ist Teil der Gemeinschaft. Und so ging jeder abends, nachdem Bühne, Hüpfburg für Kinder (die uns gesponsort wurde) abgebaut waren, Stühle wieder zusammengepackt, das Feuer erloschen und der Berg an Geschirr endlich abgetrocknet und verstaut war , müde aber fröhlich seiner Wege. Auch für die beiden Moslems geht’s nun zurück in ihren Alltag und da wird ihr neuer Glaube sicher sehr auf die Probe gestellt werden, von ihren Freunden und Feinden. Bitte bete für sie.

May 6, 2012

Nie enden wollende Heimfahrt

Filed under: marco schnell — Tags: — Marco @ 2:59 PM

Das ist wohl meine längste je angetretene Heimreise. Wir sind Freitag nicht wie geplant um 18 Uhr von Bulgarien los gekommen, sondern erst am nächsten Morgen um 2.30. Die Reparatur hatte sich “etwas verzögert”.Frank fuhr durch bis nach Rumänien. Ich versuchte hinten zu schlafen, was kaum möglich war, da wir 200 km Schlaglochstrasse hatten. Ich schlief trotzdem irgendwann ein und wachte mit nem mega Kopfschmerz auf- wohl wegen dem Dauerschüttler.

Sofia von seiner Schönsten Seite mit schönster Kirche

Als ich aufgewacht war, standen wir schon wieder vor unserer altbekannten (von der Hinfahrt her) Rumänischen Werkstatt. Frank ist rangefahren, weil die gerade reparierten Zylinder nicht rund laufen. Es scheint dass wegen der Länge der nächtlichen Reparatur sie nicht richtig eingestellt wurden. Um den Motor nicht zu ruinieren, wollten wir lieber „Kurz nachsehen lassen“. Um 14 Uhr nachmittags hatten sie noch nicht mal raus, was das Problem ist. Danach gings ziemlich schnell, so dass wir um halb 4 durchstarten konnten. Es war tatsächlich nur eine Nachjustierung der Zylinder, so dass diese Kosten auch überschaubar waren.

Gegen Mitternacht kamen wir in Nordungarn an, wo wir noch einen Flüchtlingskontakt aufsuchten, einen Bruder, dessen Schwester in unsere Gemeinde in Penkun geht. Er hängt in Ungarn in einem Asylheim fest, das vorher ein Knast war. Sie haben aber „kleine Bautechnische Änderungen“ vorgenommen (gestrichen und die Gitter entfernt), so dass es jetzt gemütlicher wirken soll (haben das aber nicht wirklich geschafft). Überhaupt kommen die Flüchtlinge in Ungarn nach ihrer Ankunft zur Begrüßung erstmal ein Jahr in den Knast, bis ihr Fall etwas klarer ist, dann kann es sein, dass sie aber noch weitere Jahre ohne festen Status festsitzen. d.h. Sie dürfen weder raus aus der Stadt und haben bis abends 22 Uhr im Heim zu sein. Unterstützung kriegen sie auch nicht, schliesslich bekommen sie ja ein bisschen im Heim zu essen- immerhin noch etwas besser als in Griechenland wo sich gar keiner kümmert. Dafür wird in Ungarn keiner als als polit. o. Religiöser Flüchtling anerkannt, was nicht rechtens ist und wir uns in Zukunft um diese Fälle kümmern wollen.
Gegen 10 Uhr waren wir nach einer guten durchfahrenen, also schlaflosen Nacht nahe Bautzen angekommen, wo wir noch ein paar Sachen zuluden uns frisch machten und dann weiter rasten um nachmittags um halb drei pünktlich zum Godi aufzuschlagen. Das verfehlten wir knapp, sondern kamen leicht verspätet und übermüdet aber glücklich am späten Nachmittag an.

May 4, 2012

Die letzten 3 Tage in Sofia

Filed under: marco schnell — Tags: , , , , , — Marco @ 4:02 PM

Letzter Stop in Griechenland- nochmal kurz mit den Füssen ins Mittelmeer

Am Dienstagmorgen machten wir uns aus Athen auf die Heimreise. Ausser einem Anfangsstau in Athen kamen wir super durch bis Bulgarien. Am Dienstagabend kurz vor Sofia gab der Anlasser auf. Wir nahmen also wieder den ADAC Service an der uns nach Sofia schleppte, den Anhänger leider in eine andere Stadt. In Sofia liessen wir den Bus in einer Werkstatt- am nächten Mittag sollte die zweimal gebrochene Kurbelwelle repariert sein. Wir kam um 2 Uhr nachts in ein 4-Sterne Hotel mit schlechtem Service.

4**** Ausblick auf die Karpaten- unsere erste Unterkunft

Den nächsten Morgen verbrachten wir in der Werkstatt bis die uns sagten, dass sie noch bis nächsten Tag brauchen, weil ein Teil fehlt. Also suchten wir ein neues Hostel und fanden ein sehr gutes einfaches im Zentrum Sofias. Abends machten wir eine Free TouristenTour durchs Zentrum mit freiwilligen Studenten als Guides, die umsonst war und super interessant. Den Rest des Abends und auch die nächsten zwei Tage nutzte ich um das Video unserer Reise zusammen zu schneiden.Insofern kam mir diese Zwangspause sehr gelegen.

Frühstück in den Katakomben unseres zweiten Hostels

Am darauffolgenden Morgen vertrösteten sie uns erneut, denn es stellte sich heraus dass auch 2 Zylinder kaputt seien. Die Dauer hängt davon ab, wie lange es dauerte bis ihnen das fehlende Teil geliefert würde. Wir verlängerten unser Hostel erneut und Frank und Olaf gingen in den Stadtpark um Schach zu spielen. Es gibt dort festinstallierte Schachspiele wo es regelrechte Tourniere mit Wetteinsätze gibt und immer irgendwelche alte Leute gegeneinander spielen. Überhaupt ist in den parks immer viel los, man sieht viele rauchende und biertrinkende junge Leute. Auch dieser heisse Tag -mindestens 30 Grad- verging wie im Flug und abends hatte ich das in Griechenland gefilmte Material fast zu einem kompletten Präsentationsclip zusammengeschnitten und wir stimmten die letzten Details ab.

Stadtrundgang mit einer der ältesten Kirchen Europas- 3.Jh n.Chr.

Mittlerweile mussten wir die für Samstag geplante Jahressitzung der EMG auf einen unbekannten Zeitpunkt verschieben, weil ersichtlich war, dass wir es nicht mehr schaffen würden. Dafür werden wir wohl noch einen Tag in Nordungarn verbringen, um dort auch noch ein paar Asylbewerbern zu helfen.
Den vormittag nutzte ich noch für ein paar Übersetzungsarbeiten und Gespräche. Hier im Hostel hab ich einen Deutsch-Bulgaren kennengelernt der in Rostock-Evershagen gross geworden ist- so klein ist die Welt. Nachmittags bekamen wir endlich den erlösenden Anruf, dass der Bus um 18 Uhr abholbar ist. Nun müssen wir aber noch aus der eine Stunde südlich gelegenen Kleinstadt unseren Anhänger abholen und dann wieder zurück, so dass wir nochmal 2 Stunden verlieren. Aber wenigstens kommen wir endlich los.

May 2, 2012

Freier Sonntag und schon wieder Rückreise

Filed under: marco schnell — Tags: , , , , — Marco @ 9:31 AM

Aussicht über die Stadt ähnlich wie Rio- nur die alten Säulen befremden ein wenig

Da in „unserer Gemeinde“ kein SonntagsGd war (sie hatten ja jeden Tag Lehre in den verschiedenen Nationalitätengruppen), machten wir uns zur Akropolis auf, um wenigstens etwas von Athen gesehen zu haben. Trotz guter Ubahn- und Strassenbahnverbindung war es eine Herausforderung, das meiste steht eben doch in griechisch gekennzeichnet. Kurz nach Mittag kamen wir an, nach einer weiteren halben Stunde kamen wir auf der Akropolis-Baustelle an. Man zahlt soviel Eintritt und was findet man vor? Einen Altbau in Rekonstruktion! Unglaublich. Man konnte weder in den Tempel (um den Wahren Gott anzubeten natürlich), noch sich nur annähern, weil alles abgesperrt war. Trotzdem traf man Menschen aller Herren Länder an. Überhaupt ist Athen auffallend international. Vielleicht liegts an seiner zentralen Lage zwischen Asien und Europa und Afrika.

Endlich die Akropolis im Rücken- und dann so ein baufälliger Zustand

Nach dem Rundgang trennten wir uns. Frank blieb direkt auf den sonnigen Felsen vor der Akropolis zum Sonnenbaden liegen, Olaf und ich bevorzugten den Strand, wo wir eine Stunde später auch ankamen. Praktisch ist die Strassenbahn die eine ganze Strecke nur am Strand entlang fährt. Aufgrund von Tipps stiegen wir am „schönsten“ aller Strände aus, der zwar allem anschein nach aus aufgeschütteten Kieseln bestand, aber dafür angenehm sauber war und man konnte gleich nachdem man 1 meter ins Wasser ging sofort schwimmen, da es schnell auf Körpertiefe abfiel.

Wassertemperatur war gewöhnungsbedürftig

Geschätzte 17 Grad Wassertemperatur liessen den Wasseraufenthalt nicht zu lang werden, aber dafür trocknete man schnell, denn die Luft war mit 28 Grad angenehm warm. Wir lagen zwar gerade auf diesem „schönen“ Strandabschnitt wie die Sardinen, denn andere hatten diesen Geheimtipp natürlich auch gefunden, aber das war uns egal. Eigentlich wollten wir noch im letzten Moment Sonnencreme direkt am Strand kaufen (was ja verspricht besonders preiswert zu sein) und wurden von einem „Sonderangebot“ überrascht: für ein Fläschchen Sonnenmilch wurden sage und schreibe 16 Euro fällig. Wir entschlossen uns lieber in der Sonne zu verbrennen.

Lustiger Wachwechsel vor dem Regierungsgebäude

Abfahrt
Nachdem Frank noch am Montagabend bis spät Nachts Gespräche mit betroffenen Flüchtlingen geführt hatte, waren wir am Dienstagmorgen auf den Beinen (Tag der Arbeit hat hier wohl eine andere Beziehung), um noch ein Abschlussgespräch mit dem Pastor zu führen, unsere Sachen zusammen zu packen und unser schickes Apartment zu säubern. Gegen Mittag kamen wir dann endlich los und zogen auch durch bis nach Sofia, wo uns leider schon wieder irgendein Keilriemen im Stich liess. Der Anliesser liess nicht mehr an. So spendierte uns der ADAC schon wieder ein ruhige Nacht in einem Sage-und-schreibe 4 Sterne Hotel, das allerdings wohl so teuer war, dass das Frühstück leider nicht mehr inklusive ist. Also Fasten wir halt und beten, dass der Motorschaden nicht so gravierend ist. Wir wurden gestern schon vorgewarnt die Reparatur könnte 2-3 Tage dauern; 2 Stunden für die Reparatur und 2 Tage um die Ersatzteile zu besorgen. Sowas wollen wir gar nicht hören.

April 28, 2012

Fast Diebstahl

Filed under: marco schnell — Tags: — Marco @ 2:19 PM

Frank mit Bruce- dem Leiter von Hellenic Ministrier

Eine gut durchgeschlafene Nacht kann wunder tun. Gegen 10 uhr brachen wir auf, um Frank in der Kirche zu treffen, wo er auch übernachtet hatte (es gab noch bis spät zu tun). Wir wollten nun endlich die englischsprachigen Flyer der EMG drucken, um sie den Menschen, die Hilfe brauchten in der Gemeinde, zu verteilen. Das kostete mich 2 Stunden und mir wurde bewusst wie wenig Griechisch ich verstehe (>0). Ausserdem führte es zum Diebstahl meines Rucksackes. Wir saßen vor einem Geschäft und versuchten eine Email herunter zu laden, als ein Mann plötzlich irgendwas auf griechisch schrie und ich sah dass mein Rucksack, der hinter mir zwischen Rücken und Wand gelehnt hatte weg war. Wir rannten los und auch die Polizei die in unserer Nähe war. Nach ein paar Metern konnten wir ihn stellen. Er war ein älterer Drogenabhängiger und die Polizei meinte wir sollen ihn laufen lassen, weil er kein Schwerkrimineller war. Ich hatte meine Sachen und war nur froh und so stimmten wir überein. Nun weiss ich, dass ich meine Sachen an mich kleben muss, so schnell können sie wegkommen. Immerhin konnten wir die Flyer drucken und warten nun auf den Anruf vom Gericht um einer Asylantin in ihrer Angelegenheit helfen zu können.

Mittag in rauen Mengen

Wir aßen mit ca. 50 Flüchtlingen Mittag und danach sprach Frank mit vielen von ihnen um zu sehen wo wir helfen können. Unser Hauptfokus ist Familienzusammenführung, aber auch wenn wir medizinische oder psychologische Hilfe vermitteln können, tun wir das. Asylbewerber sind hier in einer schwierigen Situation; im Gegensatz zu Dtl. bekommen sie hier weder Unterkunft, noch Nahrungsmittel, noch finanzielle Hilfe. Sie sind völlig auf sich allein gestellt und selbst religiöse Verfolgung ist kein Grund, ihnen Bleiberecht zu geben, wie ich heute von einem Betroffenen gehört habe. Da sie aber ein gesetzmässiges Recht dazu haben, wollen wir ihnen dazu verhelfen.

Bibelstunde für alle

Wir sprachen pro Tag ca. mit 20 2-6 köpfigen Familien. Das bedeutete für mich oftmals zum nahegelegenen Copyshop zu laufen um ihre Unterlagen zu kopieren, bei den Gesprächen dabei zu sein, manchmal zu übersetzen, zu fotografien und zu filmen. Eigentlich nichts herausragendes, doch tobte meistens der Bär im unter uns gelegenen großen Saal. Vormittags hatten Kinder und einige Mütter Englischunterricht und danach konnten die lieben Kleinen laut spielen. Dann gabs Mittagessen für Mütter und Kinder und Nachmittagsprogramm. Es war keine Zeit zum Essen oder Trinken, denn die Leute haben sich vor der Tür gestapelt. So ähnlich muss sich Jesus und seine Jünger gefühlt haben, als seine Jünger die Leute wegschicken wollten, weil sie erschöpft waren und Jesus meinte, er könne sie doch nicht wegschicken. So arbeiteten wir also bis zum letzten durch. Dann fingen die Renovierungsarbeiten an und man konnte es vor Lärm gar nicht mehr aushalten. Gott sei Dank waren wir soweit auch fertig mit allen Leuten.

Kleiderverteilung auf dem Dach

Das Leid einiger Familien ist unglaublich. Wir sahen ein total deformiertes Kind, das es einem die Tränen in die Augen treibt, wo man helfen will aber gleichzeitig nicht weiss wie, weil sie keinen Status als politischen Flüchtlinge haben
Frank hatte noch einige Erledigungen, so dass Olaf und ich erst noch eine Weile auf ihn in der Stadt warteten. So sah ich erstmals ein bisschen vom Zentrum- ein paar kleine Kapellen und einen Flohmarkt, der letztendlich eine Gasse mit 1001 Klamottenläden war. Doch ich war so müde, dass ich keinen Bock mehr hatte noch irgendwas zu sehen und setzten wir uns in die Bahn und waren gegen 20 Uhr zu Hause. Nach Essen und Dusche blieb dann grad noch Zeit für die finanzielle Tagesabrechnung (was meine Aufgabe ist) und ich war reif fürs Bett.

Unglaublich was der kleine Mitarbeiterstab von ca.8 Leuten alles geschafft bekommt: Mittag vorbereiten-servieren-alles säubern.

Unglaublich was der kleine Mitarbeiterstab von ca.8 Leuten alles geschafft bekommt: Mittag vorbereiten-servieren-alles säubern.

Kulturelles
Unsere Gemeinde befindet sich im „China-Town“ Viertel. Eigentlich müsste es Pakistani und Afghanen-Viertel heissen. Es ist Wahnsinn, wie viele Pakistanis auf der Strasse einen, manchmal zwei Artikel feilbieten und wie viele Bauchläden es im Ganzen gibt. Wenn es den Griechen schlecht geht, ohne Arbeit oder schlechte Bezahlung, wie viel schlechter dann noch ihnen.
Ich traf schon manchen deutschsprachigen Griechen auf der Strasse, die manchmal ein paar Jahre in Deutschland lebten, eine Ausbildung machten und nun hier in die Arbeitslosigkeit stolperten. Viele überleben hier mehr als zu leben.
Die männlichen Griechen scheinen von Geburt an alle bärtig zu sein. Zumindest bis ca-35 oder 40 Jahre haben die meisten einen Vollbart. Ab 40 fällt er dann rigoros ab und man(n) ist blitzeblank rasiert.

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